Das Wichtigste auf einen Blick:
- Werden regelmäßig getestet
- Mineralöl (MOSH/MOAH) seit Jahren ein zentrales Testkriterium - das größte und hartnäckigste Problem bei Olivenöl
- Verpackung: am besten lichtundurchlässige oder dunkelgrüne Glasflaschen
- Qualität stark erntejahrsabhängig
Nach welchen Kriterien bewerten Experten Olivenöle?
Olivenöle werden vor allem von der Stiftung Warentest und Öko-Test regelmäßig überprüft und in Tests aufgenommen. Die Bewertungsmaßstäbe sind dabei sehr ähnlich: Der wichtigste Abschnitt des Tests ist die sogenannte sensorische Prüfung. Dabei handelt es sich um einen Geruchs- und Geschmackstest, der von einem zertifizierten Expertenkreis (einem amtlich anerkannten Panel) gemäß der EU-Olivenölverordnung durchgeführt wird. Ein gutes Öl zeichnet sich durch einen klar erkennbaren fruchtigen Geschmack aus, begleitet von einer leichten Bitterkeit und einer angenehmen Schärfe im Abgang. Feine Geschmacksnoten wie ein Hauch von Gras oder Mandeln können das Gesamturteil zusätzlich aufwerten. Wesentlich für den Geschmack ist der Reifegrad der Oliven. Nur grüne, junge bis mittelfrisch verfärbte Oliven, die leicht violett sind, verleihen das gewünschte Aroma. Ein Öl erhält automatisch eine schlechte Bewertung, wenn es aufgrund von Fehlern bei der Ernte oder Verarbeitung unangenehm gärig, ranzig oder schimmlig riecht.Die chemische Analyse überprüft die Qualitätsmerkmale der Öle. Dabei wird auf Schadstoffe wie Mineralölbestandteile, Pestizide, Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Besonders im Fokus stehen inzwischen zwei Gruppen von Mineralölkohlenwasserstoffen: MOSH (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe), die sich im Körper anreichern können, sowie MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe), von denen einige als möglicherweise krebserregend gelten. Aktuelle Tests zeigen, dass Mineralölrückstände das größte und hartnäckigste Problem bei Olivenöl sind – nahezu alle getesteten Produkte weisen zumindest Spuren auf; bei MOAH bestehen besonders strenge Anforderungen. Außerdem werden unerlaubte Wärmebehandlungen erkannt, die oft dazu dienen, geschmackliche Mängel zu verschleiern. Selbst der Erntezeitpunkt lässt sich anhand des chemischen Profils bestimmen – liegen Hinweise vor, dass die Oliven längere Zeit vor der Analyse geerntet wurden, führt dies zu Punktabzügen.
Stiftung Warentest bewertet zudem die Verpackung: Olivenöl ist lichtempfindlich und sollte in lichtundurchlässigen oder dunkelgrünen Glasflaschen abgefüllt sein. Auch die Handhabung – also ob sich die Flasche gut öffnen, dosieren und wieder dicht verschließen lässt – fließt in die Gesamtbewertung ein.
Qualitätsschwankungen durch Klimaeinflüsse und Preisentwicklung
Die Qualität von Olivenöl schwankt von Jahrgang zu Jahrgang erheblich. Hitze und Trockenheit im Mittelmeerraum – besonders in Spanien, dem weltweit größten Produzenten – haben in den letzten Jahren zu deutlich schlechteren Ernten und zeitweise stark gestiegenen Preisen geführt. Die Ernte 2024/25 war wieder ertragreicher, was die Preise spürbar sinken ließ. Da die Qualität stark erntejahrsabhängig ist, empfiehlt es sich, beim Kauf auf aktuelle Testergebnisse zu achten. Öle mit Bio-Siegel schneiden in Tests häufig besser ab, da der ökologische Anbau keine synthetischen Pestizide zulässt und auch bei Mineralölrückständen oft günstiger abschneidet.Eignet sich Olivenöl auch zum Braten? Bei moderater Hitze ist es dafür geeignet. Weitere Informationen finden Sie hier.

























