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Schwächen
Knusprige Pommes, saftiges Hähnchen, selbst gebackene Muffins: Die Heißluftfritteuse, international als Airfryer bekannt, hat sich in wenigen Jahren vom Trendgerät zum Küchenstandard entwickelt. Allein in Deutschland wurden 2024 bis September rund 83 Prozent mehr Geräte verkauft als im Vorjahreszeitraum. Doch was steckt technisch dahinter, wie schlagen sich Philips-Modelle im Vergleich zu Wettbewerbern – und lohnt sich die Investition wirklich?
Wie funktioniert ein Airfryer?
Ein Airfryer ist im Grunde ein kompakter Umluft-Heißluftofen. Im Inneren des Garkorbs erzeugt ein Heizelement hohe Temperaturen; ein Ventilator verteilt die heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit gleichmäßig um die Speisen. Dieses Verfahren – die sogenannte Konvektion – sorgt dafür, dass Lebensmittel außen knusprig und innen saftig garen, ohne in Öl zu schwimmen. Mit einem Esslöffel Öl – oder ganz ohne – entstehen Ergebnisse, die an frittierte Speisen erinnern. Der Begriff „Frittieren“ ist dabei technisch nicht ganz korrekt: Es handelt sich vielmehr um ein fettarmes Heißluftgaren.
Beachtliches Fassungsvermögen: Moderne Airfryer-Modelle können sogar ein ganzes Hähnchen garen. (Bild: philips.de)
Philips Airfryer: Das aktuelle Modell-Portfolio
Philips gilt als Erfinder des Airfryers: Das erste Modell wurde 2010 auf der IFA in Berlin vorgestellt. Heute bietet Philips eine breite Palette an, die sich grob in drei Linien gliedert:Die Essential-Serie ist der Einstieg ins Sortiment. Aktuelle Modelle wie der Essential Airfryer bieten eine Touch-Steuerung, Voreinstellungen für gängige Gerichte sowie eine Warmhaltefunktion – und das in einem kompakten Gehäuse für 1–2 Personen.
Die 3000er-Serie richtet sich an Familien und setzt auf praxisnahe Neuerungen: Das auffälligste Merkmal ist ein Sichtfenster an der Frontseite, das einen Blick auf den Garfortschritt erlaubt, ohne den Korb herausziehen zu müssen. Mit 6,2 Litern Fassungsvermögen und 1.700 Watt Leistung passen sogar kleine Pizzen in den Garraum.
Die 5000er-Serie und 7000er-Serie bieten bis zu 9 Liter Fassungsvermögen, WLAN-Anbindung, Smart-Sensing-Technologie zur automatischen Anpassung von Zeit und Temperatur sowie eine Fat-Removal-Funktion, die überschüssiges Fett aus dem Gargut auffängt. Die App-Steuerung erfolgt bei neueren Modellen über die Home-ID-App, die ältere NutriU-App wurde abgelöst. Auch eine Steam Airfryer-Variante ist im Angebot, die Heißluftgaren und Dampfgaren in einem Gerät vereint.
Einen Dual-Basket-Airfryer mit zwei unabhängig nutzbaren Garkörben bietet Philips ebenfalls an: Praktisch, wenn zwei Gerichte mit unterschiedlicher Temperatur gleichzeitig zubereitet werden sollen.
Die Home-ID-App von Philips bietet Zugang zu tausenden Rezepten und ermöglicht die Fernsteuerung des Airfryers. Kompatibel mit Amazon Alexa und Google Assistant, lässt sich der Garvorgang auch per Sprachbefehl starten oder stoppen. Passend zum Trend bietet inzwischen auch Dr. Oetker Backmischungen speziell für Airfryer an.
Wie schneidet Philips im aktuellen Airfryer-Test ab?
Die Stiftung Warentest hat 2025 20 Heißluftfritteusen geprüft – 15 mit einem Garraum und fünf mit zwei Garräumen. Die Preise der Testgeräte lagen zwischen gut 80 Euro und über 300 Euro. Nur sechs Modelle schnitten „gut“ ab, der Rest war „befriedigend“.Testsieger unter den Modellen mit einem Garraum wurde die Cosori CP158-AF, unter den Geräten mit zwei Garräumen die Cosori CAF-R901-AEU – beide mit der Gesamtnote „gut“. Preistipp ist die Russell Hobbs Satisfry Air 26510-56.
Philips schnitt in einzelnen Prüfpunkten gut bis sehr gut ab: Der Philips Airfryer 5000 Series XXL erhielt beim Test von chip.de die Note „sehr gut“ und wurde dort zum Testsieger gekürt. Im offiziellen Stiftung Warentest-Vergleich belegt Philips solide Mittelfeldplätze. Die Testredaktion notierte, dass Airfryer Speisen oft schneller und gleichmäßiger garen als ein Backofen, insbesondere bei kleineren Portionen. Sie stoßen aber bei großen Mengen an ihre Grenzen.
Ein wichtiger Praxishinweis: Bei vielen Modellen müssen Speisen manuell gewendet werden, weil kein rotierendes Rührelement eingebaut ist. Die Geräte machen akustisch auf den optimalen Wendezeitpunkt aufmerksam. Das Sichtfenster im Philips 3000 Series sitzt auf Augenhöhe, was im Alltag einen schnellen Gargrad-Check ganz ohne Unterbrechung ermöglicht. Das fehlende Sichtfenster war in früheren Philips-Modellen ein häufig bemängelter Punkt; bei der 3000er-Serie ist er ausgeräumt.
Kundenmeinungen auf Amazon bestätigen das Bild: Der Philips Airfryer 5000 Connected Series ist eine der meistverkauften Heißluftfritteusen und wird von Kundinnen und Kunden im Schnitt sehr positiv bewertet. Gelobt werden vor allem gleichmäßige Garergebnisse, einfache Reinigung und die intuitive Bedienung. Kritik gibt es vereinzelt wegen des Platzbedarfs auf der Arbeitsfläche.
Airfryer oder Backofen: Wer ist effizienter?
Die Stiftung Warentest hat den direkten Vergleich angestellt. Das Ergebnis: Heißluftfritteusen benötigen für Tiefkühlpommes durchschnittlich 30 Minuten und verursachen dabei Stromkosten von rund 31 Cent pro Kilo – deutlich weniger als ein Backofen. Bei kleinen Portionen haben Airfryer also einen klaren Effizienzvorteil. Wer dagegen regelmäßig große Mengen zubereitet oder auf mehreren Ebenen gleichzeitig backen möchte, ist mit einem Backofen besser bedient.Lohnt sich die Investition?
Philips-Modelle sind mit Preisen zwischen rund 100 und über 300 Euro im mittleren bis oberen Preissegment angesiedelt. Wer auf gesunde, schnelle und unkomplizierte Alltagsküche setzt und nicht auf klassisch frittierte Pommes mit viel Öl angewiesen ist, findet im Airfryer einen echten Mehrwert. Für einen Philips-Airfryer spricht vor allem die ausgereifte Rapid-Air-Technologie, eine robuste Verarbeitung und ein breites Zubehörangebot.Wichtig: Es muss nicht immer ein teures Markenmodell sein – der Test der Stiftung Warentest zeigt, dass auch günstigere Modelle von Ninja oder Russell Hobbs „gut“ sind. Wer ein knappes Budget hat, sollte gezielt aktuelle Testergebnisse vergleichen, bevor er kauft.
Fettfritteusen: ein Auslaufmodell
Fettfritteusen erfordern reichlich Öl, das nach dem Gebrauch fachgerecht entsorgt werden muss. (Bild: philips.de)
Klassische Fettfritteusen sind weitgehend vom Markt verschwunden. Philips bietet im Bereich Heimfritteusen de facto nur noch Airfryer an. Die traditionellen Modelle wie die Philips HD 6158 oder die Cucina HD 6150 sind zwar vereinzelt noch gebraucht erhältlich und überzeugten damals in Tests mit leicht zu reinigenden, spülmaschinenfesten Teilen und zuverlässigen Ergebnissen bei bis zu 190 Grad Öltemperatur. Gegen sie sprechen jedoch die aufwändige Entsorgung großer Ölmengen, das Geruchsproblem trotz Aktivkohlefilter sowie die Bildung von Acrylamid bei stärkehaltigen Lebensmitteln wie Pommes. Diese Kombination aus gesundheitlichen, praktischen und ökologischen Nachteilen hat die Heißluftfritteuse als Standard-Heimfritteuse längst abgelöst.


