Das Wichtigste auf einen Blick:
- Kopf und Schaft (Stiel) müssen fest miteinander verbunden sein
- Kopfform definiert Einsatzzweck (Spalten, Fällen, Entasten etc.)
- Einteilung durch Prüfzeichen des KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik) als Richtschnur beim Kauf
- Stielmaterial: Hickory besonders langlebig und biegsam
- Auf Esche als Stielmaterial besser verzichten (Waldsterben)
- Kunststoffstiele (aus Glasfaser, GfK oder Fiberglas) gewinnen zunehmend an Beliebtheit
Nach welchen Kriterien bewerten Testmagazine gute Äxte & Beile?
Äxte, Beile und Spalthämmer unterscheiden sich vor allem in der Länge ihres Stiels sowie in der Form der Klinge. (Bildquelle: amazon.de)
Ob nun Äxte, Beile oder Spalthämmer im Fokus stehen – die Tester legen besonders Wert darauf, dass diese Werkzeuge ihren Zweck zuverlässig erfüllen. In den Praxistests achten sie darauf, dass die Werkzeuge gut in der Hand liegen und hinsichtlich Gewicht und Länge ausgewogen sind. Da die Holzbearbeitung ein gewisses Unfallrisiko birgt, sind bestimmte Sicherheitsaspekte entscheidend. So müssen Kopf und Stiel fest verbunden sein. Besonders stabile Verbindungen findet man beispielsweise bei Modellen von Fiskars, Freund (Victoria) und Gardena. Hier sind Stahlkopf und GfK-Stiel sehr fest verbunden. Auch bei Holzstielen sorgen Metallkeile, Ringe oder Manschetten für sicheren Halt, wie etwa bei den Produkten von Ochsenkopf. Der Stiel sollte zudem am Ende eine Verdickung besitzen oder leicht gebogen sein, damit er Ihnen beim Schwingen nicht aus der Hand rutscht. Eine Anti-Haft-Beschichtung kann zusätzlichen Grip bieten.
Eine hochwertige Verarbeitung, eine dichte Holzstruktur des Stiels sowie eine klare Kennzeichnung von Axt und Co. sind weitere Qualitätsindikatoren. Je weiter die Holzfasern auseinander stehen, desto schneller ist das Holz gewachsen und damit weniger stabil. Eine qualitätsvolle Axt weist gut sichtbare Kennzeichnungen auf: Herstellerangaben, Holzart des Stiels sowie Warnhinweise zur richtigen Handhabung sind wichtig. Prüfzeichen signalisieren geprüfte Sicherheit und Qualität. Das KWF (Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik) vergibt seit 2010 drei abgestufte Prüfzeichen: KWF-Profi für Arbeitsmittel, die alle Anforderungen professioneller Waldarbeit erfüllen und einen einjährigen Praxistest bestanden haben; KWF-Standard für Produkte mit vollständiger Sicherheitsprüfung, die sich an Gelegenheitsnutzer richten; und KWF-Test für Produkte, bei denen einzelne Merkmale gezielt geprüft wurden. Ergänzend vergeben die Versuchs- und Prüfanstalt Remscheid das VPA GS-Zeichen sowie das KWF das traditionelle Qualitätszeichen Dreipilz für hochwertige Handwerkzeuge in der Forstwirtschaft. Alle in der EU verkauften Äxte müssen zudem das CE-Kennzeichen tragen, das die Konformität mit europäischen Sicherheitsrichtlinien bestätigt. Diese Angaben sollten eingebrannt oder dauerhaft aufgedruckt sein, sodass sie im Gebrauch nicht verblassen oder abgehen.
Welches Stielmaterial ist empfehlenswerter?
Die Entscheidung für ein Stielmaterial hängt vom persönlichen Geschmack ab. Vor dem Kauf von Beil oder Axt empfiehlt es sich, das Werkzeug selbst in die Hand zu nehmen und die Handhabung zu testen. Holzstiele sind traditionell sehr beliebt; daneben gibt es Stiele aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder Stahl. Letztere sind meist einteilig mit dem Axtkopf gegossen, was ihnen große Stabilität und Formbeständigkeit verleiht.Bei Holzstielen sind nur zwei Holzarten wirklich geeignet und entsprechen den aktuellen Sicherheitsstandards: Hickory und Esche. Das nordamerikanische Walnussgewächs Hickory zeichnet sich durch Biegsamkeit, gute Schwingungsdämpfung und hohe Langlebigkeit aus und gilt als erste Wahl. Esche ist eine einheimische Baumart mit ebenso gutem Bruchverhalten und Flexibilität, jedoch wesentlich günstiger als Hickory. Im Falle eines Stielbruchs zerfällt das Holz aufgrund seiner kurzen Fasern in zwei Teile. Hickory hingegen besitzt lange Fasern, sodass der Stiel bei einem Bruch zusammenhält und nicht in Stücke zerfällt – dadurch fällt auch der Axtkopf nicht herunter. Holzstiele können zudem mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung versehen sein, die das Handling und den Halt beim Schwung verbessert.
Wichtiger Hinweis zur Esche: Die Gemeinen Esche ist in Deutschland und ganz Europa seit Jahren durch das sogenannte Eschentriebsterben stark bedroht. Der aus Ostasien eingeschleppte Pilzerreger Hymenoscyphus fraxineus hat bereits einen erheblichen Teil der europäischen Eschenbestände befallen oder vernichtet. Infolgedessen ist Eschenholz als Rohmaterial für Werkzeugstiele zunehmend knapper und teurer geworden. Beim Kauf eines Eschenstiels sollten Sie auf eine lückenlose Herkunftsangabe achten und gegebenenfalls Hickory als langfristig zuverlässigere Alternative bevorzugen.
Kunststoffstiele (aus Glasfaser, GfK oder Fiberglas), die mit integrierter Rutschhemmung ausgestattet sind, gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Sie sind sehr langlebig, robust und oft leichter als Holzausführungen gleicher Länge. Die Verbindung zwischen Axtkopf und Stiel wird durch Vergießen hergestellt, wodurch eine nahezu unlösbare Verbindung entsteht, die hohe Sicherheitsstandards garantiert. Zudem sind die Axtköpfe oft antihaftbeschichtet, was das Lösen aus dem Holz erleichtert – im Gegensatz zu unbehandelten Klingen. Ein weiterer Vorteil von Kunststoffstielen: Sie sind witterungsbeständig, quellen nicht auf und sind weitgehend wartungsfrei, während Holzstiele regelmäßig mit Leinöl oder speziellem Holzpflegemittel behandelt werden sollten, um Rissen und Austrocknung vorzubeugen.
Die Gestaltung des Kopfes bestimmt, wofür die Axt am besten geeignet ist. (Bildquelle: blog.stihl.de)
Welches Modell eignet sich für welchen Einsatzzweck?
Die Form des Axtkopfs entscheidet maßgeblich über den Verwendungszweck. Zum Spalten ist ein schmaler, keilförmiger Kopf optimal, um gut ins Holz einzudringen und es aufzubrechen. Eine typische Axt zum Fällen und Entasten würde hier hängen bleiben, da ihr Kopf breiter und dünner gestaltet ist und die Schneide abgerundet ist. Solche Äxte können quer zur Holzfaser verwendet werden, im Gegensatz zu Spaltäxten oder Spalthämmern. Für einen universellen Gebrauch zeichnet sich der Axtkopf durch eine noch schmalere und dünnere Form aus. Damit sind einfachere Aufgaben wie Spalten, Fällen und Entasten möglich.Beil und Axt differenzieren sich vorrangig durch die Länge des Stiels. Äxte besitzen meist etwa die doppelte Stiellänge im Vergleich zu Beilen, was bei Schwung und Krafteinwirkung beim Spalten oder Fällen von Vorteil ist. Zudem werden sie mit beiden Händen geführt. Beile sind dagegen kompakter und leichter und werden einhandig bedient – ideal zum Anzündholzspalten oder Entasten.

























