Das Wichtigste auf einen Blick:
- viele exklusive Flüge für einzelne Anbieter
- vergleichen lohnt sich
- generell wenige Hilfestellungen
- Achtung vor versteckten Gebühren
Wer keine Pauschalreise bucht, ist nicht nur selbst für die Reservierung seiner Unterkunft verantwortlich, sondern auch für die Wahl des passenden Verkehrsmittels – bei internationalen Reisen bedeutet das meist, einen Flug zu organisieren. Spezielle Online-Portale versuchen dabei zu helfen, indem sie verschiedene Anbieter zusammenführen und so theoretisch die Entscheidung für das günstigste Angebot erleichtern.
Flugsuchmaschinen führen teils stark unterschiedliche Angebote
In der Praxis handelt es sich bei Flugsuchmaschinen jedoch ebenso um gewinnorientierte Unternehmen. Deshalb sollte man bei der Buchung auf diverse Fallstricke achten, die bereits bei der Auswahl der angezeigten Flüge beginnen. Denn welche Verbindungen angezeigt werden, hängt allein von den Partnerschaften der jeweiligen Suchmaschine mit den Fluggesellschaften ab. Es ist also keineswegs garantiert, dass ein Portal immer die besten Preise für alle Ziele anbietet. Außerdem kann es vorkommen, dass bevorzugte Partnerflüge günstiger erscheinen, indem Zusatzkosten verschleiert werden.
Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen reinen Flugsuchmaschinen und Flugvermittlern. Suchmaschinen wie Skyscanner, Google Flights, Kayak oder Momondo zeigen Preise verschiedener Airlines und leiten dann direkt auf die Anbieterseite weiter – ohne selbst Vertragspartner zu werden. Flugvermittler wie Opodo, Kiwi oder Fluege.de hingegen verkaufen Tickets als Online-Reisebüros direkt selbst. Bei letzteren sind Zusatzgebühren und ein weniger transparentes Preisgefüge häufiger anzutreffen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nutzt Flugsuchmaschinen zum Preisvergleich und bucht dann direkt bei der Airline.
Fundierte Beratung ist selten
Daher ist es ratsam, skeptisch zu bleiben – es gibt keinen Grund, Geschenke zu erwarten. Neben dem Studium von Testberichten spielt auch der gesunde Menschenverstand eine große Rolle. Eine wirklich hilfreiche Beratung darf man von den meisten Flugsuchmaschinen ohnehin nicht erwarten. Falls doch einmal ein Chat zur Verfügung steht, variiert die Qualität der Auskünfte stark, ähnlich wie bei den meist ungeliebten Hotline-Services. Manche Portale setzen inzwischen auf KI-gestützte Chatfunktionen, deren Qualität jedoch ebenfalls stark schwankt und die keine verbindlichen Auskünfte ersetzen.
Vorsicht bei kostenpflichtigen Servicenummern
Zum Thema Hotline: Solche kostenpflichtigen Rufnummern verstecken Anbieter meist gut auf ihren Seiten, denn sie bevorzugen es, wenn Kunden ihre Buchungen selbst abschließen und sie nur als Vermittler tätig sind, um Provisionen zu kassieren. Findet man jedoch eine Hotline, kann ein Anruf schnell teuer werden. Besonders ärgerlich sind Gebühren bei 0180- oder 0900-Rufnummern, vor allem wenn es nicht um Beratung, sondern um Problemlösungen geht. Kunden, die Stornierungen oder Umbuchungen klären wollen, müssen oft erst selbst tief in die Tasche greifen, bevor sie – wenn überhaupt – weiterkommen. Anbieter mit einer kostenlosen 0800-Nummer zeigen dagegen, dass sie Kundenanliegen ernst nehmen.
Keine Zahlungen voreilig tätigen
Aus genau diesen Gründen sollte man niemals voreilig überweisen. Erst wenn die Buchungsbestätigung eingetroffen ist, sollte man bezahlen. So vermeidet man umständliche Rückbuchungen, falls noch Fragen auftauchen oder ein Fehler vorliegt. Immer wieder kommt es vor, dass Flüge bereits ausgebucht sind, das System dies aber nicht sofort aktualisiert hat – oder zwei Kunden gleichzeitig auf den Bestätigungsbutton klicken.
Versteckte Zusatzgebühren beachten
Und auch beim Thema Preis ist Vorsicht geboten: Während deutsche Anbieter verpflichtet sind, den Endpreis inklusive Steuern anzugeben, locken manche ausländische Firmen mit vermeintlich sehr günstigen Angeboten, zu denen dann aber noch 20 bis 30 Prozent an Steuern und zusätzlichen Servicegebühren hinzukommen. Deshalb sollte man Fußnoten und Allgemeine Geschäftsbedingungen besonders sorgfältig lesen – auch wenn das oft lästig ist. Außerdem ist es sicherer, wenn im Impressum ein deutscher Firmensitz genannt wird. Vorsicht ist auch bei ähnlich klingenden Portalen geboten: Hinter fluege.de und flüge.de stecken unterschiedliche Anbieter. Man sollte daher genau prüfen, ob man wirklich auf der gewünschten Seite gelandet ist.
Ein weiterer häufiger Preisfallstrick sind Billigflüge, bei denen Gepäck nicht inklusive ist. Gerade bei Low-Cost-Carriern können Zusatzgebühren für Aufgabegepäck oder sogar großes Handgepäck den scheinbar günstigen Grundpreis deutlich in die Höhe treiben. Viele Flugsuchmaschinen erlauben inzwischen, direkt in der Suche zu filtern, ob der gewünschte Flug Handgepäck oder Aufgabegepäck einschließt – diese Option sollte man konsequent nutzen.
Preisalarm und flexible Suche nutzen
Wer zeitlich flexibel ist, kann mit den richtigen Tools erheblich sparen. Führende Flugsuchmaschinen wie Google Flights, Skyscanner und Momondo bieten Preisalarm-Funktionen an, die automatisch per E-Mail benachrichtigen, sobald der Preis für eine gespeicherte Route fällt. Darüber hinaus ermöglichen flexible Suchen, Preise über ganze Monate hinweg zu vergleichen oder Alternativflughäfen in der Umgebung einzubeziehen. Google Flights gilt dabei als besonders leistungsfähig, da es direkt auf die Reservierungssysteme der Airlines zugreift statt nur Portale abzusuchen. Ergänzend dazu setzen immer mehr Reisende KI-gestützte Tools ein, um Alternativrouten zu finden oder den günstigsten Buchungszeitpunkt abzuschätzen – diese Tools ersetzen jedoch keine abschließende Preisprüfung auf einem klassischen Vergleichsportal.


