Stärken
Schwächen
Eine Smartwatch für Kinder kann ein idealer Einstieg in die Welt moderner Smart-Geräte sein und erweist sich sowohl im Schulalltag als auch in der Freizeit als praktisches Hilfsmittel für Kinder und Eltern. Kinder schätzen kleine Extras wie integrierte Kameras oder Spiele, während Eltern durch GPS-Tracking und Telefonfunktion stets den Überblick behalten. Dennoch sind Kinder-Smartwatches keineswegs alle gleich – die Unterschiede sind oft beträchtlich.
Was macht Kinder-Smartwatches aus?
Technisch gesehen handelt es sich bei einer Kinder-Smartwatch um ein Smartphone am Handgelenk. Viele Modelle basieren sogar auf dem Android-Betriebssystem, versehen mit kindgerechten Benutzeroberflächen. Lesen sollte Ihr Kind allerdings schon können. Besonders bei günstigen No-Name-Produkten ist die Übersetzung häufig unzureichend, was selbst Eltern durch maschinell oder unvollständig eingedeutschte Menüs verwirren kann.
Auch schlankere Modelle wie die Anio 6 wirken an Kinderhandgelenken oft voluminös. (Bildquelle: anio.eu)
Da ein komplettes Smartphone mit Funktionen wie Bluetooth, WLAN, Mobilfunk, Akku und Display in einem kleinen Gehäuse Platz finden muss, sind Kinder-Smartwatches häufig recht wuchtig – was bei den zierlichen Handgelenken von Kindern besonders auffällt und das Risiko birgt, beim Spielen irgendwo hängen zu bleiben oder das Gerät zu beschädigen. Die Uhren sind deshalb meistens stoßfest konzipiert. Zwar wird oft Wasserdichtigkeit versprochen, doch in der Praxis erfüllen viele Modelle das nicht, speziell im Kontakt mit warmem Wasser. Im Schwimmbad oder beim Zähneputzen ist das Tragen daher nicht empfehlenswert. Achten Sie beim Kauf auf eine zertifizierte Wasserdichtigkeit gemäß IP67 oder IP68 – nur dann ist der Schutz verlässlich und nachvollziehbar.
Kinder erhalten mit einer Kinder-Smartwatch nicht nur ein stylisches Accessoire, sondern oft auch Spiele, Musik und motivierende Fitnessziele. Die eingebauten Kameras ermöglichen erste Erfahrungen mit der Fotografie. Viele Uhren bieten eine Telefonfunktion, zum Teil auch mit Videoanrufen. Dafür ist eine SIM-Karte mit eigener Rufnummer notwendig.
Wichtig: SIM-Karte und Mobilfunkstandard
Beim Kauf einer Kinder-Smartwatch mit Telefonfunktion sollten Sie unbedingt prüfen, welchen Mobilfunkstandard die Uhr unterstützt. Viele günstige Modelle setzen noch auf den veralteten 2G-Mobilfunkstandard. Telekom und Vodafone haben angekündigt, ihre 2G-Netze bis 2028 abzuschalten. Eine reine 2G-Uhr verliert damit in absehbarer Zeit ihre Telefoniefähigkeit. Achten Sie beim Kauf auf LTE- bzw. 4G-Unterstützung, um die Langlebigkeit der Uhr zu sichern.Bessere Geräte verfügen über eine Begleit-App für Eltern, mit der Einstellungen bequem vom Smartphone aus vorgenommen werden können. In diesen Apps lässt sich auch der aktuelle Standort sowie das Bewegungsprofil des Kindes abfragen. Zunehmend bieten solche Apps auch Geofencing an: Eltern können virtuelle Sicherheitszonen festlegen und werden benachrichtigt, wenn das Kind diesen Bereich verlässt.
Kinder-Smartwatch in der Schule: Ablenkung vermeiden
Im Schulalltag kann eine Kinder-Smartwatch störend sein. Deshalb werden Uhren mit Spielen, Taschenrechner oder Internetzugang oft verboten. Wenn das Kind jedoch erreichbar bleiben soll, empfehlen sich spezielle Modelle mit Schulmodus, der ablenkende Funktionen automatisch sperrt und nur Notrufe sowie Anrufe von vertrauenswürdigen Kontakten zulässt – wie etwa die Anio 5 oder die Anio 6.Wie erfolgt die Prüfung von Kinder-Smartwatches?
Unabhängige Tests von Kinder-Smartwatches sind nach wie vor selten. Stiftung Warentest hat 2023 acht Modelle geprüft und dabei besonders sichere GPS- und SOS-Funktionen hervorgehoben – Garmin erzielte dabei die höchste Punktzahl. Am häufigsten finden sich Modelle von XPLORA in aktuellen Testberichten; die Xplora XGo3 und die Xplora X6 Play gelten derzeit als meistgetestete und -empfohlene Geräte in dieser Kategorie. Günstige Modelle erfüllen oft nicht die hohen Erwartungen der Tester, woraufhin teils deutliche Kritik geäußert wird – insbesondere die Menüführung und kurze Akkulaufzeiten werden häufig bemängelt.
Kinder-Smartwatches besitzen kindgerechte Benutzeroberflächen und sind oft in bunten Farben erhältlich. (Bildquelle: myexplora.de)
Da Fachmagazine seltener ausführliche Tests durchführen, sind Bewertungen von Nutzern häufig eine wichtige Informationsquelle. Auf Plattformen wie YouTube gibt es oft Hands-On-Videos, die einen guten Eindruck vom jeweiligen Modell vermitteln. Beim Kauf von unbekannten No-Name-Produkten aus Fernost ist besondere Vorsicht geboten: Neben möglichen Qualitätsmängeln können solche Uhren Materialien enthalten, die für empfindliche Kinderhaut nicht geeignet sind.

