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Schwächen
Günstiger Anschaffungspreis, aber hohe Folgekosten – Drucker unter 100 Euro sind für Gelegenheitsdruckerinnen und Gelegenheitsdrucker oft eine sinnvolle Wahl, für alle anderen aber eine Kostenfalle. Was diese Geräte leisten, wo ihre Grenzen liegen und wann ein Tinten-Abo die bessere Lösung ist: ein Überblick.
Was zeichnet Drucker unter 100 Euro aus?
Das Geschäftsmodell der Druckerhersteller ist seit Jahrzehnten dasselbe: Die Geräte selbst werden günstig – teils unter Herstellkosten – verkauft, der eigentliche Gewinn entsteht beim Verbrauchsmaterial. Tintentank-Drucker und Laserdrucker haben dieses Prinzip in den mittleren und oberen Preisklassen zwar etwas aufgebrochen – im Einstiegssegment gilt es aber weiterhin uneingeschränkt.Günstige Drucker setzen überwiegend auf klassische Tintenpatronen mit geringer Füllmenge. Einzelfarbpatronen haben sich gegenüber den früher verbreiteten unwirtschaftlichen Kombi-Kartuschen durchgesetzt – ein Fortschritt. Dennoch entstehen durch kleine Füllmengen relativ hohe Kosten pro Seite. Wer selten druckt, wird das kaum merken; wer regelmäßig druckt, zahlt auf Dauer deutlich mehr als mit einem Drucker der mittleren Preisklasse.
Der HP DeskJet 3760 zählt zu den meistgekauften Druckern in der Einstiegsklasse – kompakt, günstig und mit WLAN ausgestattet. (Bildquelle: amazon.de)
Die Ausstattung günstiger Drucker ist inzwischen erfreulich solide: WLAN, Scan- und Kopierfunktion sowie eine akzeptable Druckpräzision sind auch unter 100 Euro Standard. Typische Einschränkungen sind dagegen die langsame Druckgeschwindigkeit und das fehlende automatische Duplexdrucken. Wer beidseitig drucken möchte, muss das Papier manuell wenden – das kostet Zeit und ist auf Dauer lästig.
Eintrocknen vermeiden
Tintenpatronen können bei längerer Nichtbenutzung eintrocknen. Drucker lösen dieses Problem mit automatischen Druckkopfreinigungen, die allerdings Tinte verbrauchen und damit die ohnehin kleinen Patronen weiter belasten. Wer seinen Tintenstrahldrucker selten nutzt, sollte regelmäßig – mindestens einmal pro Woche – eine kurze Testseite drucken, um die Düsen freizuhalten.Lohnen sich Tinten-Abonnements?
Für die vergleichsweise hohen Seitenkosten bei Einstiegsdruckern haben Hersteller wie HP, Epson, Brother und Canon eine eigene Antwort entwickelt: seitenbasierte Tinten-Abonnements. Das Prinzip ist bei allen vier Anbietern gleich: Man zahlt eine monatliche Pauschale für ein festgelegtes Seitenkontingent. Geht die Tinte zur Neige, schickt der Hersteller automatisch neue Patronen per Post – die leeren Patronen werden zurückgesandt.Die bekanntesten Dienste sind HP Instant Ink, Epson ReadyPrint, Brother EcoPro und Canon Pixma Print Plan. Tarife beginnen ab wenigen Euro monatlich für rund 15 bis 50 Seiten. Bei einem durchschnittlichen Abo für 50 Seiten pro Monat zahlt man typischerweise rund 8 Cent pro Seite – deutlich weniger als mit Original-Patronen ohne Abo.
Für wen lohnen sich Tinten-Abos? Vor allem für Nutzerinnen und Nutzer mit gleichmäßigem, mittlerem Druckaufkommen. Wer selten und unregelmäßig druckt, zahlt die monatliche Pauschale auch in Monaten ohne einen einzigen Ausdruck. Bei sehr hohem Druckvolumen ist ein Tintentankdrucker oft günstiger. Wichtig zu wissen:
- Der Drucker muss dauerhaft mit dem Internet verbunden sein, damit der Hersteller den Patronenfüllstand überwachen kann.
- Die Patronen bleiben Eigentum des Herstellers. Nach einer Kündigung des Abos werden die Abo-Patronen im Drucker gesperrt – man muss danach auf andere Patronen wechseln.
- HP sperrt Drucker mit aktivierter HP+-Funktion außerdem für Fremdpatronen dauerhaft, auch ohne Abo. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass HP diese Praxis als Sicherheitsfunktion bewirbt und empfiehlt, vor dem Kauf zu prüfen, ob der gewünschte Drucker auch ohne Abo mit Fremdpatronen funktioniert.
Epsons Tinten-Abo ReadyPrint liefert automatisch neue Patronen – das lohnt sich vor allem bei gleichmäßigem Druckaufkommen. (Bildquelle: epson.com)
Wie schneiden Drucker unter 100 Euro in Tests ab?
Stiftung Warentest und Fachmagazine wie c't und PC-Welt testen das untere Preissegment seltener als die mittlere und obere Klasse – Hersteller stellen Redaktionen bevorzugt höherwertige Modelle zur Verfügung. Wenn günstige Drucker aber in Tests landen, ist das Ergebnis erwartungsgemäß: solide, aber nicht überzeugend. Stiftung Warentest bewertet Drucker in diesem Preissegment typischerweise mit befriedigend bis ausreichend – die Druckqualität für Texte ist akzeptabel, bei Fotos und Farbdrucken zeigen sich die Grenzen der Klasse.Was Tests nicht abbilden können, ist die Langlebigkeit. Hier lohnt ein Blick auf Kundenstimmen in Online-Shops: Käuferinnen und Käufer berichten in Rezensionen auffällig häufig von frühen Defekten, insbesondere nach einem oder zwei Jahren Betrieb. Nur wenige Modelle erreichen dauerhaft 4 von 5 Sternen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Verarbeitungsqualität bei Einstiegsdruckern stärker variiert als der Kaufpreis vermuten lässt. Wer auf Langlebigkeit angewiesen ist, sollte gezielt nach Modellen suchen, bei denen der Resttintenbehälter vom Nutzer selbst austauschbar ist – das verlängert die nutzbare Lebensdauer deutlich.
Fazit: Für wen eignen sich Drucker unter 100 Euro?
Drucker unter 100 Euro sind sinnvoll für Gelegenheitsdruckerinnen und Gelegenheitsdrucker, die selten und wenig drucken und vor allem einfache Textdokumente, Formulare oder gelegentliche Fotos zu Papier bringen möchten. Wer regelmäßig druckt, sollte die Folgekosten einkalkulieren – oder direkt in einen Tintentankdrucker oder einen sparsamen Laserdrucker investieren, die auf mittlere Sicht günstiger im Unterhalt sind. Ein Tinten-Abo kann für Nutzer mit konstantem Seitenaufkommen die Kosten planbar senken, bindet aber an den Hersteller und den Internetanschluss des Druckers.Aktuelle Testergebnisse und Kaufempfehlungen für Drucker unter 100 Euro finden Sie auf Testberichte.de.


























