Stärken
Schwächen
Dörren hat eine Renaissance erlebt. Die traditionelle Konservierungsmethode verhindert das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen und bewahrt, anders als beim Erhitzen, die wertvollen Nährstoffe in den Lebensmitteln. Selbst das sehr angesagte Trockenfleisch, bekannt als Beef Jerky, lässt sich mit einem Dörrautomaten ganz einfach zu Hause herstellen. Meistens bekommt man, sofern man nicht zum günstigsten Modell für rund 30 Euro greift, ein technisch ausgereiftes Gerät.
Ein Dörrautomat mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis: Der ED 5 von Steba wurde zweimal als Testsieger ausgezeichnet und kostet lediglich etwa 60 Euro. (Bildquelle: amazon.de)
Der Expertenblick auf Dörrautomaten
Die gute Nachricht: Tests haben bislang keine wirklich schlechten Geräte gefunden. Alle Modelle liefern grundsätzlich einheitliche Trocknungsergebnisse. Ob die Dörrgitter nun aus Edelstahl oder Kunststoff sind, spielt dabei kaum eine Rolle. Unterschiede zeigen sich vielmehr in den Punkten Bedienkomfort und Reinigung.Da die Trocknungszeiten je nach Lebensmittel variieren, sollte ein Dörrautomat unbedingt über einen Timer verfügen. Ebenso ist eine individuelle Temperatureinstellung sehr hilfreich. Kräuter beispielsweise dürfen nicht zu heiß getrocknet werden, da sie sonst ungenießbar werden. Einige Hersteller geben praktische Hinweise zu optimalen Dörrzeiten und Temperaturen für verschiedene Lebensmittel. Das vereinfacht die Anwendung deutlich. Ansonsten gilt: Probieren geht über Studieren.
Für eine einfache Reinigung empfehlen wir besonders Modelle mit einer Tropfauffangschale oder einem Krümelfach. Dadurch bleibt der Geräteboden frei von Flüssigkeiten und herabfallenden Bestandteilen, was das Säubern erleichtert. Bei sehr feinmaschigen Gittern ist jedoch Vorsicht geboten: Sie verhindern zwar, dass kleine Stücke durchfallen, die Reinigung kann aber umständlich sein. Je nach Material sollte die Reinigung besser im Geschirrspüler erfolgen.
Zwischen dem Dörrgut sollte ausreichend Abstand sein, damit die Wärme gut zirkulieren kann. Nur so erzielen Sie ein gleichmäßiges Resultat. (Bild: amazon.de)
Einschieben oder Stapeln: Welche Bauweise überzeugt mehr?
Viele Testredaktionen und Anwender:innen bevorzugen das Einschubsystem. Denn bei solchen Geräten lassen sich die einzelnen Einschübe auch während des Dörrvorgangs herausnehmen, um sie mit weiteren Lebensmitteln zu belegen (z. B. wenn verschiedene Pilzsorten unterschiedlich lange trocknen müssen, aber trotzdem zeitgleich fertig werden sollen). Feine Gitter sorgen meist für eine gleichmäßige Verteilung der warmen Luft. Außerdem können die Einschübe platzsparend im Geschirrspüler gereinigt werden.Dörrautomaten mit Stapelsystem arbeiten mit mehreren übereinandergestellten Behältern. Ihr großer Vorteil gegenüber Einschubsystemen liegt in der einfachen Erweiterbarkeit, sodass sich das Gerät flexibel an Ihre Bedürfnisse anpassen lässt. Im Betrieb ist dieses System jedoch nicht so flexibel: Um eine Ebene vorzeitig herauszunehmen, muss der Dörrvorgang unterbrochen werden, wobei viel Wärme entweicht.
Außerdem haben Geräte mit Stapelsystem oft das Problem, dass die unteren Ebenen besser trocknen als die oberen, weshalb regelmäßiges Umlagern notwendig ist. Am Ende hängt die Entscheidung davon ab, ob Sie eher Wert auf eine gleichmäßige Trocknung und einfache Handhabung (Einschubsystem) oder auf eine flexible Erweiterbarkeit des Geräts (Stapelsystem) legen.
Ist das Dörren im Backofen eine Alternative?
Wenn der Platz in Ihrer Küche begrenzt ist, ist die Anschaffung eines weiteren Geräts wie eines Dörrautomaten oft schwierig. Deshalb stellt sich die Frage, ob nicht einfach der bereits vorhandene Backofen zum Trocknen genutzt werden kann. Grundsätzlich ist das möglich, allerdings sollten Sie vorab prüfen, wie niedrig die Temperatur Ihres Backofens einstellbar ist.Dörren funktioniert optimal bei etwa 40 °C, da höhere Temperaturen den Nährstoffgehalt verringern. Viele Backöfen lassen sich höchstens auf etwa 50 °C runterregeln. Eine Möglichkeit zur Senkung der Temperatur: die Backofentür einen Spalt weit geöffnet lassen. Jedoch ist die tatsächliche Temperatur dadurch schwer zu kontrollieren und es wird unnötig Energie verbraucht.
Weiterhin ist die Luftzirkulation im Backofen nicht so effektiv wie bei einem speziellen Dörrgerät mit Dörrblechen. Außerdem muss der Backofen über viele Stunden laufen, was je nach Modell ganz schön auf die Energiekosten schlagen kann – vor allem, wenn man regelmäßig dörren möchte. Das Backofentrocknen ist daher vor allem dann eine praktikable Alternative, wenn Sie nur selten und in kleinen Mengen dörren.
Wie steht es um das Lufttrocknen?
Das Trocknen an der Luft ist die ursprünglichste und sparsamste Methode. Die Vorteile liegen darin, dass es überall und jederzeit möglich ist und kein extra Gerät benötigt. Nachteile sind allerdings, dass es sehr lange dauert, die Temperatur ständig schwankt und das Lebensmittel nicht so gleichmäßig trocknet. Zudem besteht bei hoher Luftfeuchtigkeit eine erhöhte Schimmelgefahr. Deshalb sollte ein möglichst trockener Ort gewählt werden. Wir empfehlen, das Dörrgut entweder kopfüber an einer Leine (beispielsweise eine gewöhnliche Wäscheleine) aufzuhängen oder einen Dörrkorb zu verwenden.Merke: Wenn Sie nur gelegentlich kleine Mengen dörren möchten, sind Backofen und Lufttrocknung brauchbare Alternativen.
Für das regelmäßige Trocknen von größeren Mengen Obst, Fleisch, Kräutern und Co. lohnt sich die Anschaffung eines Dörrautomaten.


























