Das Wichtigste auf einen Blick:
- Bild- und Tonsignale kabellos zum Fernseher übertragen
- Externe Sender-Empfänger-Sets nutzen das 2,4- oder 5-GHz-Band
- Heute etabliert: Miracast, AirPlay 2 und Google Cast als De-facto-Standards
HDMI-Kabel ermöglichen die Übertragung digitaler Bild- und Tonsignale in höchster Qualität – von Full HD bis hin zu 8K sowie Dolby Atmos über HDMI 2.1. Wer jedoch auf die physische Verbindung zwischen Fernseher und Geräten wie Blu-ray-Player, Streaming-Box, PC oder Spielekonsole verzichten möchte, setzt auf drahtlose Übertragungstechniken. Das Angebot an kabellosen Lösungen ist heutzutage so vielfältig wie nie zuvor, allerdings konnten sich viele der ursprünglich vielversprechenden Spezialstandards nicht langfristig etablieren.
Sender und Empfänger im Set: Der Selfsat Fly 200 überträgt HDMI-Signale kabellos im 5-GHz-Band – Wände und Decken kein Hindernis. (Bildquelle: amazon.de)
WirelessHD, WHDI und WiGig – misslungene Spezialstandards
Im Jahr 2008 wurde vom WirelessHD-Konsortium (zu dem Sony, Panasonic, LG, Samsung, Intel und weitere gehörten) der erste WiHD-Standard eingeführt. Er arbeitete im 60-GHz-Frequenzbereich mit Datenraten von bis zu 28 Gigabit pro Sekunde, war jedoch auf kurze Distanzen von etwa zehn Metern begrenzt. WHDI setzte auf das 5-GHz-Band, bot zwar eine größere Reichweite, dafür aber geringere Übertragungsraten. WiGig (802.11ad) versprach Übertragungsraten von bis zu sieben Gigabit pro Sekunde. Keine dieser Technologien hat sich im Alltag durchgesetzt: Geräte mit WiHD oder WHDI sind heute nicht mehr erhältlich, und das WirelessHD-Konsortium hat seine Aktivitäten eingestellt. WiGig fand zwar kurzzeitig Anwendung in einigen Laptops und Dockingstationen, spielt als kabelloser Videoübertragungsstandard im Heimkino-Bereich inzwischen aber keine Rolle mehr.
Proprietäre kabellose Übertragungssysteme
Abgesehen von den nicht erfolgreichen Standards existieren externe Sender-Empfänger-Paare, die HDMI-Signale kabellos über die 2,4- oder 5-GHz-Frequenzen übertragen. Dabei stellen Wände und Decken meist keine signifikante Barriere dar. Einige dieser Modelle setzen auf verlustfreie Kompressionsverfahren, um auch Full-HD-Inhalte zuverlässig zu übertragen. Aktuelle Systeme unterstützen teilweise sogar 4K-Auflösung, sollten vor der Anschaffung jedoch sorgfältig hinsichtlich der Latenzzeit und der Kompatibilität geprüft werden, da es auch hier keine einheitlichen Normen gibt.
Heutige Standards: Miracast, AirPlay, Chromecast und Wi-Fi 6E
Für die drahtlose Übertragung von Medieninhalten von Smartphones, Tablets oder Laptops auf Fernseher haben sich inzwischen vor allem drei Technologien durchgesetzt:
Miracast basiert auf Wi-Fi Direct und funktioniert geräteübergreifend auf Android- und Windows-Systemen;
AirPlay 2 von Apple überträgt Audio und Video verlustarm innerhalb des Apple-Universums und wird mittlerweile von vielen Smart-TVs direkt unterstützt;
Google Cast (Chromecast) ist in praktisch allen Android-Geräten und diversen Streaming-Apps integriert. Moderne
Smart-TVs sowie
AV-Receiver unterstützen häufig alle drei Protokolle parallel. Für kabellose Surround-Lautsprechersysteme ohne HDMI-Verkabelung gewinnt zudem
WiSA (Wireless Speaker and Audio) an Bedeutung, da es verlustfreien Klang bei äußerst niedriger Latenz überträgt. Seit 2022 ist mit
Wi-Fi 6E außerdem ein neues WLAN-Protokoll im 6-GHz-Band verfügbar, das Störungen reduziert und die zuverlässige Übertragung großer Datenmengen – beispielsweise unkomprimiertes 4K – ermöglicht. Zusätzlich erlaubt die
SAT>IP-Technologie die Verteilung von Satellitensignalen über das Netzwerk im ganzen Haus, ganz ohne weitere Koaxialkabel.