Stärken
Schwächen
Einer der wenigen Weichspüler ohne Parfümzusatz: Ultra Sensitive von dm aus der Denk-mit-Linie. (Bild: dm.de)
Weichspüler gehören in vielen Haushalten zum Waschen dazu. Dabei sind sie weder notwendig für saubere Wäsche noch für den Farberhalt. Was sie wirklich leisten, für welche Textilien sie ungeeignet sind und warum Umweltbewusstsein ein starkes Argument gegen ihren Einsatz ist: ein ehrlicher Überblick.
Was leistet Weichspüler wirklich?
Der wichtigste Punkt vorab: Im Gegensatz zu Waschmitteln trägt Weichspüler nichts zur Sauberkeit der Wäsche bei. Auch Farbbrillanz oder Faserschonung sind keine echten Stärken. Wer einen Weichspüler kauft, tut das vor allem aus einem Grund: Komfort.Konkret versprechen die Produkte weichere Wäsche, schnelleres Trocknen, leichteres Bügeln und einen angenehmen Duft. Ob diese Versprechen halten, ist eine andere Frage.
Was sagen Tests zu Weichspülern?
Die Stiftung Warentest hat Weichspüler untersucht und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Nicht einmal ein Drittel der getesteten Produkte – darunter Marken-, Discounter- und Drogerieware – machte die Wäsche tatsächlich so weich, wie der Name es verspricht. Der Großteil landete im Mittelfeld oder schlechter. Lediglich das Bügeln wurde durch fast alle Produkte spürbar erleichtert.Beim Farberhalt schnitten die meisten Testmuster nur ausreichend ab und damit kaum besser als das Waschen ohne Weichspüler. Wer Weichspüler kaufen möchte, sollte daher die Erwartungen realistisch halten und aktuelle Testberichte als Orientierung nutzen.
Kundenstimmen aus Online-Shops zeichnen ein ähnlich gemischtes Bild: Viele Käuferinnen und Käufer schätzen den Duft und die weichere Haptik von Handtüchern, berichten aber auch von Hautreizungen bei parfümierten Produkten und enttäuschter Wirkung bei Funktionskleidung.
Weichspüler und Umwelt: ein ehrliches Bild
Wer Weichspüler sparsam und korrekt dosiert einsetzt, hält die Gewässerbelastung in Grenzen. Das schreibt eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2004 vor: Hersteller dürfen seitdem ausschließlich vollständig biologisch abbaubare Tenside verwenden.Kritischer sind die enthaltenen Duftstoffe. Die Stiftung Warentest hat auf eine Bewertung der Parfümzusätze verzichtet, weil dem Umweltbundesamt zufolge nicht zu allen Einzelstoffen ausreichende Daten für eine abschließende Beurteilung vorliegen. Auch die Frage nach Mikroplastik ist nicht vollständig geklärt. Fest steht: Jeder Waschgang mit Weichspüler belastet die Umwelt – durch Produktion, Transport und Entsorgung.
Kationische Tenside: Was steckt im Weichspüler?
In konventionellen Weichspülern kommen häufig sogenannte kationische Tenside zum Einsatz. Ein Teil davon wird aus tierischen Schlachtabfällen gewonnen. Wer das vermeiden möchte – aus veganen Gründen oder schlicht aus Unbehagen –, sollte auf die Inhaltsstoffliste achten oder gezielt auf zertifizierte Naturkosmetik- oder Vegan-Produkte setzen.Für welche Textilien ist Weichspüler ungeeignet?
Grundsätzlich gilt: Weichspüler so gering wie möglich dosieren. Bei bestimmten Materialien sollte er komplett weggelassen werden:Wolle und Seide: Weichspüler greift die empfindlichen Fasern an und nimmt ihnen die Elastizität. Blusen, Pullover und Schals aus diesen Materialien vertragen ihn nicht.
Daunen: Bei Daunendecken und Daunenjacken verkleben Weichspüler die feinen Daunenfasern. Das zerstört die Isolationswirkung.
Funktionskleidung: Wer regelmäßig Sport treibt oder Outdoor-Kleidung besitzt, sollte Weichspüler meiden. Der Film, den er um die Fasern legt, blockiert die Atmungsaktivität. Schweiß wird schlechter abgeleitet.
Mikrofasertücher: Ihre Reinigungswirkung beruht auf elektrostatischer Aufladung. Weichspüler reduziert genau diese – und macht Putztücher aus Mikrofasern damit weniger effektiv.
Handtücher: Hier ist es Geschmackssache. Man sollte jedoch bedenken: Weichspüler mindert die Saugfähigkeit von Frotteestoffen spürbar.
Können Weichspüler Allergien auslösen?
Die Forschung ist sich nicht einig. Im Fokus stehen Duftstoffe und Konservierungsmittel, die ab einer bestimmten Konzentration auf der Verpackung angegeben werden müssen. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt Menschen mit Kontaktallergien oder empfindlichen Atemwegen, auf Weichspüler zu verzichten. Der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken hält die Konzentrationen für zu gering, um ein relevantes Risiko darzustellen. Wer zu Hautreizungen neigt, greift besser zu parfümfreien Produkten oder verzichtet ganz darauf.Weiche Wäsche auch ohne Weichspüler
Wer auf Chemie verzichten möchte, muss nicht auf weiche Wäsche verzichten: Auch ein Durchgang im Trockner macht Wäsche merklich weicher – und das ganz ohne Zusatzstoffe.Die Rückstände von Weichspülern auf der Wäsche
Was bleibt nach dem Spülgang auf den Textilien zurück? Der SWR hat in seiner Sendung Marktcheck genauer hingeschaut:Fazit: Weichspüler kaufen – ja oder nein?
Wer vor dem Kauf eines Weichspülers steht, sollte die eigenen Erwartungen prüfen. Wäsche sauber machen, Farben schützen oder Fasern schonen – das erledigt ein Weichspüler nicht. Aber: Das Bügeln wird erleichtert, Duft und Haptik können angenehmer werden.Für viele Textilien ist Weichspüler schlicht ungeeignet. Wer die Umwelt und seinen Geldbeutel schonen möchte, findet mit dem Trockner eine wirksame Alternative. Wer dennoch kaufen möchte, sollte auf parfümfreie Varianten setzen, korrekt dosieren und Produkte mit unabhängigen Testurteilen bevorzugen.
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