Fotos selber drucken: Wer braucht schon ein Fotolabor?

Sie wollen die Bilder vom letzten Urlaub oder von der Party zu Papier bringen, haben aber keine Lust zu warten, bis das Fotolabor die Abzüge fertig hat? Dann empfiehlt es sich, den heimischen Drucker für den Fotodruck zu nutzen – bequem von daheim und ohne Wartezeit. Einfach nur auf "drucken" zu klicken garantiert aber keine guten Ergebnisse. Was Sie beachten sollten, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Bildquelle: Khomulo Anna / shutterstock

Was für einen Drucker braucht man für hochwertigen Fotodruck?

In den meisten Privathaushalten stehen Multifunktions-Tintenstrahldrucker. Fast alle Geräte im üblichen Preisbereich bis ca. 250 Euro bieten eine Schwarzpatrone sowie die drei Farben Cyan, Magenta und Gelb. Mit diesen Geräten lassen sich bereits annehmbare Fotos drucken, auch wenn die Qualität nicht an das Niveau typischer Fotolabor-Ausdrucke heranreicht. Die Fotos eignen sich daher zwar für den „Hausgebrauch“, scheitern jedoch an höheren Ansprüchen. 

Neben den Standardfarben Cyan, Magenta und Gelb bieten Fotodrucker zusätzliche Fototinten. (Bildquelle: epson.com)

Viel besser schneiden Drucker ab, die neben den üblichen Farben noch zusätzliche Fototinten nutzen. Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Fototinten, aber das Endergebnis fällt ähnlich aus: Der größere Farbraum sorgt für feinere Abstufungen und besser betonte Kontraste. Arbeitet der Drucker mit einer einzigen Kombi-Farbpatrone, in der die Farben auf mehrere Kammern verteilt sind, führt dies zwangsläufig zu höheren Verbrauchskosten, da die komplette Patrone beim Leerstand von nur einer Kammer/Farbe bereits ausgetauscht werden muss. Mittlerweile bieten jedoch alle Hersteller selbst im unteren Preissegment Drucker mit separaten Tintenpatronen an.

Laserdrucker taugen indessen kaum für den Druck von Fotos. Ausdrucke von Laserdruckern haben einfach zu große Farbpunkte und einen zu geringen Farbumfang. Oftmals wirken die Farben hier auch deutlich weniger natürlich als die von Tintenstrahlern.

Für den Fotodruck sollten Sie außerdem sicherstellen, dass Ihr Gerät randlos drucken kann. Kann er das nicht, dann müssen Sie Fotos umständlich händisch von den Rändern befreien. Das Drucktempo ist derweil kaum erheblich: Gut Ding will Weile haben.

Ein empfehlenswerter Drucker, der alle Foto-Qualitäten mitbringt und eine sehr gute Qualität zu Papier bringt, ist zum Beispiel Epsons Expression Photo HD XP-15000:

Expression Photo HD XP-15000
  • Sehr gut 1,0
  • 6 Tests
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Wenn Sie Ihre Fotos gerne aufhängen wollen, empfiehlt sich der Griff zu einem A3-Foto-Drucker.

Deutlich verbessert hat sich auch die Marktsituation für Freunde der Schwarzweiß-Fotografie. Im Gegensatz zu den einfachen Fotodruckern, die Grau/Schwarz aus Farben mischen, besitzen hochwertige Geräte – übrigens ebenfalls häufig A3-Drucker – spezielle Grau- und Schwarztinten.

Tipp: Bei Schwarzweiß-Fotos nicht im S/W-Modus drucken!

Es ist an sich naheliegend, beim Druck eines Schwarzweißfotos den Farbdruck in den Druckeinstellungen zu deaktivieren. Das sollten Sie aber besser nicht tun, weil Drucker im S/W-Modus oftmals auch den Farbraum reduzieren, also weniger Abstufungen zulassen. Wenn es sich um einen Drucker mit Fotoschwarz-Tintenpatrone handelt, wird diese im S/W-Modus teils nicht mehr genutzt, weil der Modus primär für Dokumente und nicht für Fotos konzipiert ist. Lassen Sie den Drucker also besser auf Farbdruck eingestellt, auch wenn das Foto monochrom ist.

 In der Kategorie Fotodrucker finden Sie unsere aktuelle Bestenliste aller Fotospezialisten:

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Wie wichtig ist die Druckauflösung?

Dass im ersten Abschnitt die Druckauflösung nicht zur Sprache kam, ist kein Versehen. Denn der von den Druckerherstellern immer so gerne beworbene dpi-Wert (dots per inch / Punktdichte) sagt letztlich nicht viel über die Qualität der Ausdrucke aus. Auch wenn viele Drucker 800 oder gar 1440 dpi und mehr erreichen können, reichen für guten Fotodruck auf A4 bereits 300 dpi aus. Höhere dpi-Werte bringen kaum noch sichtbare Vorteile. Sie können also in den Druckoptionen getrost ein paar Stufen runterschalten. Um sicherzugehen, dass der Farbauftrag so präzise wie möglich erfolgt, empfiehlt es sich eine Stufe höher als 300 dpi zu schalten, sofern der Drucker dies unterstützt. Jeder moderne Drucker schafft es zumindest, die 300-dpi-Marke zu erreichen.

Auch unterwegs Fotos drucken mit Mobilen Fotodruckern

Mobile Fotodrucker setzen auf Zinkpapier (Bildquelle: amazon.de)

HP, Canon und Co. haben in den letzten Jahren auch vermehrt superkompakte und akkubetriebene mobile Fotodrucker auf den Markt gebracht. Diese sind praktisch, um Erinnerungen spontan zu Papier zu bringen. Sie benötigen keine separate Tinte. Stattdessen setzen sie auf die sogenannte Thermosublimationstechnik: In dem verwendeten Zinkpapier selbst befinden sich Farbbänder, die sich je nach Erhitzungsgrad einfärben. Das ist ungemein komfortabel, bringt aber auch klare Abstriche bei der Druckqualität mit sich, und das Papier kostet zudem recht viel. Der Unterhaltungswert lässt sich aber nicht bestreiten. Die Zinkpapiere sind oftmals direkt als Abziehbild bzw. Sticker konzipiert und lassen sich somit schnell in ein Album einkleben. Die Steuerung erfolgt per Smartphone-App.

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Der bekannteste Mobile Fotodrucker ist der HP Sprocket 200. Bedienkomfort und Kompaktheit sind seine größten Stärken.

Sprocket 200
  • Befriedigend 2,7
  • 11 Tests
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Mit dem richtigen Papier die beste Druckqualität herausholen

Achten Sie beim Kauf von Fotopapier auf die Papierstärke und die Beschichtung. (Bildquelle: amazon.de)

Beim Malen kommt es auch auf die Leinwand an. Dies gilt ebenso für den modernen Fotodruck. Wenn Sie auf einfachem Kopierpapier drucken, kann auch der beste Fotodrucker keine perfekten Abzüge produzieren. Für das klassische Fotoalbum empfiehlt sich der Griff zu speziellem Fotopapier im Format 10 x 15 cm. Die meisten Drucker können in diesem Format auch randlos drucken, wodurch eine händische Nachbearbeitung entfällt.

Damit sich das Bild nicht durch die viele Tinte wellt, sind Fotopapiere stärker gefertigt als herkömmliches Papier. Die Papierstärke wird in g/m² angegeben. Es empfehlen sich Papierstärken ab 180 g/m². Sie sollten darauf achten, dass Ihr Drucker mit solch dicken Papieren zurechtkommt. Viele Modelle, gerade aus dem Niedrigpreisbereich bis 150 Euro, schaffen beim normalen Papiereinzug nur 163 g/m². Wenn der Drucker ein separates Fach für Fotopapier hat, sind Sie auf der sicheren Seite.

Bei Fotopapieren gibt es verschiedene Beschichtungsarten. Prinzipiell sollte es vor allem eine Geschmacksfrage sein, ob sie nun zu körnigem, mattem oder glänzendem Papier greifen, aber die verschiedenen Oberflächen können auch Schwächen von Fotos gut kompensieren.

  • Körniges Fotopapier: Neben der angenehmen Haptik kann eine körnige Beschichtung auch verrauschte Bilder gut kompensieren. Gerade Nachtaufnahmen leiden oftmals unter diesem Problem.
  • Glänzendes Fotopapier: Wenn das Foto leicht unscharf ist, kann eine Hochglanzoberfläche dabei helfen, diesen Makel etwas zu tarnen. Der Nachteil: Glanzpapier ist sehr anfällig für Fingerabdrücke.
  • Mattes Fotopapier: Eine matte Oberfläche ist gut für Fotos, die von Hand zu Hand gereicht werden. Bilder auf mattem Papier wirken zudem etwas kontrastreicher.

Korrekte Farbdarstellung mit Druckerkalibrierung und einem guten Monitor

In den Druckertreibern von Canon und Co. lassen sich Farben auch manuell einstellen. (Bildquelle: canon.com)

Wenn die Ausdrucke verfälschte Farben in Form eines Farbstichs aufweisen oder zu bleich aus dem Drucker kommen, sollten Sie prüfen, ob der Drucker kalibriert werden muss. Die Option zur automatischen Kalibrierung ist in der Regel in der zugehörigen Treibersoftware des Druckers zu finden. Außerdem bieten die Hersteller verschiedene Farbprofile an, die sich durchprobieren lassen. Auch eine Reinigung der Druckköpfe, die jeder Tintenstrahler als Option bietet, kann dabei helfen, etwaige Verfälschungen zu reparieren. Dieser Prozess kostet allerdings relativ viel Tinte.

Eine Abweichung der Darstellung zwischen dem Ausdruck und der Vorschau auf dem Bildschirm kann aber auch am Monitor liegen. Gerade günstigere Monitore stellen Farben gerne mal verfälscht dar. Insbesondere ältere Geräte mit TN-Panel haben dieses Problem. Für normale Ansprüche reicht in der Regel bereits ein einfacher Monitor mit IPS-Panel. Diese bieten üblicherweise verschiedene Bildmodi an, darunter auch sRGB. Dieser Modus bietet die höchste Farbgenauigkeit. In Kombination mit der farbkräftigen IPS-Technik dürfte das Bild weitestgehend dem Ausdruck entsprechen, sofern der Drucker richtig kalibriert ist. Wenn Sie besonders hohe Ansprüche an die Farbgenauigkeit haben, empfehlen sich Monitore, die auf Medienbearbeitung spezialisiert sind.

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