Verschiedene Verfahren für unterschiedliche Anwendung
Will man metallene Werkstoffe dauerhaft miteinander verbinden, benötigt man in der Regel ein Schweißgerät. Der Industriearbeiter kennt mehr als zwanzig verschiedene Schweißverfahren. Der Handwerker und ambitionierte Hobby-Schweißer muss sich in der Regel zwischen drei hauptsächlichen Techniken entscheiden. Während dabei das autogene Schweißen nach und nach in den Hintergrund gerät, wird das Schutzgasschweißen immer attraktiver. Letztendlich entscheidet wie so oft das Werkstück zu welchem Schweißgerät man greifen muss.
Elektroden-Schweißgeräte
Besonders beliebt ist im Privatbereich das einfache Elektrodenschweißen. Die entsprechenden Geräte verzichten auf teures und zudem schwierig zu transportierendes Schutzgas, sind besonders kompakt gebaut und daher leicht einzusetzen. Zwischen der abschmelzenden Elektrode und dem Werkstück entsteht ein Lichtbogen, der durch seine Hitze den Werkstoff an der Schweißstelle aufschmilzt. Daher wird das Schweißen mit einem Elektrodenschweißgerät auch Lichtbogenschweißen genannt. Das Verfahren ist geeignet für Bleche ab 1,5 Millimeter. Die Elektroden-Schweißgeräte gibt es als schlichte Ausführungen bereits für 50 bis 70 EUR. Diese sind aber nur bedingt empfehlenswert, denn bei ihnen kommen meist nur Elektroden mit bis zu 2,5 Millimetern Dicke zum Einsatz. Das ist für einige Werkstoffverbindungen oder massive Werkstücke schlicht zu wenig. Außerdem müssen die Geräte dieses Kostensegmentes häufiger lange abkühlen und benötigen eine träge Sicherung. Außerdem sind die entstehenden Lichtimpulse beim Elektrodenschweißen intensiver, weshalb die Gefahr von Verblitzungen der Hornhaut größer ausfällt. Nicht zuletzt stört bei jedem dieser Geräte das beständige Austauschen der Elektroden und das Entfernen der Verbrennungsrückstände der Elektroden, was nicht selten den Arbeitsfluss abrupt unterbricht. Will man diese Nachteile umgehen, muss man für diese Schweißgeräte mehr investieren. Dann stellt sich aber die Frage, ob man sich nicht gleich für ein Schutzgas-Schweißgerät entscheiden sollte.
Schutzgas-Schweißgerät
Mit einem Schutzgas-Schweißgerät kann ausdauernder gearbeitet werden. Ein Elektrodenwechsel ist bei dieser Methode während des Arbeitens nicht mehr notwendig. Dafür allerdings muss eine Drahtspule eingelegt und eingefädelt werden, zusätzlich will das passende Schutzgas bereitgestellt sein. Hierfür benötigt man bei den MIG-, MAG- und WIG-Schweißgeräten entsprechende Druckgasflaschen. Das ist wenig komfortabel und nicht zuletzt deutlich teurer. Das wiederum entfällt bei den Fülldraht-Schweißgeräten, denn da muss kein zusätzliches Gas zugeführt werden, da es im Draht bereits enthalten ist. Das Metall-Inert-Gas-Schweißgerät (MIG) ist besonders gut zur Verarbeitung von Aluminium und Aluminiumlegierungen geeignet. Während das Metall-Aktiv-Gas-Schweißgerät (MAG) für Bau-, Kessel- und Rohr-Stahlschweißen verwendet wird. Mitunter gibt es Metallschutzgasschweißgeräte (MSG) die beide Verfahren anwenden und als MIG-/MAG-Schweißgeräte geführt werden. Ein Schweißen ohne Schweißspritzer und mit nur wenig gesundheitlicher Belastung durch Schweißrauch ist mit den Wolfram-Inert-Gas-Schweißgeräten (WIG) möglich. Sie werden im Handel mitunter auch unter TIG- oder GTAW-Schweißgeräte geführt. Schutzgas-Schweißgeräte findet man bereits für 150 bis 250 EUR.
Autogen-Schweißgerät
Zum Verbinden und Verformen von Werkstücken mit geringer Dicke mittels Schweißflamme, zum Beispiel in der Kunstschlosserei, werden Autogen-Schweißgeräte verwendet. Diese bestehen aus einem Schweißbrenner mit Gasflasche und sind auch als Gasschmelzschweiß-Gerät (G) bekannt. Das Metall wird mittels der Verbrennungsgase erhitzt. Das langsame Verfahren eignet sich sowohl zum Schweißen dünner Bleche und einiger Metalle als auch für Reparatur- und Auftragsschweißung, insbesondere im Heizungs-, Installations- und Rohrleitungsbau und ist daher nur bedingt für Do-It-Yourself-Anwendungen gedacht. Schweißbrenner bekommt man ab 30 EUR und ab 85 EUR stehen diese mit Gas als Autogen-Schweißanlage bereit. Wer mit diesem Verfahren arbeiten möchte, kann richtig tief in die Tasche greifen. High-End-Geräte über 1.000 EUR sind hier keine Seltenheit.

