Pyrolyse-Backöfen Scheuern? Das war einmal.
Viele Gerichte schmecken aus dem Backofen besser als aus der Pfanne. Und wer genießt nicht den leckeren Enten- oder Gänsebraten zu den Festtagen? Gleichwohl schrecken viele vor der Zubereitung solcher Speisen zurück. Nicht aber, weil diese so kompliziert wäre – sondern weil die anschließende Reinigung zum Horror wird. Eingebrannte Soßenspritzer, ein dicker Fettfilm auf allen Oberflächen und herabgetropfte Käsekrusten erfordern ein schier endloses scheuern. Es sei denn, der Ofen hat eine Selbstreinigungsfunktion.
Spezial-Emaille
Immer mehr Hersteller werben mit einer solchen und wollen damit die Kundschaft anlocken. Allerdings gibt es im Grunde genommen sehr unterschiedliche Ansichten darüber, was eine Selbstreinigungsfunktion leisten können muss. Bei der einfachsten Variante handelt es sich schlichtweg um eine spezielle Keramikbeschichtung der Innenflächen, an denen Fett und Schmutz weniger gut haften sollen. Diese Emaille hat sich mittlerweile sehr weit verbreitet und ist im Grunde auch keinen Aufpreis mehr wert. Ihre Wirksamkeit ist zudem sehr beschränkt, vor allem, wenn nicht wirklich sofort nach dem Abkühlen des Innenraums mit der Reinigung begonnen wird. Und letzten Endes ist nur wenig gewonnen: Der Nutzer muss weiterhin schrubben, wenn auch vielleicht nicht mehr so intensiv.
Katalytische Selbstreinigung
Interessanter ist daher schon die „Katalytische Reingung". Bei ihr besitzt die Innenraumbeschichtung die Fähigkeit, fetthaltige Schmutzrückstände abzubauen. Eingelagerte Metalloxide (die Katalysatoren) oxidieren in Verbindung mit Luftsauerstoff und Hitze das Fett, so dass es in Wasser und Kohlendioxid zerfällt. Je höher die Temperatur, desto besser ist die Reinigung, ab 200 Grad Celsius beginnt die Funktion zu wirken. Leider muss auch hier der Nutzer noch tätig werden: Das Reinigen ist zwar leichter, aber noch immer nötig. Darüber hinaus verliert die Beschichtung mit der Zeit ihre Wirksamkeit und die Oberfläche darf niemals mit Backofenspray oder kratzenden, scheuernden Mitteln gereinigt werden.
Pyrolyse-Funktion
Die bequemste Selbstreinigung erfolgt durch die Pyrolyse. Dabei handelt es sich um ein eigenständiges Backofenprogramm, welches den Innenraum mit einer Gesamtleistung von bis zu 3.000 Watt aufheizt, wodurch Temperaturen jenseits von 500 Grad Celsius erzielt werden. Die Tür wird dabei speziell versiegelt und moderne Spezialverglasungen verhindern auch, dass man sich am Gehäuse verbrennt. Durch die hohe Temperatur werden die Rückstände restlos zu Asche verbrannt, die im Anschluss ganz einfach ausgefegt werden kann – und das nach nur 1,5 bis 3,0 Stunden. Je nach Hersteller kommt zusätzlich eine Filterung der Abluft durch einen vorgenannten Katalysator zum Einsatz. Noch bequemer geht es kaum, man muss jedoch mit Mehrkosten von etwa 50 bis 100 Euro gegenüber einem ansonsten gleichwertigen Gerät ohne Pyrolyse rechnen.































