Das Wichtigste auf einen Blick:
- Zwei Modelltypen (Amboss und Bypass) für verschiedene Anwendungsfälle
- Scheren für Rechts- und Linkshänder:innen
- Leichtes Handling
- Wartungsarm
- Breite Preisspanne bei vergleichbarer Produktqualität
Gartenschere für Linkshänder:innen (Bildquelle: amazon.de)
Scheren im Vergleich – welches Schneidewerkzeug überzeugt am meisten?
Wenn Sie sich für die Anschaffung einer Einhandschere entscheiden, die Sie regelmäßig zur Pflege Ihres Gartens einsetzen möchten, liefern Produkttests eine hilfreiche Orientierung. Im Fokus stehen dabei vor allem die Schneideleistung und die Schnittpräzision der Gartenscheren. Darüber hinaus bewerten Expert:innen auch die Ergonomie – hierzu zählen Griffe, Stiele und Schalter – sowie den Komfort beim Schneiden, etwa Balance, Gewicht, Beweglichkeit und erforderliche Schneidkraft. Bei elektrisch betriebenen Geräten fließen zusätzlich Kriterien wie die Schnittgeschwindigkeit, Vibrationen während der Nutzung und Geräuschemissionen in die Bewertung ein. Besonders wichtig ist zudem der Kraftaufwand bei mechanischen Werkzeugen. So werden mechanische Erleichterungen wie Getriebemechanismen zwar positiv bewertet, jedoch können zu weite Öffnungswinkel oder schwere Geräte schnelles Ermüden etwa beim Beschneiden von Bäumen und Sträuchern begünstigen und daher negativ auffallen.Meist erzielen renommierte Hersteller mindestens ein gutes, oft sogar ein sehr gutes Ergebnis, etwa Gardena und Fiskars. Allerdings gibt es auch preisgünstige Eigenmarken von Discountern und Baumärkten, die in einigen Fällen durchaus mithalten können. Diese Scheren sind meist günstiger, was allerdings oft mit Abstrichen bei Materialqualität und Haltbarkeit einhergeht, was sich dann in den Testergebnissen widerspiegelt.
Sicherheit bleibt häufig eine Schwachstelle, nicht immer stimmen auch die Schnittergebnisse
Beim Kauf sollten Sie neben Ergonomie und Schneidleistung auch die Sicherheit im Blick haben. Gerade in diesem Bereich zeigen sich oft Schwächen. In einem umfassenden Vergleichstest der Zeitschrift „selbst ist der Mann", in dem 27 Gartenscheren verschiedener Marken gründlich geprüft wurden, offenbart die Fallprüfung, dass viele Scheren diesen Belastungstest nicht bestehen. Sie öffnen sich beim Aufprall trotz Feststellmechanismus und stellen dadurch mit der offengelegten Klinge eine Verletzungsgefahr dar.
Bypass-Gartenschere von Gardena ist in verschiedenen Größen von S bis L erhältlich. Abgebildet: Modell B/S-M. (Bildquelle: amazon.de)
Nur einige der geprüften Modelle erweisen sich als überzeugende Helfer beim Schneiden sowohl von weichem Grünholz als auch von hartem Totholz. Lediglich die PX93 von Fiskars und die 15.107 von Löwe erreichen in beiden Bereichen die volle Punktzahl. Die Prüfer:innen machen dabei eine interessante Feststellung: Obwohl Amboss- und Bypass-Scheren eigentlich unterschiedliche Einsatzgebiete haben, verwischen die Grenzen im Alltag. So können viele Amboss-Scheren durchaus gut frisches Grünholz schneiden, während einige Bypass-Modelle sich auch für den Zuschnitt von trockenem, hartem Holz eignen.
Bypass oder Amboss – für jeden Einsatzzweck das passende Werkzeug
Generell unterscheiden sich Gartenscheren – darunter auch Ast- und Baumscheren – durch die Klingenführung. Bei der Bypass-Schere läuft die obere Klinge an einer Gegenklinge vorbei. Dies ermöglicht sehr saubere Schnitte und macht diesen Scherentyp zur ersten Wahl für empfindliche Pflanzen wie Ihre Rosen. Saubere Schnittflächen heilen rascher ab und bieten weniger Angriffsfläche für Pilze und Bakterien. Wenn Sie jedoch dickere Äste schneiden möchten, empfiehlt sich eine Amboss-Schere, bei der die Klinge auf eine flache Gegenplatte trifft. Allerdings kann dieser Schnitt stumpf ausfallen und zu Quetschungen an Pflanzen und Ästen führen, weshalb Amboss-Scheren für empfindliche Gewächse weniger geeignet sind.Für kleinere Schnittarbeiten auf dem Balkon reicht meist eine Bypass-Schere aus. Wer hingegen einen ganzen Garten pflegt, sollte idealerweise zusätzlich eine Amboss-Schere besitzen. Erfreulicherweise sind bei hochwertigen Marken oft Klingen und Widerlager austauschbar, sodass solche Scheren oft über viele Jahre, manchmal sogar ein ganzes Gärtnerleben, halten.
Angenehmes Arbeiten dank ergonomischer Griffe
Was den Bedienkomfort angeht, bieten viele Scheren nicht die optimale Öffnungsweite der Griffschenkel (etwa das Modell Grüntek Silberschnitt). Besonders Menschen mit kleineren Händen haben häufig Schwierigkeiten, wenn der Öffnungswinkel zu groß ist. Da Gartenscheren oft von verschiedenen Personen genutzt werden, ist es vorteilhaft, wenn Hersteller unterschiedliche Griffgrößen anbieten oder die Öffnungsweite anpassen lassen. So gelingt auch das Arbeiten mit Handschuhen komfortabel. Diese Eigenschaften finden Sie nicht nur bei bekannten Marken wie Gardena, sondern auch bei preiswerteren Baumarkt-Modellen, beispielsweise bei Lux Tools (Gartenschere Amboss mit Aluminiumgriffen).Scheren, die mehrteilige Kunststoffgriffschalen mit Polsterungen besitzen, sind für ein angenehmes Griffgefühl bekannt. Besonders ergonomisch sind Gartenscheren mit sogenannten Rollgriffen, die sich beim Öffnen und Schließen mitdrehen. Ein solcher Aufpreis lohnt sich, wenn Sie längere Zeit am Stück arbeiten und ist insbesondere für Gärtner:innen mit kleineren Händen empfehlenswert.
Im Allgemeinen beeinflusst das Gewicht von Gartenscheren das Handling kaum spürbar. Ob Sie nun eine leichtere oder etwas schwerere Schere bevorzugen: Die Unterschiede bei manuellen Geräten betragen meist nur wenige zehntel Kilogramm.
Leichte Gartenscheren – unsere Top-Empfehlungen
| Gewicht | Unser Fazit | Stärken | Schwächen | Bewertung | Angebote | |
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ab 10,49 € ![]() Sehr gut 1,4 |
0,042 kg |
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ab 18,41 € ![]() Sehr gut 1,5 |
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672 Meinungen 1 Test |
Die Mechanik – kraftsparendes Schneiden in verschiedenen Varianten
Gartenscheren mit Gelenk- oder Hebelmechanismus oder mit einem mehrstufigen Schneidverfahren – sogenannte Ratschenscheren –, die in mehreren Etappen schneiden, erleichtern das Durchtrennen dickerer Äste. Diese Mechanismen verstärken die Kraftübertragung, weshalb solche Modelle auch ideal für Personen mit geringerer Handkraft sind. Auch beschichtete Klingen erleichtern das Schneiden, da sie besonders gut durch frisches, klebriges Holz gleiten. Aktuelle Hochleistungsscheren setzen dabei zunehmend auf Klingen aus SK5-Kohlenstoffstahl, der sich durch hohe Härte und gute Schärfhaltigkeit auszeichnet. Wer den Komfort noch steigern möchte, greift zu einer akkubetriebenen Einhandgartenschere. Neben dem bewährten Modell EasyPrune von Bosch bietet inzwischen auch Gardena mit der AssistCut eine sensorgesteuerte Variante an, die bei Widerstand automatisch mit zusätzlicher Motorkraft unterstützt. Rein elektrisch arbeitende Akkuscheren schaffen je nach Modell Astdurchmesser von bis zu 30 mm und eignen sich besonders für umfangreichere Schnittarbeiten. Modelle mit drehbarem Schneidkopf sind zudem hilfreich, wenn es an beengten Stellen gilt, gut zu schneiden.Rechts- oder Linkshänder – passende Scheren für mehr Leistung
Die meisten Gartenscheren werden nach wie vor vorrangig für Rechtshänder:innen gefertigt. Das kann für Menschen, die die linke Hand bevorzugt einsetzen, frustrierend sein, vor allem wenn Präzision und Kraft gefragt sind. Deshalb bieten inzwischen einige Hersteller auch Spezialmodelle für Linkshänder:innen an. Ein Beispiel hierfür ist die Felco 9. Einige neuere Modelle – etwa aus der Felco-Reihe sowie bestimmte Gardena-Scheren – sind zudem für Rechts- und Linkshänder:innen gleichermaßen geeignet, was sie besonders flexibel für den gemeinsamen Einsatz im Haushalt macht.Pflege und Instandhaltung – so bleibt Ihre Gartenschere lange leistungsfähig
Damit Sie lange nichts an Ihrem Werkzeug auszusetzen haben, ist eine regelmäßige Pflege unverzichtbar. Insbesondere Scheren werden bei intensiver Nutzung schnell stumpf und brauchen deshalb einen regelmäßigen Schliff. Besonders praktisch sind Geräte, die Sie zum Schärfen auseinandernehmen oder bei denen die Klingen ersetzt werden können. Viele Hersteller bieten Ersatzteile an, sodass Sie nicht gleich eine neue Schere brauchen, wenn nur einzelne Komponenten verschlissen sind.Neben dem Schärfen ist die Desinfektion der Klingen ein wichtiger, oft unterschätzter Pflegeschritt: Pflanzenkrankheiten wie Pilzsporen, Bakterien und Viren (z. B. Feuerbrand, Mehltau, Rosenrost) können über die Schnittfläche von Pflanze zu Pflanze übertragen werden. Wischen Sie die Klingen nach dem Schnitt kranker Pflanzen daher mit hochprozentigem Alkohol oder Spiritus ab, oder legen Sie die Metallteile für mindestens zehn Minuten in eine Desinfektionslösung ein. Für die schnelle Zwischendesinfektion eignet sich auch ein spezielles Gartenscheren-Hygienespray. Trocknen Sie die Schere anschließend gut ab, um Rostbildung zu vermeiden, und ölen Sie Gelenk und Feder leicht ein.
Wenn Sie Ihre Gartenschere nach der Arbeit reinigen, regelmäßig schärfen, desinfizieren und im Winter an einem trockenen Ort lagern, erhöht das die Lebensdauer erheblich.
Wenn Sie sich näher für den Baum- und Strauchschnitt im Frühjahr interessieren, haben wir in unserem Magazin nützliche Tipps für Sie zusammengestellt.










