Einschätzung unserer Autoren
Apple iPhone 4S (32 GB)
Die Software ist der heimliche Star
An erster Stelle wäre da natürlich die deutlich aufgebohrte Spracherkennung zu nennen. Konnten iPhone-Besitzer bislang nur Rufnummern oder Kontakte aufrufen und den integrierten iPod ansteuern, wird die neue Spracherkennungssoftware Siri die Möglichkeiten enorm erweitern. Dabei handelt es sich im Grunde um einen sprachgesteuerten, virtuellen Assistenten, der mit zahlreichen anderen Anwendungen auf dem Mobiltelefon verknüpft ist. Auf Anfrage kann er Informationen vorlesen, Aufgaben erledigen oder sich Texte diktieren lassen – kontextbezogen. So kann das iPhone 4S künftig seinen Nutzer an Geburtstage erinnern, die zuvor mündlich eingegeben wurden, oder liefert auf Nachfrage aktuelle Wetterinformationen. Dabei bedient sich Siri auch Wissensdatenbanken wie Wikipedia oder Wolfram Alpha und kann entsprechend Fragen beantworten, die der Nutzer stellt.
Weitere Neuerungen des iOS 5 sind die Unterstützung von iCloud, ein Notification-Center, die App Family and Friends, iMessage und ein überarbeiteter Safari-Browser mit der Möglichkeit zum geschickteren „Tabbed Browsing“ sowie einem integrierten Reader. Darüber hinaus kann der Nutzer künftig „privat“ Surfen, also ohne Cookie-Balast, und einen virtuellen Zeitungskiosk namens „News Stand“ besuchen. Der heimliche Star ist aber sicherlich Siri – bleibt nur abzuwarten, wie sich die Sprachsteuerung in ersten Tests macht.
Apple iPhone 4 S
Technisch aufgerüstet, äußerlich unverändert
So arbeitet das neue iPhone 4S mit einem Apple-Prozessor vom Typ A5, der bislang nur im iPad 2 seinen Dienst verrichtet. Seine zwei Kerne takten mit jeweils 1,2 GHz, die Grafikleistung soll gegenüber dem Vorgängermodell um das Siebenfach gesteigert worden sein. Eine Präsentation des gleichzeitig vorgestellten iOS-Spiels Infinity Blade 2 von Epic Games auf dem neuen Mobiltelefon ließ denn auch erahnen, dass das iPhone 4S auch künftig wieder den Maßstab für mobiles Gaming setzen dürfte.
Auch bei der Kamera hat es wesentliche Änderungen gegeben. Sie löst nunmehr 8 Megapixel auf und arbeitet mit einem rückwärtig beleuchteten CMOS-Sensor, der deutlich rauschärmer arbeiten soll als bisherige Handy-Kamerasensoren. Auf seine lichtempfindliche Oberfläche sollen zudem 73 Prozent mehr Licht fallen, ein fest eingebauter Infrarotfilter verbessert die Bildqualität weiter. Auch ein LED-Blitzlicht unterstützt die Kamera. Das Objektiv wiederum besteht aus fünf Linsenelementen und arbeitet mit einer Anfangsblendenöffnung von f/2,4. Auch Videos in Full-HD-Auflösung (1.080p) sind mit dem iPhone nun möglich.
Eine weitere Änderung gibt es als Reaktion auf das sogenannte „Antennagate“ des Vorgängers. Nunmehr sorgen zwei getrennte Antennen für Empfang und Senden, was nebenbei auch die HSPA-Datenleistung auf 14,4 MBit/s anhebt. Natürlich soll auf diese Weise auch die Sprachqualität höher ausfallen. Ferner funkt das neue iPhone sowohl im GSM- als auch im CDMA-Netz – es kann also weltweit verwendet werden. Und nicht zuletzt wird es das Handy künftig in drei Versionen geben: mit 16, 32 und 64 Gigabyte Speicherplatz.
Erstaunlicherweise haben Fangemeinde wie auch Medienlandschaft verhalten auf die Vorstellung des Handys reagiert. Sicherlich: Der erwartete, große Knall ist ausgeblieben. Es gibt weder ein revolutionäres neues Design, noch Neuheiten wie LTE. Das Apple iPhone 4S ist aber auch vielmehr eine konsequente Fortführung seines Vorgängers, so wie einst das 3G S vom 3G. Und als solche kann das Gerät durchaus überzeugen. Nur eines kann man Apple tatsächlich vorwerfen: Im 4S wird das gleiche Retina-Display mit 3,5 Zoll Bilddiagonale und 640 x 960 Pixeln Auflösung eingesetzt wie beim iPhone 4. Dabei hätte im gleichen Gehäuse auch gut ein 4-Zoll-Display Platz gefunden, wie Analysten erstaunt anmerken.
Apple iPhone 4S (64 GB)
Kommt ab 14. Oktober für Preise ab 629 Euro
Dennoch reagierten viele Beobachter enttäuscht: Sie hatten sich schlicht mehr erhofft – etwa ein radikal neues Design oder LTE-Unterstützung. Vor allem der Einsatz des gleichen Displays mit nur 3,5 Zoll Bilddiagonale, die angesichts der durchweg auf 4 oder 4,3 Zoll setzenden Konkurrenz fast mickrig wirken, hat für scharfe Kritik gesorgt. Doch hat der eher kleine Evolutionsschritt auch sein Gutes: Das neue iPhone 4S wird preiswerter zu haben sein als irgendeine der bisherigen Versionen. Wurden bislang für neu eingeführte Modelle anfangs stets Preise ab 1.000 Euro verlangt, die sich nach einigen Wochen dann meist (je nach Speichergröße) bei 750 bis 900 Euro einpendelten, wird es das neue iPhone schon für Preise ab 629 Euro geben.
Und zwar im offiziellen Handel als Prepaid-Version. Denn das ist auch neu: Das ab 14. Oktober 2011 erhältliche Mobiltelefon wird nicht mehr nur an Verträge gebunden verkauft werden, sondern auch als Modell ohne jegliche Vertragsbindung. Zudem werden von Anfang an zumindest drei Netzbetreiber – T-Mobile, Vodafone und o2 – das Kult-Handy verkaufen. Das dürfte auch für einen gewissen Konkurrenzdruck sorgen, was die Preise mittelfristig weiter senken sollte. Im freien Internethandel dürfte das Handy schnell für Kosten um die 550 bis 600 Euro erhältlich sein. So preiswert waren frühere Versionen des Gerätes meist erst dann erhältlich, wenn sich bereits eine neue Version am Horizont ankündigte.
Interessant ist zudem, dass sowohl das iPhone 4 als auch das iPhone 3G S (mit 8 Gigabyte Speicher) weiterhin am Markt bleiben sollen. Das dürfte dem einen oder anderen iPhone-Liebhaber mit eher kleinem Geldbeutel schnell attraktive Möglichkeiten eröffnen. Denn die Preise dieser Geräte werden sicherlich bald an den niedrigeren Einstiegspreis des iPhone 4S angepasst werden.
Apple iPhone 4 S
Billig-iPhone kommt parallel zum iPhone 5
Das „Low-End-Gerät“ werde zurzeit in „großer Stückzahl“ produziert und solle zum Verkaufsstart mit immerhin 10 Millionen Exemplaren zur Auslieferung bereitstehen. Die Ähnlichkeit zum bisherigen iPhone 4 sei dabei entsprechend der Bezeichnung sehr groß: Auch das neue Billig-iPhone werde mit einer Vorder- wie Rückseite aus Glas kommen. Der Name iPhone 4S stamme ursprünglich von einem Entwicklergerät, das angeblich an Spieleentwickler ausgegeben wurde und sich nur in einer Hinsicht vom jetzigen Gerät unterscheide: dem neuen A5-Prozessor.
Der besitzt eine neunfach höhere Grafikleistung als der A4-Chipsatz, der im derzeitigen iPhone 4 arbeitet und wird bislang nur im Apple iPad 2 eingesetzt. Sollte sich das bewahrheiten, wäre die Namensgebung durchaus plausibel: Auch das iPhone 3G S hatte sich nur leicht von seinem Vorgänger iPhone 3G unterschieden, wobei das Hauptaugenmerk beim neuen Prozessor lag. Das „S“ in der Bezeichnung wird daher gerne mit der Übersetzung „Speed“ für „Geschwindigkeit“ angegeben.
Interessant ist aber noch ein weiterer Faktor am neuen iPhone 4S: Wie areamobile.de weiter berichtet, soll es das neue Modell nicht wie bisher (zumindest offiziell) ausschließlich per Handy-Vertrag geben. Stattdessen werde es das neue Smartphone auch als Prepaid-Angebot im Handel geben. Damit würde nun auch endlich offiziell von der lästigen Vertragspflicht beim iPhone abgewichen. Zeit wäre es ja.














