Das Wichtigste auf einen Blick:
- Testsieger bislang nur Markenprodukte
- Konzentrate besser als klassisches oder Sensitiv-Handspülmittel
- Gute Konzentrat-Handspülmittel gibt es auch vom Discounter
- Gegebenenfalls stark Verschmutztes einweichen lassen
Das wohl bekannteste Handspülmittel Deutschlands überzeugt durch seine Reinigungsleistung auch Stiftung Warentest und Öko-Test. (Bild: pril.de)
In den meisten deutschen Haushalten übernimmt die Spülmaschine das Abwaschen des Geschirrs. Doch wenn empfindliche Küchenutensilien wie beschichtete Pfannen und feine Gläser gereinigt werden müssen, bleibt nur die Handarbeit. Während die meisten bei Tabs und Geschirrspülpulver gezielt zur wirksamsten Variante greifen, richten sich viele beim Kauf von Handspülmitteln hauptsächlich nach dem Preis. Dabei hängt die Reinigungsleistung tatsächlich maßgeblich von der Preiskategorie ab. Im bislang aktuellsten großen Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 6/2022) mit 25 geprüften Handspülmitteln zeigt sich: Konzentrat-Produkte dominieren das Testfeld deutlich und kosten pro Spülgang zwar oft mehr als klassische Mittel, liefern dafür aber auch spürbar bessere Ergebnisse. Offenbar verwenden bekannte Marken Inhaltsstoffe wie Amylasen, die schon seit Jahren in Geschirrspülmitteln eingesetzt werden und selbst hartnäckigen Reis- und Nudelresten effektiv zu Leibe rücken.
Konzentrate, Klassiker, Sensitive: Wo sind die Testsieger zu finden?
Das Ergebnis des Vergleichs von 2022 ist eindeutig: Von zehn geprüften Konzentraten schnitten acht „gut“ und eines sogar „sehr gut“ ab. Alleiniger Testsieger wurde das Pril Kraft Gel Ultra Plus, das als einziges von 25 Produkten „sehr gut“ bewertet wurde. Dahinter folgten die „guten“ Aldi Alio Ultra Classic 5 in 1, dm Denkmit Ultra Multi-Power 5 und W5 Ultra-Power von Lidl. Die Hersteller haben die Reinigungsformeln gezielt für eingetrocknete Speisereste mit hohem Stärkeanteil optimiert. Ausschlaggebend sind dabei spezielle Enzyme wie Amylasen, neue Kombinationen von Tensiden mit verbesserter Fettlösekraft sowie konzentriertere Rezepturen. Die Stiftung Warentest rät, verschmutztes Geschirr lieber eine Weile einzuweichen, damit die Enzyme – insbesondere die Amylasen – ihre volle Wirkung entfalten können.Die klassischen Spülmittel hingegen enttäuschten im Test: Drei sind immerhin noch „befriedigend“, elf nur „ausreichend“ und eines sogar „mangelhaft“. Noch klarer ist das Urteil bei Öko- und Sensitiv-Produkten: Stiftung Warentest empfahl keines dieser Mittel. Sie schnitten in der Reinigungsleistung insgesamt schlechter ab als die Konzentrate und waren dabei häufig nicht einmal umweltschonender. Für Verbraucherinnen und Verbraucher mit sensibler Haut oder ökologischen Ansprüchen bleibt die Wahl damit schwierig: Wer auf gute Reinigungskraft angewiesen ist, fährt mit einem Konzentrat am besten – und schont durch die geringere benötigte Menge indirekt auch die Umwelt.
Eine erfreuliche Entwicklung zeigt der Test bei kritischen Konservierungsstoffen: Während 2018 noch mehrere Produkte das allergieauslösende Methylisothiazolinon enthielten, fand sich diese Substanz 2022 nur noch in einem einzigen getesteten Spülmittel in nennenswerter Konzentration. Die meisten Hersteller haben ihre Rezepturen inzwischen auf unbedenklichere Alternativen umgestellt.




















