Das Wichtigste auf einen Blick:
- Untergund und Anwendungsfall bestimmen den Lacktyp
- Unterscheidung zwischen wasserbasierte und lösungsmittelhaltige Lacke
- Lacke sind Sondermüll und müssen entsprechend entsorgt werden
- Einfache Anwendungen: 1-Komponenten-Lacke
- Höhere Anforderungen: 2-Komponenten-Lacke
- Markt durch Qualitätssiegel geregelt, u.a. Bauer Engel oder für Kinderspielzeug
Lacke verschließen und verschönern Möbel im Innen- wie Außenbereich. (Bildquelle: alpina-farben.de)
Die Wahl des passenden Lacks hängt von verschiedenen Faktoren ab: Anwendungszweck, Verarbeitungsart, Trockenzeit und Untergrund spielen eine Rolle. Ebenso wichtig sind Kennzeichnungen wie wasserbasiert, frei von Lösungsmitteln und Konservierungsmitteln oder ein Umweltzeichen wie „Der Blaue Engel". Wasserbasierte Lacke dominieren heute mit einem Marktanteil von rund zwei Dritteln den deutschen Heimwerkermarkt – ein Trend, der durch schärfere VOC-Grenzwerte und wachsendes Umweltbewusstsein weiter zunimmt.
Wasserbasierte oder lösungsmittelhaltige Lacke?
Kunstharzlacke, auch Alkydharzlacke genannt, zählen zu den lösungsmittelbasierten Lacken und lassen sich mit Terpentinersatz sowie Nitro- oder Universalverdünner verdünnen. Diese Mittel eignen sich auch zur Reinigung der Pinsel. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Risiken und des hohen Gehalts an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sollten sie ausschließlich im Freien oder in gut belüfteten Räumen verwendet werden. In Kinderzimmern und Innenräumen mit schlechter Belüftung sind lösungsmittelhaltige Lacke nicht empfehlenswert.
Acryllacke dagegen sind mit Wasser verdünnbar und besitzen einen deutlich reduzierten Schadstoffgehalt. Häufig sind sie mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet. Moderne wasserbasierte Systeme haben in Bezug auf Härte und Strapazierfähigkeit gegenüber lösungsmittelhaltigen Lacken stark aufgeholt und sind für den überwiegenden Teil der Heimwerkeranwendungen gleichwertig oder überlegen.
Egal, welcher Lack Ihr Favorit ist – eine gründliche Vorbereitung des Untergrundes ist entscheidend für ein überzeugendes Ergebnis. Je nach Material gibt es passende Grundierungen. Alternativ können Sie Kombiprodukte einsetzen, die Grundierung und Lack vereinen – das ist zeitsparend und praktisch. Um Farbabweichungen oder unerwünschte Effekte zu vermeiden, sollten Sie stets „im System" bleiben: Kunstharz-Grundierungen gehören unter Kunstharz-Decklacke, wasserbasierte Grundierungen unter wasserbasierte Lacke.
Hinweis zu Temperaturen und Luftfeuchtigkeit: Wasserbasierte Lacke sollten nicht bei Temperaturen unter 10 °C oder über 30 °C sowie bei einer Luftfeuchtigkeit über 80 Prozent verarbeitet werden, da dies Trocknung und Haftung negativ beeinflusst. Bei extremen Außenbedingungen können lösungsmittelhaltige Systeme in bestimmten Situationen noch einen Anwendungsvorteil bieten.
Farbreste sollten Sie, egal ob getrocknet oder flüssig, unbedingt auf Recyclinghöfen entsorgen. Flüssige Lacke gelten als Sondermüll und bedürfen spezieller Behandlung – auch wasserbasierte. Eingetrocknete, schadstoffarme Reste auf Wasserbasis können nach den Vorgaben vieler Gemeinden über den Hausmüll entsorgt werden; prüfen Sie dies jedoch vorab bei Ihrer lokalen Entsorgungsstelle, da die Regelungen je nach Landkreis variieren.
1-Komponenten-Lacke: ideal für einfache Anwendungen
Wenn Sie Lacke für den Haus- und Gartenbereich suchen, sind Sie meist bei sogenannten 1-Komponenten-Lacken fündig. Dazu gehören auch die bereits erwähnten Kunstharz- und Acryllacke. Diese trocknen durch Verdunstung der Lösungsmittel bzw. des Wassers und sind innerhalb weniger Stunden grifffest. Die volle Belastbarkeit erreicht der Lack jedoch erst nach Tagen bis Wochen. Für gewöhnliche Anwendungen sind 1K-Lacke gut geeignet, da sie sich leicht verarbeiten lassen. Besonders hochwertige Kunstharzlacke besitzen eine lange Haltbarkeit im Außenbereich. Zudem können Sie gut verschlossene, angebrochene Dosen später noch verwenden.
2-Komponenten-Lacke: für höhere Anforderungen
Für besonders strapazierfähige Oberflächen sind 2-Komponenten-Lacke die bessere Wahl. Hier wird der Lack mit einem Härter angemischt. Die so entstehende Mischung bleibt einige Stunden verarbeitbar („Topfzeit"), bevor sie schnell aushärtet. Deshalb sollte nur die benötigte Menge angemischt werden. 2K-Lacke überzeugen durch ihre hervorragende Kratzfestigkeit und Widerstandskraft. Dank chemischer Reaktionen haften sie deutlich fester als 1K-Lacke auf dem Untergrund. Zudem sind sie beständig gegenüber Lösungsmitteln und vielen weiteren Chemikalien. Diese Eigenschaften machen sie zum Favoriten der Profis. Beispielsweise werden Schiffe, Windräder, Masten und Ölbohrplattformen mit 2-Komponenten-Lacken geschützt – ein klarer Hinweis auf ihre Qualität. Falls Bootslacke im Baumarkt erhältlich sind, finden Sie meistens 2K-Varianten dort. Auch hier gilt: Auf die Kompatibilität der Schichten achten. Ein 2K-Decklack passt nur auf eine 2K-Grundierung, während eine 1K-Grundierung hochziehen kann. Umgekehrt hält ein 1K-Lack auf einer 2K-Grundierung problemlos. Für spezielle Einsätze sind zudem Speziallacke sinnvoll. So sind herkömmliche Farben für Grills, Ofenrohre oder Abgasanlagen meist nicht hitzebeständig genug, während Silikonharzlacke Temperaturen bis etwa 400 Grad widerstehen.
Weitere Lackarten im Überblick
Sprühlacke sind perfekt für Deko- und Bastelarbeiten. (Bildquelle: edding.com)
Die verschiedenen Bezeichnungen für Lacke beziehen sich oft auf den Anwendungsbereich oder die Farbe, nicht unbedingt auf den Lösemittelgehalt.
Klarlack: Ein farbloser Lack, der die Oberfläche schützt und gleichzeitig die Holzmaserung und Farben sichtbar lässt oder sogar hervorhebt. Er eignet sich auch als Abschlussbeschichtung über farbigen Anstrichen, um diese robuster zu machen.
Buntlack: Mit Farbpartikeln angereicherte Lacke, die die Oberfläche vollständig einfärben, sodass Struktur und Ursprungston nicht mehr sichtbar sind.
Lack-Lasur: Ein Kombiprodukt mit Eigenschaften einer Lasur, das z. B. die Holzstruktur durchscheinen lässt, jedoch farblich getönt wird (mehr zu Holzlasuren).
Weißlack: Typischerweise für Türen und Fenster verwendeter Lack, der meist eine Kombination aus Grundierung und Lack darstellt. Wie der Name andeutet, ist er weiß eingefärbt.
Sprühlack: Diese Lacke lassen sich sehr einfach auftragen und sind ideal für kleine oder schwer mit dem Pinsel erreichbare Stellen. Die Anwendung sollte nur in gut belüfteten Bereichen oder im Freien erfolgen und der Arbeitsbereich mit Folien abgedeckt werden.
Hybridlack: Eine weiterentwickelte Form wasserverdünnbarer Lacke, die Bindemittel auf Acrylat- und Polyurethanbasis kombiniert. Hybridlacke bieten bessere Verarbeitungseigenschaften, verlaufen gleichmäßiger und erzeugen ein schöneres Streichbild. Sie sind robuster als einfache Wasserlacke, gleichzeitig deutlich emissionsärmer als lösungsmittelhaltige Produkte. Hybridlacke haben sich am Markt etabliert und verdrängen in vielen Anwendungsbereichen – vor allem im Innenbereich und bei Möbeln – zunehmend die klassischen Kunstharzlacke. Für Außenanwendungen unter extremen Witterungsbedingungen können konventionelle lösungsmittelhaltige Systeme in bestimmten Fällen noch einen Vorteil bieten.
Gängige Qualitätssiegel bei Lacken
Auf Lackdosen finden sich diverse Siegel, die die Qualität und Umweltverträglichkeit belegen. Die wichtigsten sind der Blaue Engel und die Kennzeichnung „für Kinderspielzeug geeignet". Das ECARF-Siegel für Allergikerfreundlichkeit ist hingegen eher selten.
| Der Blaue Engel (DE-UZ 12a) |
|
| Für Kinderspielzeug geeignet (EN 71-3 und DIN 53160) |
|
| ECARF |
|
Gartenlaube und Zäune richtig ausbessern
Wie Sie Holzflächen bei der Renovierung richtig vorbereiten und Ihre in die Jahre gekommene Gartenlaube auffrischen können, erläutert der Artikel zum Thema „Holz ölen" Schritt für Schritt.
Auch andere Elemente wie Hochbeete benötigen einen wirksamen Holzschutz, um langlebig zu bleiben. Welche Möglichkeiten zur Gestaltung von Hochbeeten es gibt, erfahren Sie in unserem separaten Beitrag: „Hochbeete selber bauen – Für Garten und Balkon".

