Das Wichtigste auf einen Blick:
- Tests: Geprüfte Augencremes ohne sichtbare Wirkung gegen Falten
- Auslobung „ohne Parabene“ heißt nicht gleich ohne Konservierungsstoffe
- Produkte mit alternativen Konservierungsstoffen nicht ohne Risiken für Allergiker
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Genereller Ersatz von Parabenen nicht sinnvoll
- Stiftung Warentest: Augencremes sind gegen Tränensäcke machtlos
- Augenseren: meist leichter und höhere Konzentration aktiver Wirkstoffe
Welche Kriterien verwendet die Stiftung Warentest für ihre Tests? Wann gilt eine Augencreme als empfehlenswert?
Zunächst untersucht eine Laboranalyse die mikrobiologische Qualität einer Augencreme direkt nach dem Öffnen. Dabei liegt der Fokus auf der Gesamtkeimzahl sowie auf bestimmten Mikroorganismen. In einem darauffolgenden Belastungstest werden die Cremes gezielt mit Krankheitserregern wie Pilzen und Bakterien (etwa Escherichia coli oder Staphylococcus aureus) belastet – diese sind häufig Verursacher von bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen oder Infektionen bei verletzter Haut. Laut den Testergebnissen von Stiftung Warentest schneiden die meisten geprüften Produkte – darunter auch diverse Tagescremes, Körperlotionen und Sonnenschutzprodukte ohne klassische Konservierungsstoffe und Parabene – aufgrund ihrer makellosen mikrobiologischen Qualität meist sehr gut ab. Unter den empfohlenen Augencremes finden sich auch erschwingliche Marken wie Florena, Lavera oder Rossmann. Manchmal decken die Tester auch eine Irreführung auf, beispielsweise bei der Eau Thermale Avène Beruhigende Augencreme, die nach geltendem Eichrecht keine täuschende Füllmenge zeigen dürfte, aber genau das tut. Auch neuere Tests, etwa von Öko-Test (2023, 21 getestete Produkte), bestätigen: Keine der geprüften Augencremes zeigte eine sichtbare Wirkung gegen Falten – sieben erhielten die Note „gut", vor allem wegen feuchtigkeitsspendender Eigenschaften.
Erschwinglich, frei von klassischen Konservierungsstoffen und dennoch mikrobiologisch einwandfrei: Der Testsieger von Lavera beweist, dass Konservierungsstoffe nicht zwangsläufig nötig sind und kein zusätzlicher Aufpreis gerechtfertigt wird. (Bildquelle: amazon.de)
Was versteht man unter Parabenen und sind Augencremes ohne diese Stoffe tatsächlich unbedenklicher?
Parabene sind Konservierungsstoffe, genauer gesagt Ester und Salze der para-Hydroxybenzoesäure. Verbraucher erkennen sie meist beim Blick auf die Inhaltsstoffliste (INCI-Liste). Gerade bei Augencremes, die sich über mehrere Monate verwenden lassen, spielen Parabene eine wichtige Rolle: Sie sorgen dafür, dass das Produkt lange haltbar bleibt und sich beim wiederholten Fingerkontakt weder Keime noch Schimmel- oder Hefepilze ansiedeln können. Allerdings haben Parabene auch einen schlechten Ruf, da ihnen allergene, hormonelle und – laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2004 – sogar krebserregende Wirkungen nachgesagt werden. Der Verdacht einer Verbindung zu Brustkrebs konnte bislang nicht bestätigt werden, hat sich jedoch im Bewusstsein vieler Verbraucher festgesetzt. Entscheidend dürfte vor allem die Konzentration der Parabene sein, deren gesetzliche Höchstwerte ein Risiko minimieren. Das BfR rät nicht zu einem generellen Verzicht auf Parabene: Sie werden gut vertragen und besitzen im Vergleich zu vielen anderen Konservierungsstoffen sogar ein geringeres Allergierisiko.
Das Werben mit „straffenden" Effekten sollte Sie vorsichtig machen. Wer ein entspanntes Leben führt, ausreichend schläft und sich ausgewogen ernährt, hat laut „test" bessere Chancen auf eine faltenarme Haut. (Bildquelle: amazon.de)
Tipp: Wenn Sie empfindliche Haut haben, zu Allergien neigen oder generell skeptisch gegenüber Konservierungsstoffen sind, sollten Sie parabenhaltige Augencremes meiden. Diese sind an Endungen wie „-paraben" erkennbar – etwa Methylparaben, Isopropylparaben, Ethylparaben, Propylparaben oder Butylparaben. Nicht alle sind gleich problematisch; so gelten Methyl- und Ethylparaben laut Stiftung Warentest als unbedenklich. Alternative antimikrobielle Wirkstoffe können leider ebenfalls Allergien oder andere gesundheitliche Nebenwirkungen hervorrufen.
Augencremes im Praxistest: Was hilft gegen Tränensäcke? Lindern Augencremes Schwellungen?
Leider nicht. Die Stiftung Warentest weist auf test.de darauf hin, dass entsprechende Werbeversprechen nicht haltbar sind. Echte Tränensäcke entstehen durch eine genetisch bedingte Schwäche des Bindegewebes, die nur durch eine Operation korrigierbar ist. Lassen Sie sich durch Marketingversprechen also nicht in die Irre führen. Bei geschwollenen Augen können hingegen kühlende Kompressen helfen, um die Schwellungen schneller abklingen zu lassen – bewährt haben sich etwa gekühlte Schwarzteebeutel, Quarkmasken oder Gurkenscheiben, so die Stiftung Warentest. Auch Koffein, das in einigen Augencremes und -seren enthalten ist, gilt als nachgewiesener Wirkstoff, der die Mikrozirkulation anregt und Schwellungen sowie Augenringe vorübergehend lindern kann.Augencremes sind gegen echte Tränensäcke – entgegen Werbeslogans – wirkungslos. Diese genetisch bedingte Bindegewebsschwäche kann nur operativ behandelt werden. – Stiftung Warentest.
Stiftung Warentest: Auch preiswerte Augencremes können im Alltag überzeugen
Die erfreuliche Erkenntnis lautet: Parabenfreie Kosmetika gibt es auch preiswert, und diese sind laut Stiftung Warentest durchaus alltagstauglich. Eine weitere Option, mögliche Risiken zu mindern, ist der Griff zu Augencremes mit etwas abgewandelter Rezeptur und geringerem Wasseranteil sowie Produkten mit gut verschlossenen, also sterilen Verschlüssen und versiegelten Verpackungen. Cremes sollten idealerweise mit einer Schutzfolie versehen sein und so verschließbar, dass kein Wasser eindringen kann. Für maximale Hygiene empfiehlt sich, die Creme mit einem Spatel statt dem Finger zu entnehmen und vorher gründlich die Hände zu waschen.Top 3 der Augencremes ohne Parabene laut Stiftung Warentest
- Florena Straffende Augenpflege (rund 13 Euro für 15 ml)
- Kiehl's Midnight Recovery Eye (ca. 50 Euro für 15 ml)
- Rossmann / Rival de Loop Hydro Belebende Augencreme (etwa 3 Euro für 15 ml zum Testzeitpunkt)
Top 3 der Augencremes ohne klassische Konservierungsstoffe laut Stiftung Warentest
Auch die Exquisit Augencreme von Hildegard Braukmann, erhältlich beispielsweise bei Rossmann, dient als Feuchtigkeitsspender. Dabei soll das enthaltene Hyaluron sogar aus biologischem Anbau stammen. (Bildquelle: rossmann.de)
- Eau Thermale Avène Beruhigende Augencreme (ungefähr 16 Euro für 10 ml zum Testzeitpunkt)
- Lavera Pflegendes Augengel (rund 12 Euro für 15 ml zum Testzeitpunkt)
- Dr. Hauschka Augenbalsam (zwischen etwa 18 und 22 Euro für 10 ml)
Augencremes gegen Falten – sind solche Versprechen nicht übertrieben?
Augencremes werden fast immer als Spezialprodukte mit Anti-Aging-Effekt vermarktet. Die meisten versprechen, bestehende Falten mit einem straffenden Effekt zu mindern und neuer Faltenbildung entgegenzuwirken. Ehrlicher sind allerdings diejenigen, die nicht mit einer sichtbaren Reduktion tiefer Falten werben, sondern sich darauf konzentrieren, feine Trockenheitsfältchen mit ausreichender Feuchtigkeit zu versorgen. Denn die Wirkstoffe von Augencremes wirken vor allem oberflächlich und können tiefere Mimiken- und Lachfältchen kosmetisch nicht beseitigen. Es wäre jedoch zu pessimistisch, anzunehmen, dass die Inhaltsstoffe keine Wirkung zeigen: Eine der Kernaufgaben ist weiter die Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit, die von Substanzen wie Kollagen oder Hyaluronsäure unterstützt wird. Augenseren sind eine neuere Alternative: Als leichtere Formulierungen mit höherer Wirkstoffkonzentration können sie gezielter wirken – etwa bei Schwellungen oder Augenringen – bieten aber weniger intensive Feuchtigkeit als eine klassische Augencreme.Nur minimale Verbesserungen messbar
Während die Feuchtigkeitsversorgung vergleichsweise gut gelingt, gestaltet sich die Suche nach Wirkstoffen zur Förderung der Zellerneuerung und körpereigenen Kollagenproduktion schwieriger. Mit hoher Wahrscheinlichkeit regen die Vitamine C und A die Kollagenproduktion an, während Vitamin E die Haut vor freien Radikalen schützt. Einige Hersteller versuchen mittlerweile, ihre Stoffe mittels Nanotechnologie in tiefere Hautschichten zu transportieren, um sie direkt in den Zellen wirken zu lassen.Wichtiger Hinweis zu Retinol (Vitamin A): Die EU hat mit der Verordnung (EU) 2024/996 neue Höchstmengen für Retinol und seine Derivate in Kosmetika festgelegt. Seit November 2025 müssen entsprechende Produkte einen Warnhinweis tragen: „Enthält Vitamin A. Berücksichtigen Sie Ihre tägliche Aufnahme vor der Anwendung." Für Körperlotionen gilt eine Höchstkonzentration von 0,05 % Retinoläquivalent; für andere Hautpflegeprodukte wie Augencremes beträgt der Grenzwert 0,3 %. Kosmetika, die den alten Standards entsprechen, dürfen noch bis zum 1. Mai 2027 verkauft werden. Für Schwangere und Stillende sind retinolhaltige Kosmetika grundsätzlich nicht empfohlen.
Wunder gibt es nur im Schlager und im Kino. – Stiftung Warentest in einem Test zu Augencremes gegen Falten.
Lesetipp: Weitere nützliche Informationen finden Sie in unserem Magazinbeitrag Hautpflege: Wissen, was der Haut guttut

