Das Wichtigste auf einen Blick:
- Tests zeigen: Meist ist Naturkosmetik die bessere Wahl
- Problemstoff Lilial seit März 2022 EU-weit verboten
- im Winter intensivere Pflege als im Sommer notwendig
- gegen Verpackungsmüll: nachhaltige Handcremes im Vormarsch
- Stiftung Warentest: Auch Allzweckcremes können Hände pflegen
- gegen Pigmentflecken oft wirkungslos
Handcremes im Vergleich: Welche überzeugen wirklich und worauf achten die Tests?
Auf den ersten Blick scheinen die Ansprüche an eine ideale Handcreme widersprüchlich: Ein Produkt, das die Hände reichhaltig mit Feuchtigkeit versorgt, die Haut dauerhaft vor Trockenheit bewahrt und dabei keine klebrigen Rückstände hinterlässt, wirkt schwer realisierbar – besonders in niedrigeren Preiskategorien.Tests belegen jedoch das Gegenteil. Hochwertige Handcremes sind sowohl im Preisbereich um 20 Euro als auch für deutlich weniger erhältlich. In beiden Preissegmenten finden sich Produkte, die geschickt den Spagat meistern und dabei ein angenehmes Hautgefühl mit überzeugenden Pflege- und Applikationseigenschaften verbinden. Optimalerweise zeichnet sich die Top-Handcreme in Testübersichten durch Pflegewirkung, ein glattes, geschmeidiges Hautgefühl sowie eine einfache Entnahme und Verteilbarkeit aus.
Zu den Favoriten zählen zudem Cremes, die rasch einziehen und auf der Haut nicht kleben. In den aktuellen Tests von Öko-Test (Ausgabe 01/2025, 50 Produkte) und Stiftung Warentest (Ausgabe 02/2025, 17 Produkte) schnitten Drogerie-Eigenmarken besonders gut ab. Testsieger bei der Stiftung Warentest wurde die günstige Balea Handcreme von dm mit der Note gut, bei Öko-Test überzeugten unter anderem Alterra und Alverde mit sehr gut.
Entscheidend ist nicht nur die Pflegewirkung, sondern auch das Fehlen bedenklicher Inhaltsstoffe. Testsieger heben sich oft dadurch hervor, dass sie frei von problematischen Konservierungsstoffen wie Parabenen oder Formaldehyd-Abspaltern sind und ihre Zutaten transparent offenlegen. Darüber hinaus wird auch ein kritisches Auge auf vermeintlich harmlose Duftstoffe wie Limonen, Geraniol oder Citronellol geworfen, die in bestimmten Mengen Allergien hervorrufen können.
Testberichte belegen: Der bedenkliche Duftstoff Lilial ist seit dem EU-weiten Verbot ab März 2022 aus allen Kosmetikprodukten verschwunden. (Bildquelle: amazon.de)
Lilial in Handcremes: Wohlriechend, aber verboten
Lilial ist ein synthetisch hergestellter Duftstoff, der in der Vergangenheit in zahlreichen Kosmetikprodukten sowie in Haushaltsreinigern und Waschmitteln Verwendung fand. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass Lilial die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen, das Erbgut schädigen und Allergien hervorrufen kann. Aus diesem Grund ist der Vertrieb von Kosmetika mit Lilial seit dem 1. März 2022 EU-weit verboten, sodass Lilial in heute erhältlichen Produkten nicht mehr vorkommen darf. Sensible Personen sind jedoch nicht zwangsläufig durch Naturkosmetik geschützt, da viele Bio-Produkte Duftstoffe wie Geraniol, Citral oder Citronellol enthalten, die ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen können. Einen detaillierten Überblick finden Sie hier.
Unterschiedliche Texturen: Welche Handpflege passt zu welchem Hauttyp?
Handcremes sind in verschiedenen Konsistenzen erhältlich. Viele Hersteller verzichten darauf, ihre Produkte speziell auf diverse Hauttypen auszurichten, um eine möglichst breite Käuferschicht anzusprechen. Deshalb werden Cremes meist nur in die Kategorien trockene und fettige Haut eingeteilt. Die Werbeaussagen konzentrieren sich meist auf Feuchtigkeitszufuhr und Hautregeneration, unabhängig davon, ob es sich um Creme, Lotion oder Balsam handelt. Im Sommer sind hingegen leichte Cremes oder Fluids von Vorteil, die dünn aufgetragen rasch einziehen und kein unangenehmes Hautgefühl hinterlassen. Aktuelle Tests berücksichtigen auch feste Handcremes, die aus reinen Fetten und Ölen bestehen, besonders reichhaltig sind und ohne Wasseranteil auskommen.Handcremes für trockene Winterhände: Intensiv pflegend und rückfettend
In der kalten Jahreszeit, wenn eisige Temperaturen und trockene Heizungsluft der Haut zusetzen, ist eine reichhaltigere Pflege gefragt. Bei spröden oder rissigen Händen bieten sich rückfettende Cremes mit pflegenden Zusatzstoffen oder hochwertigen Ölen besonders an. Inhaltsstoffe wie Glycerin, Harnstoff (Urea) und Hyaluronsäure binden Feuchtigkeit in der Haut, während pflanzliche Öle wie Mandel- oder Avocadoöl sowie Panthenol und Vitamin E die Hautbarriere stärken und die Regeneration fördern. Konzentrate sind in der Regel sehr ergiebig und sollten nur sparsam, tropfenweise angewendet werden, um eine langanhaltende Pflege zu gewährleisten.
Neutrogena empfiehlt, die konzentrierte Handcreme nur in kleinen Mengen aufzutragen. Im Test gelang das Einziehen allerdings nur befriedigend. Wer damit leben kann, erhält eine insgesamt gute Creme mit soliden Pflegeeigenschaften und ohne problematische Duftstoffe. (Bildquelle: amazon.de)
Handbalsam eignet sich besonders für intensive Pflegebedürfnisse – etwa bei Personen, die viel in Haus, Garten oder Pflegeberufen tätig sind oder oft in Kontakt mit hautreizenden Substanzen kommen. Aufgrund seines hohen Lipidgehalts und spezieller Inhaltsstoffe zur Wundheilung bietet Handbalsam eine besonders reichhaltige Versorgung. Hersteller wie Bepanthol versprechen damit eine Unterstützung der Hautbarriere, die durch häufiges Händewaschen, Kälte, Trockenheit oder hormonelle Einflüsse geschwächt sein kann.
Der optimale Zeitpunkt zum Eincremen ist unmittelbar nach dem Händewaschen: Ist die obere Hautschicht noch feucht, kann sie die Pflege besonders gut aufnehmen. (Öko-Test, Dezember 2021)
Was leisten Naturkosmetik-Handcremes?
Handcremes aus dem Bereich Naturkosmetik zählen meist nicht zu den günstigen Pflegeprodukten. Bedeutet das, dass schmale Budgets darauf verzichten müssen? Die Tests geben Aufschluss: Wenn Sie genau wissen, wie viel Sie ausgeben wollen, sind Sie mit Drogeriemarken wie alverde von dm oder Alterra von Rossmann gut beraten. Beide Marken erreichten im aktuellen Öko-Test 2025 die Bestnote sehr gut und sind bereits für wenige Euro erhältlich.
Ein Favorit mit kaum Schwächen: Die Testsieger-Handcreme Alterra mit Bio-Granatapfel und Sheabutter überzeugt durch sehr gute Inhaltsstoffe. Allerdings enthält sie Duftstoffe wie Geraniol und Citronellol, weshalb Allergiker vorsichtig sein sollten. (Bildquelle: amazon.de)
Aktuelle Tests zeigen: In zertifizierten Naturkosmetikprodukten finden sich keine bedenklichen Konservierungsstoffe, keine Mineralölrückstände (MOAH) und kein synthetisches Mikroplastik. Konventionelle Produkte holen jedoch auf. Im Öko-Test 2025 schnitten von 50 getesteten Handcremes insgesamt 42 Produkte mit sehr gut oder gut ab – darunter auch zahlreiche konventionelle Cremes. Problematisch waren vor allem vereinzelte Produkte mit erhöhten Propylparaben-Werten, Formaldehyd-Abspaltern sowie aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), die als potenziell krebserregend gelten.
Öko-Handcremes: Höherer Preis – aber tatsächlich besser als konventionelle Produkte?
Die Nachfrage nach ökologischen Handcremes hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Neben Bedenken hinsichtlich klassischer Problemstoffe wie Parabenen und MOAH rückt seit 2023 ein weiteres Thema verstärkt in den Fokus: synthetische Polymere und Mikroplastik. Die EU hat mit der Verordnung (EU) 2023/2055 ab Oktober 2023 feste Mikroplastikpartikel in Kosmetik verboten. Wichtig zu wissen: Lösliche Kunststoffe wie bestimmte PEG-Verbindungen, Carbomere oder Silikone fallen nicht unter dieses Verbot und können nach wie vor in Produkten enthalten sein, die als mikroplastikfrei beworben werden. Im Öko-Test 2025 wurden in fast einem Drittel der getesteten Handcremes Kunststoffverbindungen nachgewiesen. Ein kritischer Blick auf die INCI-Liste lohnt sich daher – Apps wie CodeCheck oder ToxFox des BUND helfen dabei, problematische Stoffe schnell zu identifizieren.Allerdings zeigen Tests insbesondere in einem Bereich klare Resultate: Teurere Handcremes sind nicht zwangsläufig besser, günstige nicht automatisch von minderer Qualität. Selbst zu niedrigsten Preisen können konventionelle Produkte das Niveau der Öko-Handcremes oft gut erreichen. Zudem tragen einfache Schutzmaßnahmen wie warme Hände, sanfte Seifen und das Tragen von Haushaltshandschuhen beim Putzen wesentlich dazu bei, die Haut zu schützen, ohne viel Geld auszugeben.
Auch die beliebte Marke Jean & Len engagiert sich stark bei der Frei-von-Kosmetik-Bewegung. Die sehr geile Handcreme ohne Gedöns erzielt im Test ein sehr gutes Resultat bei den Inhaltsstoffen – und das ganz ohne Naturkosmetik-Siegel. (Bildquelle: amazon.de)
Nachhaltigkeit: Verpackung, Recycling und umweltkritische Inhaltsstoffe
Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im Bereich Handpflege weiter an Bedeutung. Testmagazine bewerten inzwischen sowohl die Verpackung als auch umweltkritische Inhaltsstoffe. Öko-Test prüft, ob Hersteller recycelte Kunststoffe für Tuben verwenden, ob Umkartons ohne Schutzfunktion vermieden werden und ob die Verpackung grundsätzlich recyclebar ist. Stiftung Warentest vergab in der Ausgabe 02/2025 Punktabzüge für Produkte mit synthetischen Polymeren und Weichmachern, die schwer biologisch abbaubar sind und über das Händewaschen in die Umwelt gelangen. Wer besonders nachhaltig handeln möchte, greift zu Produkten in Glasverpackung oder Refill-Formaten, die zunehmend von Naturkosmetikmarken angeboten werden. Positiv fällt zum Beispiel die Marke Share auf, die in Öko-Tests mit einer sehr guten Handcreme mit Limette & Koriander punktet und auf eine plastikreduzierte Verpackungslösung setzt.Anti-Aging-Handcremes: Was hält das Versprechen wirklich?
Spezielle Handcremes für reifere Haut versprechen, die Hände mit Fett und Feuchtigkeit zu versorgen sowie Altersflecken zum Verblassen oder Verschwinden zu bringen. Diese Versprechen sind meist mit höheren Preisen verbunden als bei herkömmlichen Handcremes. Doch die Realität sieht oft anders aus: Immer wieder zeigen Tests, dass kaum eines dieser Produkte das hält, was die Hersteller versprechen. So stellte die Stiftung Warentest in einem Test spezieller Handcremes gegen Altersflecken fest: Keines der Produkte konnte wirklich Abhilfe gegen die Zeichen der Zeit schaffen.
Plastikreduziert verpackt: Share setzt bei seiner sehr guten Handcreme mit Limette & Koriander auf eine Verpackung, die weniger Plastikmüll verursacht. (Bildquelle: amazon.de)
Keine Creme konnte im Test sichtbare Verjüngung der Hände erreichen
Gegen bestehende Altersflecken sind alle bislang getesteten Cremes machtlos. Gegen zukünftige Altersflecken können Handcremes jedoch vorbeugend wirken – vorausgesetzt, sie sind mit einem adäquaten Sonnenschutzfaktor ausgestattet. Die meisten Testprodukte boten diesen jedoch nicht. Im entscheidenden Kriterium Reduzierung von Pigmentflecken fielen die meisten daher durch. Die gute Nachricht lautet: Trotz fehlender Anti-Aging-Wirkung versorgten fast alle Cremes die Hände sehr gut mit Feuchtigkeit. Rissige und gerötete Hautpartien wurden dadurch spürbar weich und geschmeidig.Fazit: Je höher der Lichtschutzfaktor, desto besser schützen die Cremes vor UV-Strahlung, die maßgeblich die Hautalterung verursacht. – Stiftung Warentest zu Handcremes gegen Altersflecken
Übrigens: Gute Sonnencremes sind auch für die Hände geeignet
Um Altersflecken vorzubeugen, empfiehlt es sich, bereits in jungen Jahren Handcremes mit einem möglichst hohen Lichtschutzfaktor zu verwenden. Altersflecken entstehen vorwiegend durch Melanin, einen natürlichen Bräunungsstoff, der die Haut vor UV-Strahlen schützt. Allerdings garantiert der aufgedruckte LSF nicht immer auch den tatsächlichen Schutz. Beispielsweise fanden Tester beim Handbalsam UV 10 Anti-Aging von Louis Widmer statt des versprochenen LSF 10 nur einen Wert von 7. Der allgemeine Rat lautet daher, dass eine qualitativ hochwertige Sonnencreme auch für die Hände zu empfehlen ist. Die besten Sonnencremes aus Testreihen finden Sie hier.Auswahl empfehlenswerter Handcremes mit UV-Schutz
| Unser Fazit | Stärken | Schwächen | Bewertung | Angebote | |
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