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Unser Fazit
11.12.2014
Deluxe 22
Nichts für starke Schwitzer
Bei kaum einer anderen Produktgruppe wirken luxuriöse Namen wie „Deluxe“ derart absatzsteigernd wie bei Matratzen. Das verwundert deshalb, weil die Matratzenbranche besonders um Marketingworthülsen bemüht ist, die auch eine Wellness-Faszination auf die Kundschaft ausüben, ohne bekanntermaßen sonderlich viel Klarheit über Material und Liegeeigenschaften zu transportieren. Bei der Tempur Matratze aus der Serie „Deluxe“ geht das Konzept auf, wie ein Blick in die Kaufrezensionen belegt: Nur wenige Kunden haben nach dem Kauf noch dasselbe Verständnis von Luxus im Tempur-Sinn wie vorher. Passt sich unter dem Einfluss von Körperwärme an den Schläfer an Das Problem, das laut Warentester die Tempur-Matratzen generell haben: Nicht jeder kann mit der Einsinktiefe des oben gelegenen, zweiteiligen Matratzentyps aus viskoelastischem Material etwas anfangen. Statt wie versprochen die anspruchsvollen Schlaf- und Liegewünsche der Kundschaft zu bedienen, erweist sich sich die Matratze mit der Träger- und Stützschicht als eher lästig für alle, die sich während der Nachtstunden ihre Bewegungsfreiheit erhalten wollen. Woher das kommt? Tempur ist ein viskoelastisches Material, das auf Körperwärme reagiert und sich sehr genau an die Körperkonturen anpasst. Ohne den Einfluss von Wärme soll sich die obere Lage der 22 Zentimeter dicken Matratze wieder in die ursprüngliche Form zurückbilden.
Hohe Raumdichte, hohe Festigkeit
Das klingt zuhöchst einmal wahrlich wolkenhaft: Ein solches elastisches, nur auf die Körperwärme reagierendes Material entlastet den Körper an Zonenen wie Schultern, Hüfte oder Beinen vom Druck, den eigentlich alle Matratzenhersteller mit irgendeiner Technologie besonders innovativ gelöst wissen wollen. Das „Deluxe“ erklärt sich hier durch eine festere und formstabilere Tempur-Eigenschaft (HD-Material für „high density“) gegenüber der Original-Serie mit einer etwas geringeren sogenannten Raumdichte. On Top findet sich außerdem noch eine 2 Zentimeter hohe, eingesteppte Tempur-Softschicht. Doch die erhoffte Schwerelosigkeit weicht bei etlichen Kunden der Ernüchterung.
Viskoschaum speichert die Körperwärme
Hauptproblem sei starkes Schwitzen. Man müsse sich im Klaren darüber sein, dass viskoelastische Materialien wie von Tempur die Körperwärme nicht nur für ihre Formveränderung nutzen, sondern sie auch aufspeichern. Folglich könne es passieren, dass man nachts stark schwitze und daher unruhig schlafe – ein Witz für all jene, die sich gerade aus Gründen der nächtlichen Tiefenentspannung für eine Viskoschaumlösung entschieden haben. Ehrenhalber sie erwähnt, dass es sich dabei nicht um einen Mangel handelt, der im Tempur-Matratzen selbst angelegt ist, sondern um ein bei allen Viskomaterialien altbekanntes Problem. Wer die 1.423 Euro (Amazon) in die Hand nimmt, sollte wissen, worauf er sich einlässt.