Hygrometer Präzision versus Kostenfaktor
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Das verwendete Messverfahren bestimmt den Preis und die Genauigkeit
- Mechanische Absorptionshygrometer: teuer, zuverlässig & präzise
- Handgeräte (elektrische Absorptionshygrometer) sind preiswerter, aber ungenauer
Für ein gesundes Raumklima spielt die sogenannte relative Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. Wer diese mittels Luftbefeuchter oder Luftentfeuchter korrekt regulieren möchte, muss zunächst einmal den Wert genau bestimmen können. Hier kommen die sogenannten Hygrometer zum Einsatz. Und obwohl es sich im Grunde um einen recht schlichten Gegenstand handelt, sind die hierbei zum Einsatz kommenden Messverfahren überraschend vielfältig und unterscheiden sich teilweise auch drastisch hinsichtlich ihrer Genauigkeit.
Absorptionshygrometer
Hier gilt tatsächlich einmal: Je teurer, desto genauer wird es. Das klassische Absorptionshygrometer für die Wand oder Hausfassade arbeitet seit jeher mit einem tierischen beziehungsweise heutzutage fast nur noch menschlichem oder synthetischem Haar und bestimmt dessen Ausdehnung, die sich in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit verändert. Da diese Veränderung sehr konstant vonstattengeht, ist die Messmethode erstaunlich genau. Alternativ wird die Gewichtszunahme des Haares gemessen, wenn es Wasser aus der Luft einlagert. Beide Messgeräte sind vielfach schon für Preise um 25 bis 50 Euro zu haben.
Die preiswerten Alternativen
Hersteller, die Geld sparen möchten, verwenden dagegen einfach aufgerollte Metallstreifen, die teils noch mit Kunststoffen beschichtet sind. Sie reagieren ebenfalls mit einer Längenausdehnung bei Aufnahme von Feuchtigkeit, gelten jedoch bei Weitem als nicht so präzise wie Haarhygrometer. Dafür kosten sie oft weniger als 25 Euro. Eine Alternative sind aber elektrisch arbeitende Absorptionshygrometer, die mittels elektrischer Messmethoden an kapazitiven oder Impedanzsensoren die Luftfeuchtigkeit erfassen.
Psychrometer und Taupunktspiegelhygrometer
Noch deutlich genauer, aber auch aufwendiger konstruiert und daher teurer, sind Psychrometer und Taupunktspiegelhygrometer. Erstere arbeiten mit zwei Thermometern, bei dem das eine permanent befeuchtet ist. Hierdurch entsteht Verdunstungskühle. Der Unterschied zwischen den beiden Thermometern wird in die relative Luftfeuchtigkeit umgerechnet. Elektrische Versionen besitzen häufig ein Display, welches die Umrechnung automatisch anzeigt. Taupunktspiegelhygrometer wiederum gelten als die genauesten Messgeräte. Sie arbeiten mit einem Spiegel, auf dem sich durch Abkühlung Luftfeuchtigkeit niederschlägt. Mit Licht und Photosensoren wird der Moment der Kondensation bestimmt, so dass aus Taupunkt und Druck die Feuchtigkeit errechnet wird.
Bei Handgeräten wird auf die kapazitive Technik gesetzt
Für günstige Handgeräte ist das freilich viel zu aufwendig. Hier haben sich insbesondere kapazitiv arbeitende Hygrometer durchgesetzt. Sie nutzen zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit die Änderung der elektrischen Eigenschaften eines Kondensators bei Wasseraufnahme. Das Verfahren ist nicht ganz so genau wie die vorgenannten, aber eben günstig in Handgeräten umzusetzen.



















