Kondensentfeuchter Qualitätsmaßstäbe für Kondensations-Entfeuchter
Das Wichtigste auf einen Blick:
- prinzipiell leistungsfähig nur bei Temperaturen zwischen mindestens 0 und 30 Grad Celsius
- von bestimmten klimatischen Konditionen abhängig (z. B. Luftfeuchte zwischen 40 und 80 %)
- Leistungsabfall bei niedrigeren Temperaturen - dort Adsorptionsentfeuchter sinnvoll
- wichtig: integrierter Frostschutz
- unverzichtbar: Überlaufschutz bei vollem Wassertank
- am besten mit Hygrostat-Regler und Ablaufstutzen für einen Schlauchanschluss
Ihr Raumklima ist zu feucht, die Luftfeuchte übersteigt ein gesundes Maß? Oder das Mauerwerk fühlt sich zu feucht an, es bilden sich gar Stockflecken oder Schimmel? Dann wird es höchste Zeit, zu einem elektrischen Raumluftentfeuchter zu greifen. Ein Befall kann lange unerkannt bleiben. Das sei gefährlich, warnt die Stiftung Warentest und verweist auf ihr Infodokument „Feuchte- und Schimmelprobme im Wohnbereich" mit praxisnahen Tipps, die das Bekämpfen und Sanieren unterstützen. Die in der Testpresse (z. B. Haus & Garten Test) empfohlenen Raumentfeuchter für den privaten Hausgebrauch arbeiten meist nach dem Prinzip der Kondensations-Entfeuchtung. Preislich unterscheiden sie sich vornehmlich nach ihrer Leistungsfähigkeit. So gibt es Entfeuchter, die nur das Raumklima regulieren, während beispielsweise Bautrockner regelrecht Wasser aus feuchten Wänden ziehen können .
Wie arbeitet ein Kondensations-Luftentfeuchtungsgerät und was zeichnet die Geräte aus?
Das Marktangebot reicht vom kompressorbetriebenen Kondensations-Entfeuchter bis hin zum preiswerten Peltier-Luftentfeuchter mit wenig Stromverbrauch, aber auch deutlich schlechterer Effizenz und Energiebilanz. Die im Vergleich überwiegende Masse der Luftentfeuchter arbeitet taupunktbasiert nach dem Prinzip der Kältetrocknung. Das ist recht einfach: Die mit Wasser angereicherte Luft wird mittels eines Ventilators über ein Kühlregister geleitet. Meist kommt dabei ganz normales Leitungswasser als Kühlmittel zum Einsatz, moderne Geräte (z. B. Stadler Form Theo) nutzen aber auch umweltfreundliche Kühlgase wie etwa Propan. Durch diesen Prozess wird die durchströmende Luft an dem Gitter schlagartig unter ihren sogenannten Taupunkt abgekühlt, sodass das die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit auskondensiert. Das Kondensat rinnt über das Kühlregister in einen Wassertank hinab, den Sie bei vielen Entfeuchtern regelmäßig ausleeren müssen. Die entfeuchtete Luft dagegen wird über den Kondensator geleitet, wieder erwärmt und dann in den Raum zurückgegeben.
Durch das besondere Verfahren der Kondensations-Entfeuchtung ist der Einsatz dieser Raumentfeuchter auf bestimmte klimatische Ausgangsbedingungen beschränkt. So werden Kondensations-Entfeuchter in der Regel – je nach Ausstattung – nur bei Temperaturen zwischen 0 und 30 Grad Celsius sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 80 Prozent eingesetzt. Kühlere Luft hat einen zu geringen Feuchtigkeitsgehalt, weshalb Sie mit dem Kondensationsprinzip eines Kältetrockners wenig oder gar keinen Erfolg erzielen würden. Für solche Fälle eignen sich Adsorptionstrockner, die bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit auch bei niedrigen Temperaturen, also taupunkt- und feuchteunabhängig arbeiten. Statt der Kondensation nutzen Adsportions-Entfeuchter zum Wasserentzug aus der Luft das Dampfdruckgefälle zwischen feuchter Luft und einem wasseraufnehmenden Sorptions-(Trocken-)mittel.
Warum und wo kommt es besonders leicht zu Schimmelbildung?
Messen Sie Luftfeuchtigkeits-Werte von 65 Prozent und mehr, haben Schimmelpilze besonders leichtes Spiel. Betroffen sind meist feuchte Stellen in der Nähe von Fenstern oder im Mauerwerk, wo sich kondensiertes Wasser sammelt – häufig entstanden an sogenannten Wärmebrücken oder in Wäsche- oder Kellerräumen. Ein überdurchschnittlich hoher Luftfeuchte-Eintrag kann Ihnen aber auch schlicht durch nasse Wäsche passieren, die Sie zum Trocknen im unbeheizten Keller aufgehängt haben. Apropos kalte Räume: Wichtig ist, dass der Kondensations-Entfeuchter über eine Abtauautomatik des Kühlregisters verfügt. Andernfalls kann die innere Vereisung die Funktion des gesamten Entfeuchters einschränken oder sogar komplett lahmlegen. Manche Entfeuchter verzichten aus Kostengründen auf eine solche Funktion, eignen sich dann aber auch nur für einen Temperaturbereich zwischen 20 und 30 Grad Celsius.
Die Besten im Test: Kondensations-Entfeuchter mit nützlichen Funktionen
Eine bestimmte Grundausstattung sei unverzichtbar, meint das Magazin Öko-Test und listet eine Reihe von Test-Kriterien, an denen sich die besten Luftentfeuchter im Test messen lassen müssen. Ein Hygrostat-Regler steht dabei an vorderster Front. Hier misst ein Sensor die Feuchte der Umgebungsluft und schaltet den Entfeuchter automatisch ab, wenn die Ziel-Feuchte erreicht ist. Fehlt ein Hygrostat, sind Sichtfenster im Wassertank und Geräteautomatiken sinnvoll, welche den Wasserstand im Speicher messen. Ein solcher Überlauf-Schutz beendet den Entfeuchtungs-Prozess automatisch, sobald der Wassertank voll ist. Auch Kondensations-Entfeuchter mit extern anschließbarem Entwässerungs-Schlauch finden in Luftentfeuchter-Tests besondere Aufmerksamkeit. Den Schlauchanschluss können Sie nutzen, wenn Sie keine Lust auf das ständige Ausleeren des Kondenswassers verspüren oder den Entfeuchter unbeaufsichtigt arbeiten lassen. Noch unbeachtet in Tests blieben bislang Entfeuchter mit eingebauter Kondensatpumpe. Mit ihrer Hilfe können Sie das Kondensat auch einige Meter in die Höhe ableiten, etwa durchs Kellerfenster nach draußen.





























