Für wen eignet sich das Produkt?
Nahezu weltweit geht die Digitalisierung der Rundfunk-Infrastruktur schnell voran. Wo diese noch nicht vollzogen ist, sind Termine für Analogabschaltungen vielfach bereits festgelegt. Dennoch kann die Anschaffung des rein analogen Radioapparates Roberts Radio Classic 962 noch eine erfreuliche Sache sein. Insbesondere bei der Vorbereitung von Reisen in medial schlecht versorgte Gegenden und für Nutzer aus Staaten, deren Heimatsender vorerst weiter in heute exotisch wirkenden Wellenbereichen zu empfangen sind. Ganz klassisch eignet sich das Ding zugleich als unauffällige Notlösung an Arbeitsplätzen, vielleicht um manches Fußball-Live-Erlebnis zu retten. Der stabile, runde Mono-Klang des Geräts bleibt also dank des breiten Angebots an Empfangsmöglichkeiten vorübergehend eine geschätzte Quelle für Information und Unterhaltung. Vor allem die Hörbarmachung der Kurzwelle würde die traditionsreiche Bezeichnung „Weltempfänger“ rechtfertigen, daneben beherrscht der Tuner selbstverständlich UKW, Mittelwelle und Langwelle. Da Sprachprogramme im Alltagsgebrauch oft im Mittelpunkt des Interesses stehen, ist die durchweg gute Wiedergabe der menschlichen Stimme zu loben.
Stärken und SchwächenBei einem transportablen Unterhaltungskünstler darf der Strom nicht unbedingt aus der Steckdose kommen müssen. Zwei Batterien im Mignon/AA-Format reichen hier, um für immerhin etwa 20 Stunden den netzunabhängigen Betrieb zu ermöglichen - wenn man den Angaben des Herstellers folgt. Ebenso Pflicht ist ein Kopfhörer- beziehungsweise Ohrhörer-Anschluss für die üblichen 3.5mm-Klinkenstecker - und sie wird erfüllt. Nun soll ein solches Gerät kein Schönling sein, eher ein robustes Arbeitstier. Wenn man diesen Charakter durch Hässlichkeit betonen wollte, so ist das hervorragend gelungen. Obwohl auch da die Liebe zum Detail fehlt, erinnert die grafische Darstellung der Frequenztabellen schon mehr an die goldenen Zeiten des Radios. Zumal sie ihre Funktion erfüllt: Wer sich in den globalen Weiten der Analog-Rundfunk-Reste auskennt, der kommt bei der Sendersuche zurecht - die Trennschärfe ist für die Klasse respektabel. Die beiliegende Transporttasche ist offenbar nicht als Staubschutz konzipiert, als Stoßschutz jedoch okay.
Preis-Leistungs-VerhältnisVermutlich ließe sich dieses ordentlich verarbeitete Gerät bei vielen Erwerbern selbst dann noch zum Ertönen bringen, wenn es einige der heutigen Analog-Sendestationen längst nicht mehr gibt. Da sind die etwa 42 Euro für ein paar schöne Betriebsjahre bei Amazon vernünftig angelegt. Und das biedere Design kann man freundlich als Understatement interpretieren. Nicht viel schöner, aber anders - und ebenfalls kurzwellentauglich - ist der Muse M-05, der ohne Versand nur den halben Mitteleinsatz fordert.





























