Stärken
Schwächen
Ob für Kinder im Kindergartenalter oder für ambitionierte Hobbykünstler: Buntstifte lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Kinderbuntstifte sind auf robuste Handhabung und dicke Griffigkeit ausgelegt; Künstlerstifte auf Farbbrillanz, Farbbreitenvielfalt und weichen Abrieb. Was die Typen unterscheidet, worauf beim Kauf zu achten ist – und warum das Thema Schadstoffe entscheidend bleibt – fasst dieser Ratgeber zusammen.
Künstlerstifte: Für alle, die mehr wollen als Farbe auf Papier
Künstlerstifte gibt es in zwei Varianten: auf Ölbasis oder mit Wachsminen. Beide haben einen deutlich höheren Pigmentanteil als einfache Kinderstifte – die Farbe ist kräftiger, brillanter und lichtbeständiger. Ölbasierten Stiften wird gelegentlich nachgesagt, etwas weniger deckend zu sein als Wachsminen; in der Praxis sind die Unterschiede jedoch gering. Die meisten Künstlerstifte sind weich und eignen sich sowohl für flächiges Ausmalen als auch für präzise Linien. Für sehr exakte Zeichnungen sind auch härtere Varianten erhältlich.Ein wesentliches Merkmal ist die Farbauswahl: Viele Hersteller bieten bis zu 120 oder mehr Farbnuancen an. Die Stifte richten sich an Zeichenbegeisterte und sind entsprechend hochpreisiger – einige Marken führen aber auch günstigere Einstiegslinien für Hobbyzeichner. Eine besondere Untergruppe sind Aquarellstifte: Nach dem Auftrag kann man sie mit Wasser verwischen und so aquarellartige Effekte erzielen.
Kinderbuntstifte: Robust, griffig, mit Wachsminen
Das Gros der Buntstifte ist für Kinderhände gedacht. Besonders dicke Exemplare eignen sich schon für kleine Kinder ab etwa drei Jahren, da sie leichter zu greifen sind. Die Minen bestehen aus Farbpigmenten in einem Wachsträger. Qualitätsunterschiede sind erheblich: Markenprodukte überzeugen mit kräftigeren Farben, besserer Bruchsicherheit und sorgfältiger Verleimung der Mine im Holzmantel – sie halten also einen Sturz besser aus und brechen beim Anspitzen seltener. Dreikantformen ermöglichen Kindern eine ergonomisch günstigere Griffhaltung als der klassische Sechskantstift.Generell gilt: Buntstifte haften am besten auf Papier mit leicht rauer Oberfläche. Auf sehr glatten Flächen nimmt die Farbabgabe deutlich ab.
Schadstoffe: Ein ernstes Thema beim Kauf von Kinderbuntstiften
Sowohl Stiftung Warentest als auch Öko-Test haben Buntstifte mehrfach auf Schadstoffe untersucht – mit beunruhigenden Ergebnissen. In Tests beider Organisationen fiel rund jeder zweite Kinderbuntstift wegen bedenklicher Inhaltsstoffe durch: Nachgewiesen wurden vor allem krebserregende oder krebsverdächtige aromatische Amine aus Azofarbstoffen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie Phthalat-Weichmacher – letztere vor allem in der Lackschicht des Holzmantels. Obwohl viele belastete Stifte die EU-Grenzwerte für Spielzeug formal einhalten, stufen Verbraucherorganisationen diese Grenzwerte als zu lax ein, da Buntstifte im ständigen Hautkontakt stehen und von Kindern oft in den Mund genommen werden.Der wichtigste Kauftipp lautet daher: Unlackierte Stifte bevorzugen. Öko-Test bestätigt, dass der Großteil der Schadstoffe aus der Lackschicht stammt – stickt- und lackarme Modelle sind daher deutlich sicherer. Empfehlenswert sind außerdem Stifte mit FSC-Siegel (nachhaltige Holzgewinnung) und wasserbasierter Lackierung.
Buntstifte im Test: Was Stiftung Warentest und Öko-Test empfehlen
In ihren Buntstifttests empfehlen Stiftung Warentest und Öko-Test unabhängig voneinander vor allem Produkte etablierter Marken. Gut bis sehr gut abgeschnitten haben dabei unter anderem Faber-Castell Colour Grip (Testsieger Stiftung Warentest), BIC Kids Evolution Triangle, Jolly Supersticks Classic, Maped Color'Peps sowie Pelikan-Buntstifte. Für Kleinkinder empfiehlt ein Praxistest der Süddeutschen Zeitung (09/2023) besonders die Faber-Castell Jumbo Grip Buntstifte aufgrund ihrer ergonomischen Form und guten Handhabung für kleine Hände.Gemeinsamer Rat beider Testorganisationen: Günstige No-Name-Stifte ohne Zertifizierung meiden. Auf das CE-Kennzeichen und die Sicherheitsnorm EN 71 (Schwermetallfreiheit) achten; noch besser: auf das ASTM D-4236-Siegel, das strenger auf gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe prüft.
















