Uhren Vom mechanischen Werk zur GPS-Ortung mit Atomzeit
Beim Kauf einer Armbanduhr sind zwei grundlegende Entscheidungen zu treffen: Soll es ein Batterieantrieb oder ein mechanisches Werk sein? Und soll im Fall einer Batterie-Uhr die Zeit mit Zeigern oder digital dargestellt werden? Unterpunkte wie Material, Wasserdichtigkeit, Zusatzfunktionen und nicht zuletzt Anschaffungskosten spielen ebenfalls hinein.
Siegeszug der elektronischen Uhren
„Zeit ist das, was man an der Uhr abliest", sagte Albert Einstein, und wenn der Wissenschaftler auf seine Uhr schaute, dann wird es ein Exemplar mit Zeigern und Zahnrädern gewesen sein. Die erste batteriebetriebene Quarz-Armbanduhr, die Seiko Astron SQ, erschien erst im Dezember 1969. Sie war der Vorbote eines Siegeszuges von genau gehenden und erschwinglichen Zeitmessern, die den Massenmarkt überschwemmten. Für die klassische mechanische Uhr bedeutete dies in den siebziger und achtziger Jahren ein Dasein am Rande. Ihr haftete der Ruf des Ungenauen und Altbackenen an. Aber nur vorübergehend.
Comeback von Zahnrädern und Unruh
Die Situation hat sich ich seit den neunziger Jahren wieder gedreht. Die mechanischen Uhren erlebten eine Renaissance, weil sie vielen gut betuchten Käufer als Statusymbol dienen konnten, ein Teil der Kundschaft sich den Batteriewechsel sparen wollte und sich bestimmte Gebrauchsuhren mit mechanischem Werk, etwa Taucheruhren, als besonders robust und zuverlässig erwiesen hatten. An der marktbeherrschenden Stellung der elektronischen Uhren änderte das Comeback aber generell nichts. Selbst bei den Schweizer Uhren liegt der Anteil der Zeitmesser, die mit Zahnrädern und Unruh ausgestattet sind, unter 20 Prozent. Da es sich aber häufig um Produkte handelt, die aufwändig in Handarbeit gefertigt werden und entsprechend zu bezahlen sind, machen sie etwa 70 Prozent des Wertes der Schweizer Uhrenexporte aus. Auch deutsche Hersteller bedienen dieses Marktsegment, und sogar die japanischen Branchenriesen Citizen und Seiko haben Uhren mit Automatikwerk im Sortiment.
Elektronische Extras
Die Mehrheit der Uhrenkäufer aber bevorzugt die elektronischen Uhren. Hersteller wie Casio und Swatch sind hier mit erschwinglichen Produkten zu finden, aber auch Nobelmarken wie Breitling. Einige dieser Uhren bieten Funktionen, die nur mit Strom zu realisieren sind, etwa eine Digitalanzeige, GPS-Ortung oder Bluetooth-Verbindungen. Ihre höhere Ganggenauigkeit gipfelt in der Funkuhren-Technik, bei der sich der Zeitmesser über Radiowellen mit dem Signal einer Atomuhr synchronisiert. Neben Batterien haben sich auch Solarzellen als Stromquelle durchsetzen können. Ein neuer Uhrentyp sind so genannte Smartwatches, bei denen die Zeitanzeige nur eine von vielen Funktionen ist, aber nicht im Vordergrund steht. Vielmehr handelt es sich eher um Smartphones oder Kleincomputer, die man zwar am Handgelenk trägt, die aber primär für typische Handy-Anwendungen genutzt werden. Daher sollte es nicht überraschen, wenn nun auch Firmen wie Samsung, Sony oder der Newcomer Pebble als Uhrenhersteller zu bezeichnen sind - die Smartwatch macht es möglich.
Kunststoff, Edelstahl und Gold
Bei den Gehäuse-Materialien reicht die Auswahl von Kunststoff über Edelstahl und Titan bis zu Gold. Auch beim Glas wird Kunststoff verwendet, häufig ist jedoch Mineralglas zu finden, und bei teuren Uhren wird das besonders harte Saphirglas benutzt. Die Armbänder werden aus Leder, Metall, Textil und Plastik gefertigt.
























































