Stärken
Schwächen
Elektronische Schlagzeuge haben sich seit ihren Anfängen in den späten 1970er-Jahren – Roland brachte 1978 das erste kommerzielle E-Drum-Set auf den Markt – vom Nischenprodukt zum ernstzunehmenden Musikinstrument entwickelt. Heute setzen auch viele professionelle Schlagzeuger auf E-Drums, ob im Studio, auf der Bühne oder beim Üben zu Hause. Wer vor dem Kauf eines Drumsets steht, sollte gut abwägen, ob ein akustisches oder elektronisches Set besser zu den eigenen Bedürfnissen passt. Beide Varianten haben klare Stärken – und spezifische Schwächen.
Vorteile von E-Drums: Leiser, kompakter, vielseitiger
Das Alesis Nitro Pro überzeugt mit realistischem Spielgefühl und vielseitiger Soundbibliothek. (Bildquelle: amazon.de)
Der wohl wichtigste Vorteil eines E-Drum-Sets gegenüber einem akustischen Schlagzeug ist die deutlich reduzierte Lautstärke. Wer in einer Wohnung üben möchte, ohne Nachbarn oder Mitbewohner zu stören, ist mit einem elektronischen Set klar im Vorteil. In Kombination mit Kopfhörern ist das Spielgeräusch auf ein Minimum reduziert – zu beachten ist allerdings, dass die Pads beim Schlagen immer ein mechanisches Klopfgeräusch erzeugen, das sich durch den Boden übertragen kann. Eine Auflagematte oder spezielle Dämpfungspodeste können hier Abhilfe schaffen.
Hinzu kommt der deutlich geringere Platzbedarf: Ein E-Drum-Set lässt sich in den meisten Wohnzimmern oder kleinen Zimmern aufstellen, während ein akustisches Schlagzeug erheblich mehr Raum beansprucht. Aufbau und Transport gestalten sich ebenfalls unkomplizierter, was besonders für Einsteiger und Hobbymusiker relevant ist.
Klangerzeugung: Gummi-Pads oder Mesh-Heads?
Bei E-Drums werden die Töne nicht durch gespannte Felle erzeugt, sondern durch elektronische Pads, die beim Anschlag ein Signal an ein Klangmodul (auch „Brain" genannt) senden. Günstigere und mittlere Modelle verwenden dabei Pads aus Gummi, hochwertigere Sets setzen auf sogenannte Mesh-Heads – netzartige Trommelfelle, die das Spielgefühl eines akustischen Schlagzeugs deutlich besser simulieren und dabei noch leiser sind.Das Klangmodul entscheidet maßgeblich über die Soundqualität: Es speichert gesampelte Schlagzeugklänge und gibt diese beim Anschlag aus. Moderne Module bieten oft Hunderte von Preset-Sounds, von klassischen Jazz- und Rockdrums bis hin zu elektronischen Beats für Dance- und Techno-Produktionen. Die Lautstärke lässt sich bequem über das Modul oder einen Mixer steuern.
Aufnahme und Studio: E-Drums im Vorteil
Wer seine Aufnahmen direkt auf den Computer überspielen möchte, profitiert ebenfalls von E-Drums: Eine aufwendige Mikrofonierung entfällt komplett. Das Signal kann direkt per Klinke oder USB an eine Audio-Schnittstelle oder den Rechner weitergegeben werden. Zudem müssen E-Drums im Gegensatz zu akustischen Schlagzeugen nicht gestimmt werden – der Sound ist jederzeit abrufbereit und konsistent.Nachteile: Preis und Spielgefühl
Günstiges E-Drum-Set für Anfänger: Das Hampback MK-0 mit Mesh-Pads und faltbarem Gestell ist auch für beengte Wohnverhältnisse geeignet. (Bildquelle: amazon.de)
Wer ein qualitativ hochwertiges E-Drum-Set kaufen möchte, muss mit höheren Anschaffungskosten rechnen. Einsteigersets sind bereits ab etwa 300 bis 500 Euro erhältlich, aber gut klingende Mittelklassemodelle beginnen bei rund 700 bis 1.000 Euro – professionelle Sets liegen deutlich darüber. Hinzu kommt, dass viele erfahrene Schlagzeuger, insbesondere im Bereich Rock oder Jazz, das Spielgefühl und den natürlichen Klang eines akustischen Schlagzeugsets oder von Percussion-Instrumenten als nicht vollständig ersetzbar empfinden. Auch das Anschlagsgefühl – vor allem bei günstigen Gummi-Pads – unterscheidet sich spürbar von echten Fellen.
Tests und Kundenmeinungen
Fachmagazine wie Stiftung Warentest und das Fachmagazin Drums & Percussion testen regelmäßig E-Drum-Sets verschiedener Preisklassen. Bewährte Hersteller wie Roland, Yamaha und Alesis schneiden dabei häufig gut ab, insbesondere in den Kategorien Klangtreue, Verarbeitungsqualität und Spielgefühl. Einsteiger-Sets von Alesis werden oft als solides Preis-Leistungs-Angebot bewertet, während Roland-Modelle der mittleren und oberen Preisklasse in Tests regelmäßig als sehr gut eingestuft werden.Kundenbewertungen aus Online-Shops wie Thomann oder Musikhaus Kirstein zeigen ein ähnliches Bild: Besonders gelobt werden bei E-Drum-Sets die einfache Handhabung für Anfänger, die Vielseitigkeit der Sounds und die Möglichkeit, jederzeit und ohne Rücksicht auf die Nachbarn zu üben. Häufig genannte Kritikpunkte sind das Pedalgeräusch der Hi-Hat und Bass-Drum sowie die begrenzte Dynamik bei günstigeren Modellen.




















