triathlon prüft Fahrradsättel (1/2015): „Nasen rücken“

triathlon - Heft Nr. 128 (Februar 2015)

Inhalt

Sattel ist nicht gleich Sattel - und das ist gut so. Denn wo es viel Auswahl gibt, ist die Chance größer, ein Modell zu finden, das den jeweiligen Anforderungen genügt. Die sind bei Triathleten aufgrund der tiefen Sitzhaltung sehr speziell. Elf Triathlonsättel im Labortest.

Was wurde getestet?

Im Vergleichstest befanden sich elf Sättel für Triathlonbikes, die keine Endnote erhielten. Komfort diente als Testkriterium.

  • Bontrager Hilo RXL

    • Typ: Rennrad-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 268 g

    ohne Endnote

    „Nur drei Sättel übten weniger mittleren Druck aufs Schambein aus. Da in vorrotierter Haltung auf der Nase aber Druckspitzen, vor allem bei aggressiver Position, entstanden, wurde der Sattel subjektiv als weniger bequem empfunden. Für eher aufrechte Haltungen.“

    Hilo RXL
  • Cobb Cycling Fifty-Five J0F

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 330 g

    ohne Endnote

    „Obwohl bei beiden Testern rote Druckspitzen sichtbar sind, fühlten sie sich wohl auf dem Cobb-Sattel. Das könnte an der kompakt-flächigen Bauweise liegen, die Stabilität vermittelt. Zudem erlaubt die Bauweise eine Vorrotation des Beckens. Für gemäßigte und aggressive Positionen.“

    Info: Dieses Produkt wurde von triathlon in Ausgabe Nr. 142 (August 2016) erneut getestet mit gleicher Bewertung.

    Fifty-Five J0F
  • Ergon SR3 Pro

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 139 g

    ohne Endnote

    „Ein toller Service sind die verschiedenen Breiten. Allerdings eher für Rennradfahrer. Denn selbst in gemäßigter Zeitfahrhaltung wird fast nur die schmale Nase genutzt - und die erzeugt ordentlich Druck. Deshalb eher ein durchdachter Sattel fürs Renn- als für das Triathlonrad.“

    SR3 Pro
  • Fizik Tritone K:ium

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 262 g

    ohne Endnote

    „Die Tester saßen stabil und komfortabel, aber auf einem sehr kleinen Teil in aggressiver Haltung. Das könnte daran liegen, dass vorrangig der Maximaldruck gespürt wird, der hier kaum oder flächig verteilt auftritt, obwohl das Schambein prozentual am meisten belastet wird. Triathlontauglich.“

    Tritone K:ium
  • ISM Seat Adamo Prologue

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Ja;
    • Gewicht: 343 g

    ohne Endnote – Triathlon-Tipp

    „Einer der Tester-Lieblinge. Er hat durchgehend gute Druckwerte, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass die gespaltene Nase in der Tretbewegung etwas nachgibt. Niedrigster Gesamtwert beim mittleren Druck aufs Schambein. Ein Triathlon-Tipp!“

    Adamo Prologue
  • Pro Bikegear Aerofuel

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 295 g

    ohne Endnote

    „Der Sattel lag in allen Messkategorien im Mittelfeld. Da die Auflagefläche an der Nase vergleichsweise schmal ist, entstand vor allem in aggressiver Haltung Druck. Bei moderater Position verteilte er sich etwas besser. O.k., aber die Stärke des Sattels liegt im Straßenradbereich.“

    Aerofuel
  • Profile Design Vertex

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 285 g

    ohne Endnote

    „In aggressiver Haltung trotz wenig Fläche gut fahrbar, geringster prozentualer Anteil der Schambeinbelastung. Schmerzhafter bei aufrechtem Sitz, der Druck ballst sich und den Stellen neben der Aussparung. Die Belastung beginnt in moderater Haltung recht weit hinten.“

  • Prologo CPC Zero TRI

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 269 g

    ohne Endnote

    „Genutzt wird vergleichsweise viel Sitzfläche. Doch die Nasenstreifen sind hart, so entstand der höchste mittlere Druck im Schambereich. Das liegt vermutlich auch an den Anti-Rutsch-Noppen, die den Fahrer quasi festhalten. Ambitionierte Rennradler könnten aber glücklich werden.“

  • Selle San Marco Concor

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 181 g

    ohne Endnote

    „Der Sattel ist generell schmal, da in Zeitfahrhaltung nur die Nase genutzt wird, reduziert sich die Auflagefläche nochmals. Es entstanden spürbare Druckpunkte mit dem höchsten Maximaldruck im Schambereich. Eher für kurzes Zeitfahren und Straßenrennen.“

  • Specialized Sitero Expert Gel

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 249 g

    ohne Endnote

    „Der Sattel funktioniert vor allem für große Überhöhungen. Je aggressiver man sitzt, desto niedriger der Maximaldruck aufs Schambein, der direkten Einfluss auf den empfundenen Komfort hat. Etwas nach vorn verschobener Sitzbereich, insgesamt ein komfortabler Triathlonsitz.“

    Sitero Expert Gel
  • SQ-Lab 613 Tri

    • Typ: Triathlon-Sattel;
    • Geeignet für: Herren, Damen;
    • Gelpolsterung: Nein;
    • Gewicht: 175 g

    ohne Endnote

    „Ein unauffälliges Modell im positiven Sinn. Zumindest, wenn man eher aufrecht auf seiner Zeitfahrmaschine sitzt. Bei den Messungen im soliden Mittelfeld, in aggressiver Haltung weniger empfehlenswert, da der Sitzbereich sich extrem verkleinert.“

    Info: Dieses Produkt wurde von triathlon in Ausgabe Nr. 139 (April/Mai 2016) erneut getestet mit gleicher Bewertung.

    613 Tri

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