Die Modelltypen Originals, Classics und Moderns
Die für Wanderungen oder (Gebirgs-) Touren sowie von Skifahreren für den Aufstieg in unwegsamem Gelände immer beliebter werdenden Skischuhe gibt es in drei Ausführungen. Zum Allrounder gemausert haben sich dabei die sogenannten Classics für leichtes, flaches Gelände, während Moderns hauptsächlich für hügeliges Gelände und (steile) Anstiege konzipiert sind. Originals wiederum empfehlen sich wegen ihres hohen Auftriebs vor allem für Tiefschneewanderungen im flachen Gelände.
Originals werden aus Holz mit einer netzartigen Bespannung aus (meistens) Leder gefertigt und sehen damit den ursprünglich in Nordamerika entwickeltem Schneeschuhtyp für Tiefschneegänge am meisten ähnlich. Sie sind zum einen sehr breit, was ihnen einen guten Auftrieb verschafft, dafür aber auch relativ schwer und klobig. Weil sie nur eingeschränkt einsetzbar sind, sind sie eher selten im Handel zu finden und entsprechend fast nur noch an den Füßen von „Traditionalisten“ oder „Nostalgikern“ zu sehen.
Stattdessen haben sich auf dem Markt vor allem die Classics durchgesetzt. Sie bestehen aus einem mit Kunststoff bespannten Alurahmen, sind rund 20 bis 23 Zentimeter breit und im Schnitt zwischen 25 und 30 Zoll lang. Sie gelten als Allrounder fürs Flachland und für leicht hügeliges Gelände. Außerdem sind sie meistens recht gleitfähig und erfordern daher einen relativ geringen Kraftaufwand. Einsteiger beziehungsweise reine Tourengeher auf Normalschnee sollten außerdem auf ein möglichst geringes Gewicht achten. Im Schnitt wiegen Classics zwischen 1,7 und 2,1 Kilogramm. Je breiter Classics ausfallen, desto höher ist ihr Auftrieb und desto besser eignen sie sich für tieferen Schnee. Schmalere Modelle wiederum ermöglichen eine natürlichere Gangart bei Touren auf Normalschnee und sind tendenziell auch für leichte Querungen geeignet.
Im Gegensatz zu den Classics, mit denen in der Regel nur leichte oder sehr kurze, steile Anstiege bewältigt werden können, sind Moderns für den Gebirgseinsatz optimiert. Die aus kälteresistentem Hartplastik bestehenden Schneeschuhe sind schmaler (20 Zentimeter) und kürzer, aber auch schwerer als Classics, wegen ihrer kleinen Bodenfläche allerdings dafür auch sehr wendig. Für einen sicheren Halt auf eisigen Untergründen, in steilen Hängen oder bei Querungen sorgen über die Sohle verteilte Harschkrallen, wobei einige Modelle neben Frontkrallen für Anstiege auch Krallen gegen das Zurückrutschen besitzen. Bei Querungen geben seitlich angebrachte Harschkrallen sowie (meistens besser) Seitenschienen Halt, zusätzliche (ausklappbare) Steighilfen sind nicht selten ebenfalls noch vorhanden.
Die meisten der im Handel zu Preisen ab rund 100 Euro erhältlichen Schneeschuhe eignen sich, wie diverse Tests gezeigt haben, für gelegentliche Schneewanderungen oder auch Touren – nicht selten stellen Gelegenheitswanderern sogar zwischen einem hochpreisigen Modell um 300 Euro und einem einfachen Modell in der Praxis beziehungsweise unter normalen Schnee- und Geländebedingungen kaum einen Unterschied fest. Nur wer sich mit Schneeschuhen ins (Hoch-) Gebirge oder auf Eisflächen vorwagen oder sich mit ihnen etwa zu entlegenen Tiefschneehängen durchschlagen will, sollte sich sorgfältiger vor einem Kauf über die Steigeigenschaften der einzelnen Modelle informieren.