Stärken
Schwächen
Wer unter einer Hausstauballergie leidet, kennt das Problem: Ein Staubsauger mit HEPA-Filter befreit die Abluft zwar fast vollständig von Mikropartikeln, doch beim Wechseln des Staubsaugerbeutels kommt man den Allergieerregern – Hausstaub, Bakterien, Pollen oder Milben – noch einmal ganz nah. Wasserstaubsauger versprechen hier Abhilfe und werden zunehmend als Alternative für Allergikerinnen und Allergiker beworben. Vor dem Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf Funktionsweise, Nutzen und Grenzen dieser Geräte.
So funktionieren Wasserstaubsauger
Wasserstaubsauger – auch Waschsauger genannt – kommen ohne Staubbeutel aus. Die angesaugte Luft wird durch einen mit Wasser gefüllten Behälter geführt und dort von Schmutzpartikeln befreit. Bei vielen Modellen reinigt anschließend ein zusätzlicher HEPA-Filter die Abluft ein weiteres Mal von Schwebstoffen, bevor sie aus dem Gerät austritt. Der eingesaugte Schmutz bleibt so im Wasser gebunden, und auch ein Großteil der Gerüche wird durch den sogenannten Aquafilter neutralisiert.Vorteile für Menschen mit Allergien
Nach dem Staubsaugen wird lediglich der Inhalt des Wasserbehälters entsorgt: Ein Beutelwechsel mit direktem Kontakt zu Staub und Allergenen entfällt. Die Fachjournalistin Heike Behrbohm von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe bestätigt gegenüber Öko-Test, dass bei Wasserfiltersystemen der Staub im Wasser gebunden und mit dem Schmutzwasser entsorgt wird, ohne dabei erneut aufzuwirbeln. Damit können Wasserstaubsauger im Alltag tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung zur Allergenreduktion sein.Reinigungsaufwand und Hygiene-Risiko
Der Komfortgewinn hat allerdings seinen Preis: Der Wasserbehälter muss nach jedem Einsatz vollständig geleert und gründlich gereinigt werden. Wird dieser Schritt vernachlässigt, können sich im feucht-warmen Klima des Behälters Bakterien oder Schimmel bilden. Das ist insbesondere für Allergiker:innen riskant. Auch bei sorgfältiger Pflege lässt sich eine Restfeuchte im Inneren des Geräts und in den Zusatzfiltern über einen längeren Zeitraum kaum vollständig vermeiden. Wer sich für den Kauf eines Wasserstaubsaugers entscheidet, sollte den zusätzlichen Reinigungsaufwand fest in die Alltagsroutine einplanen.Wasserstaubsauger im Test: Was sagen unabhängige Prüfstellen?
Ein umfassender, unabhängiger Test von Wasserstaubsaugern durch die Stiftung Warentest liegt derzeit nicht vor – ein Test ist nach Angaben der Stiftung aktuell auch nicht geplant. Die Stiftung testet regelmäßig klassische Kabel- und Akku-Staubsauger und bewertet dabei unter anderem Saugleistung, Handhabung und Schadstoffe; die Urteile reichen von „gut“ bis „mangelhaft“. Verbraucherinnen und Verbraucher, die vor dem Kauf Wert auf ein geprüftes Testurteil legen, finden daher bei klassischen Allergiker-Staubsaugern mit HEPA-Filter eine deutlich breitere Datenbasis als bei Wasserstaubsaugern.In Kundenrezensionen wird bei Wasserstaubsaugern häufig die spürbar frischere Raumluft nach dem Saugen positiv hervorgehoben, während der hohe Reinigungsaufwand und das vergleichsweise hohe Gewicht der Geräte regelmäßig als Kritikpunkte genannt werden.


