Einschätzung unserer Autoren
TomTom Via 125 Traffic (Europe)
Fünf-Zoll-Bildschirm als Retter in der Not
Denn noch können Smartphones einer derart großen Bildschirmdiagonalen nichts Vergleichbares entgegensetzten. Wobei sich natürlich sofort die Frage aufdrängt, ob in der Praxis der Unterschied von knapp 1 bis 2 Zoll tatsächlich derart relevant für den User ist, zumal die Routenführung in den meisten Fällen per Sprachansage erfolgt und nicht durch einen Blick auf das Display. Ferner besitzt das Via 125 Traffic als, so TomTom, erstes Mittelklasse-Navi des Herstellers ein Bluetooth-Modul, über das das Navi zu einer Freisprechanlage für Mobiltelefone umfunktionalisiert werden kann.
Die weiteren technischen Features des Via 125 Traffic hingegen entsprechen weitestgehend Standard-Funktionen, die von einem Navi über der 200-Euro-Marke erwartet werden dürfen. Neben der erwähnten Text-to-Speech-Funktion (Ansage von Straßennamen) gehören dazu etwa der Fahrspurassistent (bereits bei vielen Einsteigernavis vorhanden) sowie eine Sprachsteuerung für die Menübedienung, die Eingabe von Adressen und die Navigation.
Der Kartensatz wiederum deckt Europa inklusive Türkei und Griechenland ab, die Routenberechnung erfolgt unter Einbeziehung historischer Daten über das auf der Strecke tatsächlich erwartbare Verkehrsaufkommen – eine Funktion namens IQ Routes, die sich mittlerweile vielfach in Tests bewährt hat und zu den Schmankerl der TomTom-Navis gehört.
In den Handel starten wird das Via Traffic zu einem Verkaufspreis von 249 Euro. Angesichts der Tatsache, dass sich das Verhalten der Kunden vorrangig auf Einsteiger-Navis einerseits, internetfähige Hochpreis-Navis anderseits konzentriert, ist der Launch eines Mittelklasse-Navis wie das Via 125 Traffic eine gewagte Strategie, denn 249 Euro sind kein Pappenstiel und Bluetooth sowie Sprachsteuerung lassen sich andernorts auch preiswerter bekommen. Die sinkenden Gewinnmargen pro verkauftem Navi jedoch scheinen TomTom zu dieser Strategie, nämlich auf die Mittelklasse zu setzen, veranlasst zu haben. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich spätestens in einem halben Jahr gezeigt haben.
