Stärken
Schwächen
Lichtwecker überzeugen nicht nur als Wecker, sondern punkten auch als Musikquelle, Leselicht oder stimmungsvolle Beleuchtung mit wechselnden Farben. (Bildquelle: beurer.com)
Von einem schrillen Weckton am frühen Morgen geweckt zu werden, ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch echten Stress für den Körper bedeuten. Gerade bei Menschen, die später aufstehen oder in der dunklen Jahreszeit, wenn das Tageslicht morgens spärlich ist, kann dieses Aufstehen auf Dauer Schlafstörungen, reduzierte Konzentration und nachlassende Leistungsfähigkeit zur Folge haben. Im schlimmsten Fall resultiert der Lichtmangel in Herbst und Winter in einer saisonalen Depression, der sogenannten Winterdepression. Lichtwecker schaffen hier Abhilfe – sie ermöglichen ein sanftes Aufwachen und fördern einen vitalen und guten Start in den Tag.
Wenn der Tag mit Licht und Klang erwacht
Alle Tageslichtwecker folgen demselben Konzept: Sie simulieren einen Sonnenaufgang. Kurz bevor Sie geweckt werden, schaltet sich eine interne Lampe ein und steigert schrittweise ihre Helligkeit. Bei vielen Geräten lässt sich zusätzlich eine Auswahl verschiedener Klänge aktivieren, die das Aufwachen unterstützen. Alternativ kann Ihr Radio eingeschaltet werden oder ein MP3-Player spielt Ihren Lieblingssound ab. Diese Töne dienen jedoch hauptsächlich als zusätzliches Wecksignal, sodass Sie keinesfalls verschlafen. Im Idealfall reicht jedoch schon die zunehmende Beleuchtung aus, um Sie aufzuwecken.„Biologische“ Wecker, die Ihren Biorhythmus berücksichtigen
Man spricht Lichtweckern auch oft als biologische Wecker, da ihr Effekt auf natürlichen körperlichen, hormonellen Abläufen basiert, die kaum der bewussten Steuerung unterliegen. Schlaf wird maßgeblich vom Melatonin gesteuert, einem Hormon, das abends ausgeschüttet wird und die Nachtruhe fördert. Wenn Ihr Organismus während des Schlafs den simulierten Sonnenaufgang wahrnimmt, fährt die Melatoninproduktion langsam herunter und bereitet den Körper aufs Aufwachen vor. Gleichzeitig wird mehr Kortisol, ein Aktivitätshormon, gebildet. Diese Vorgänge leiten die natürliche Aufwachphase ein – ganz von selbst. Dadurch fühlen Sie sich nicht erschöpft und gestresst, sondern voller Energie und bereit für den Tag.Langfristig können Lichtwecker helfen, Ihre innere Uhr zu regulieren und somit das natürliche Gefühl für Tag- und Nachtphasen zu stärken – besonders im Spätherbst bis zum Frühling, wenn diese oft aus dem Gleichgewicht geraten. Wer kennt es nicht: Morgens beim Aufstehen ist es noch dunkel, genauso wie abends nach der Arbeit. Da das natürliche Tageslicht in dieser Zeit fehlt und künstliche Bürobeleuchtung selten diesen Zweck erfüllen kann, unterstützt ein Lichtwecker Ihre biologische Uhr optimal.
Individualität beim Tag-Nacht-Rhythmus durch passende Funktionen
Viele Lichtwecker simulieren nicht nur den Tagesbeginn mit einem langsam heller werdenden Licht, sondern können auch analog zum Sonnenuntergang einen sanften Dimmeffekt bieten. Dies regt die Melatoninproduktion an und hilft beim Einschlafen. Da jeder Mensch unterschiedlich darauf reagiert, sollten Sie die Dauer der Helligkeitsschwankungen und die Lichtintensität individuell einstellen können – sowohl zum entspannten Einschlafen als auch beim behutsamen Aufwachen.Beliebt sind Lichtwecker mit integriertem Radio. Eine Schlummerfunktion, wie man sie von klassischen Weckern kennt, ist weniger entscheidend. Auch die Auswahl der Wecktöne ist Geschmacksache – Vogelgezwitscher, Wasserrauschen oder meditative Klänge: Wichtig ist, dass Sie sich damit wohlfühlen und sie gut hören können.
Paare profitieren oft von Modellen, mit denen sich mehrere Weckzeiten programmieren lassen. Diese Funktion ist jedoch auch für Singles oder für Tage gedacht, an denen man mal länger schlafen möchte. Üblich sind Energiesparleuchten, etwa Halogen- oder LED-Lampen, die sich qualitativ meist nichts nehmen.
Gute Resonanz trotz einzelner Schwächen
Die Mehrheit der Lichtwecker stößt sowohl bei Tests als auch bei Kunden auf positive Bewertungen. Teilweise existieren klinische Studien, die belegen, dass das künstliche Licht der Wecker von Körper und Gehirn als Sonnenaufgang wahrgenommen wird und somit schlaffördernd wirkt. Für Menschen mit Schlafproblemen, Schichtarbeiter oder einfach Frühaufsteher ist der Lichtwecker gerade in den dunklen Monaten eine sinnvolle Anschaffung – auch wenn die Preise meist deutlich über denen klassischer Wecker liegen.Lichtwecker von Philips kosten meist um die 100 Euro, je nach Ausstattung auch mehr. Das Unternehmen positioniert sich als weltweit führender Hersteller von „Wake-up Light“. Daher konzentrieren sich viele Tester auf diese Geräte. Der Somneo Sleep and Wake-up Light HF3671/01 wurde in einem Test der Zeitschrift Haus & Garten Test als Testsieger ausgezeichnet. Sein Preis pendelt im Internet oft um die 200 Euro. Dafür punktet es mit sechs Dimmstufen, regulierbarer Farbtemperatur, vielen Programmoptionen und App-Steuerung. Zudem lobt das Testergebnis die integrierten Sensoren, mit denen die Schlafumgebung gemessen werden kann.
Als negative Aspekte nennen Nutzer teilweise, dass viele Lichtwecker nicht per DCF77-Funksignal, sondern per Radiosignal (RDS) eingestellt werden – diese funktionieren nicht immer zuverlässig. Ein helles, nicht dimmbares Display wird ebenfalls oft als störend empfunden. Die Backup-Batterie für die Stromunterbrechung versagt manchmal oder ist nicht vorhanden. Im Fall eines Stromausfalls gehen gespeicherte Daten verloren, was das Gerät stumm bleiben lässt. Allerdings: Verschlafen Sie dadurch ein paar Stunden, ist das vielleicht gar nicht so schlimm.
Kleines Gesundheitslexikon
- Winterdepression: Eine depressive Verstimmung, die in den lichtarmen Herbst- und Wintermonaten auftritt und sich im Frühling wieder bessert. Typisch sind vermehrter Appetit und gesteigertes Schlafbedürfnis, anders als bei klassischen Depressionen.
- Melatonin: Ein körpereigenes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Es ist auch als Medikament oder in geringen Dosen als Nahrungsergänzung erhältlich, wird aber nicht abschließend auf Wirkung bei Schlafstörungen erforscht und kann Einfluss auf Blutdruck und Nierenfunktion haben.
- Kortisol: Das natürliche Stresshormon, das der Körper produziert und das insbesondere am Morgen den Stoffwechsel aktiviert und damit Energie bereitstellt.





















