Das Wichtigste auf einen Blick:
- Effektive Verbindung von Metallen
- Je nach Metallart und -dicke unterschiedliche Schweißverfahren nötig
- Für Heimwerker: MIG/MAG-Schweißgeräte sinnvoll
- E-Handschweißen ideal für unlegierte Stahlarbeiten
- Auf ausreichenden Arbeitsschutz achten
Schutzgasschweißen. Effizient und vielseitig einsetzbar. (Bildquelle: amazon.de)
Zum dauerhaften Verbinden von Metallteilen ist ein Schweißgerät unverzichtbar. In der Industrie sind über zwanzig Schweißverfahren bekannt, doch für Handwerker und ambitionierte Heimwerker stehen meist drei Hauptverfahren im Fokus.
Die klassische autogene Schweißtechnik verliert an Bedeutung, während die Schutzgasschweißverfahren wie MIG/MAG und WIG immer populärer werden. Das Elektrodenschweißen (E-Schweißen) genießt bei Heimwerkern ebenfalls große Verbreitung. Welche Methode die richtige ist, hängt maßgeblich vom Werkstoff und dem Werkstück ab.
E-Handschweißen, Lichtbogenschweißen, MMA – unterschiedliche Bezeichnungen für eine Technik
Im privaten Bereich erfreut sich besonders das einfache Elektrodenschweißen großer Beliebtheit. Der Vorteil liegt in der Beschränkung auf mechanische Komponenten ohne den Einsatz von teurem Schutzgas. Elektroden-Schweißgeräte sind kompakt konstruiert und leicht handhabbar. Beim Schweißen entsteht zwischen der abschmelzenden Elektrode und dem Werkstück ein Lichtbogen, dessen Hitze die Schweißstelle aufschmilzt – daher der Name Lichtbogenschweißen. Gleichzeitig produzieren entstehende Gase eine Schutzhülle für die Schweißnaht, die Oxidation verhindert. Nach dem Erstarren verbleibt eine Schlackeschicht, die man mit einem Schlackehammer entfernen sollte.Einfachere Geräte sind bereits für unter 100 Euro erhältlich, jedoch sind sie für Anwendungen mit Elektroden bis maximal 2,5 mm geeignet und verfügen meist über einen begrenzten Stromstärkenbereich. Ihre Anschaffung ist bei anspruchsvolleren Werkstücken oft nicht ausreichend. Außerdem müssen diese preiswerten Geräte häufig längere Abkühlphasen einlegen und verfügen über träge Sicherungen.
Zudem erfordern Elektrodenschweißgeräte den häufigen Austausch der Elektroden und die Entfernung der Schlacke, was den Arbeitsfluss unterbrechen kann. Wer sich diese Nachteile ersparen möchte, findet im höheren Preissegment leistungsfähigere Geräte wie Inverter-Schweißgeräte. Diese bieten eine bessere Wirkungsgradregelung, ermöglichen dynamischere Schweißprozesse und sind in der Regel komfortabler in der Bedienung.
| Vorteile | Nachteile |
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Schutzgasschweißgeräte: Für effizienteres Schweißen
Mit Schutzgasgeräten lässt sich länger und gleichmäßiger arbeiten, da kein Elektrodenwechsel notwendig ist. Die stetig konstante Elektrode wird in Form eines Schutzdrahtes motorbetrieben automatisch zugeführt und das Schutzgas strömt über die Düse punktgenau auf die Schweißstelle, wodurch Oxidation verhindert wird. Schutzgasflaschen sind üblicherweise pfandfinanziert und mit verschiedenen Schutzgasgemischen erhältlich. Das Schutzgas ist ungiftig und erzeugt kaum Rauch.Fülldraht-Schweißgeräte kommen ohne externe Gasflasche aus und sind wirtschaftlich durch im Draht integriertes Gas. Schutzgasgeräte sind in der Regel kostspieliger als einfache E-Handgeräte.
Metall-Inert-Gas (MIG)
- für Aluminium und Aluminiumlegierungen
- reine, inerte Gase wie Argon oder Helium
- Schutzgas schützt ohne in Schweißnahtbildung einzugreifen
- schnellere Schweißgeschwindigkeit dank automatischer Drahtzufuhr
- weniger präzise Nähte als beim WIG-Schweißen
- nur bei windstillen Bedingungen einsetzbar
- für Rohr-, Bau- und Kesselstahl
- aktive Gasgemische mit Kohlendioxid und Argon oder weiteren Sauerstoffanteilen
- Gas beeinflusst Schweißnaht
- schnelles Schweißen mit Drahtzufuhr
- Schweißnahtqualität vergleichbar zu MIG
- für den Außeneinsatz nur bedingt geeignet
- geeignet für legierten und unlegierten Stahl sowie leichte Metalle
- auch TIG oder GTAW genannt
- Argon als Schutzgas
- Wolfram-Elektrode wird nicht verbraucht und manuell geführt
- Schweißen erfolgt langsamer, ist dafür sauberer und präziser
- nur windgeschützte Bereiche; Gase verwehen sonst
- Gleichstromschweißen für Stahl, Wechselstrom für Aluminium
Autogen-Schweißen ist eher für Profis geeignet
Das Autogen-Schweißen arbeitet mit einer sauberen Flamme aus Brenngas (wie Acetylen) und Sauerstoff, die das Material lokal schmelzen und verbinden kann. Diese Methode eignet sich gut für dünne Bleche und Reparaturarbeiten, etwa im Rohrleitungsbau, aber ist vergleichsweise langsam und erfordert viel Übung. Aus diesem Grund ist das Verfahren für den Heimwerker nur bedingt geeignet.Arbeitsschutz
Beim Schweißen ist geeignete Schutzausrüstung ein Muss. Ein automatischer Schweißhelm schützt Ihre Augen vor Lichtsprengungen und ermöglicht eine Hand frei. Lederhandschuhe, feste Schuhe und eine Schweißerschürze sind ebenso unverzichtbar. Schützen Sie sich vor Rauch, Hitze und Funken.Was sollten Sie beim Kauf von Schweißgeräten beachten?
Kompaktes Elektroden-Schweißgerät für den Einstieg ins Schweißen. (Bildquelle: amazon.de)
- Hohe Schweißstromstärke (Ampere) ist nötig bei dickeren Materialien
- Gute Regelbarkeit der Schweißtemperatur
- Hochfrequenzzündung sorgt für komfortablen Einstieg und schont Elektrode
- Hohe Einschaltdauer ermöglicht längere Arbeit ohne Abkühlpausen
Welche Schweißgeräte eignen sich besonders gut für Heimwerker?
- Elektrodenschweißgeräte als Einstiegslösung
- Kombi-MIG/MAG-Geräte für mehr Flexibilität bei Material und Werkstück


