Ob Alpengaudi Zipfelbob oder Snowracer King Size GT – diese Namen stehen für jede Menge Rodelvergnügen für Jung und Alt. Schlittenfahren zählt zu den schönsten Erlebnissen, die ein verschneiter Winter bietet und begeistert Generationen gleichermaßen. Neben traditionellen Holzschlitten zählen auch Bobs und moderne Lenkschlitten zu den beliebtesten Gefährten im Schnee. Doch welches Modell überzeugt sowohl mit Spaßfaktor als auch Sicherheit auf der Piste? Testberichte.de stellt Ihnen die Top-Schlitten vor und wünscht Ihnen einen tollen Rodelwinter.
Übersicht der Schlittenarten
Der Davoser Holzschlitten hat sich als zeitloser Klassiker bewährt und hält oft mehrere Wintersaisons problemlos aus. Modelle ab etwa 40 Euro zeichnen sich durch stabile und robuste Bauweise aus. Holzschlitten sind zwar nicht die schnellsten und reagieren weniger agil im Lenken, bieten aber stets eine sichere Spurtreue. Wer auf Nachhaltigkeit achtet, sollte auf Schlitten aus FSC-zertifiziertem Holz achten, das aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Besonders leichter zu steuern und zu bremsen sind hingegen Hörnerschlitten, bei denen die Kufen vorne hochgebogen sind. Gerade für Kinder ist ein Hörnerschlitten empfehlenswert, weil die Kleinen sich beim Rodeln besser an den Hörnern festhalten können.Lenkschlitten bestehen meist aus Kunststoff oder Metall. Kunststoffmodelle sind dabei günstiger und leichter als die Varianten aus Metall und besonders bei Kindern sehr gefragt. Sie sind praktisch unverwüstlich und kommen schnell in Fahrt. Wer es sportlicher mag und höheren Geschwindigkeiten nachjagt, greift besser zu Lenkschlitten aus Aluminium oder Stahl. Stiga Sport bietet mit seinem Snowracer-Sortiment eine breite Modellpalette: Vom kompakten Snowracer Iconic für jüngere Kinder über den sportlichen Curve SX mit BMX-Lenker bis hin zum King Size GT, der mit Stoßdämpfern und Platz für zwei Personen ausgestattet ist. Alle aktuellen Stiga-Modelle verfügen über das Curve-Ski-System mit Twintip-Kufen, die präzises Slalomfahren ermöglichen, sowie eine automatische Seilrolle für einfaches Ziehen den Hügel hinauf.
Wer den Porsche unter den Schlitten haben möchte, sollte sich den Rodelschlitten von Alurunner ansehen. Ein besonderes Merkmal ist der Stoßdämpfer, inspiriert vom Offroad-Fahrradsport. Für Anfänger, Kinder oder Gelegenheitsfahrer ist dieses schnelle Luxusmodell für etwa 500 Euro jedoch weniger geeignet.
Besondere Pistenflitzer
Aufblasbare Schlitten aus PVC sind sehr platzsparend, können jedoch hohe Geschwindigkeiten erreichen und verfügen über keine Bremsen – sie eignen sich daher nur für flache, übersichtliche Hänge und sollten von Kindern nur unter Aufsicht genutzt werden. Mit dem Swingrodel gleitet man fast wie auf Skiern, denn statt Kufen sind unter dem Sitz zwei bewegliche Skier montiert. Sehr beliebt und seit Jahrzehnten ein Klassiker ist der Zipflbob von Sport Löger, der 1976 nach dem Vorbild einer Kohlenschaufel entwickelt wurde. Mit einem Gewicht von etwa 1,6 kg und einer Tragfähigkeit von bis zu 100 kg ist er für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Der aktuelle Weltrekord bei Zipflbob-Rennen liegt bei beeindruckenden 157,34 km/h.Sicherheit beim Schlittenfahren: Worauf Käufer und Rodler achten müssen
Sicherheit sollte bei der Schlittenwahl an erster Stelle stehen. Experten des TÜV Thüringen und TÜV Rheinland empfehlen beim Kauf ausdrücklich, auf unabhängige Prüfzeichen zu achten. Das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) bestätigt, dass ein unabhängiges Prüflabor den Schlitten auf Belastbarkeit, Materialqualität und Sicherheit getestet hat. Eine CE-Kennzeichnung hingegen ist lediglich eine gesetzliche Pflichtmarkierung des Herstellers und kein Qualitätsnachweis – Schlitten ohne CE-Zeichen sollten jedoch grundsätzlich gemieden werden. Vor dem ersten Einsatz empfehlen TÜV-Experten außerdem einen gründlichen Sicherheitscheck: Sitzen alle Schrauben fest? Sind die Kufen glatt und ohne Grate? Gibt es scharfe Kanten oder Quetschstellen?Ein besonders wichtiges Sicherheitsthema, das in den letzten Jahren deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten hat, ist der Helm beim Rodeln. Ein ADAC-Crashtest hat gezeigt, dass ein Helm die Wahrscheinlichkeit schwerer Kopfverletzungen beim Schlittenunfall von über 90 auf nur noch 10 Prozent senkt. Dennoch besteht in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht beim Rodeln. Der ADAC, TÜV und Kinderärzte empfehlen den Helm – besonders für Kinder – dringend. Am besten geeignet ist ein Skihelm, aber auch ein gut sitzender Fahrradhelm bietet deutlich mehr Schutz als kein Helm. Helme sollten nach spätestens fünf Jahren oder nach jedem Sturz ersetzt werden. Zusätzlich sollten Kinder in auffälliger Kleidung fahren und nur auf ausgewiesenen Rodelstrecken unterwegs sein – das Rodeln auf Skipisten ist ein absolutes No-Go.
Weitere Sicherheitsregeln auf einen Blick: Die maximale Belastung des Schlittens beachten, keine Sprungschanzen anfahren, lange oder flatternde Kleidung und Schals vermeiden und das Bremsen und Lenken zunächst auf flachen Hängen üben. Kleinkinder, die sich nicht selbst festhalten können, sollten nicht allein fahren, sondern im Schlitten gezogen werden.




















