Lauflernwagen

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Ratgeber zu Lauflern-Wagen

Gefährlich und überflüssig

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Babywalker können natürliche Motorikentwicklung bremsen
  2. ein Hocker kann denselben Zweck erfüllen
  3. dramatische Stürze, Unfälle und Verbrühungen möglich
  4. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) spricht sich für Verbot aus

Die Idee an sich ist gut. Ein rollendes Gestell mit Sitzeinhang für Babys, die sich mit der Kraft ihrer Beinchen vom Boden abstoßen und teils rasant von Fleck bewegen können. Der Anblick ist drollig und die Kids quietschen vor Vergnügen. Nicht verwunderlich also, dass ein solcher Lauflernwagen in jedem dritten Haushalt steht. Ein Fehler, wie Fachgesellschaften, Testinstitute und Kinderärzte meinen. Das ist vor allem für Eltern schwer zu begreifen, die sich gern an Sicherheitsnormen orientieren.

Gesetzlich zugelassen, aber nicht empfehlenswert

Denn die meisten Lauflernwagen sind laut EU-Norm zulässig, sofern sie nur eine bestimmte Sicherheitsnorm erfüllen, die beispielsweise Bremsen und Feststellvorrichtung vorschreibt. Das Vorwärtskommen im Gehfrei oder Babywalker, wie die fahrbaren Babysesselchen auch genannt werden, gilt als gigantischer Spaßfaktor unter den Eltern, die für ihren Schatz ein solches Gerät gekauft haben. Damit wächst die Zielgruppe – trotz aller Gefahren, die mit den eckigen Teilen verbunden sind. Die Hauptargumente, weshalb Eltern ihr Baby nicht in einen Babywalker topfen sollten, sind vielstimmig: Sicherheit im Sinn von Prüfinstituten wie dem TÜV Rheinland, Erfahrungsberichte von Eltern oder Testfazits der test-Stiftung (aus den Jahren 1997 und 2011). Auch von Kinderärzten kommen Wortmeldungen.

Verzögerte Motorik

Weil die Kleinen sich meist in einem Entwicklungsstadium befinden, da sie weder aufrecht sitzen noch sich mit den Füßchen abstoßen und vorwärts bringen können, bewegen sich die Kids deutlich über ihre altersspezifischen Fähigkeiten hinaus. Die Vorstellung vom Fördern der motorischen Fähigkeiten hat keinen Stellenwert in der Diskussion für und wider solcher Babylauflernwagen – sie ist sogar fehlerhaft. Experten argumentieren, dass die natürliche Motorikentwicklung sogar stoppt, weil sich die Kids durchstrecken, mit den Fußspitzen vom Boden abstoßen und so an gestörte Bewegungsabläufe gewöhnen. Im schlimmsten Fall führt das zu Spitzfußhaltung und einer Verschlechterung der Situation von entwicklungsgestörten Kindern. Die wirklich wichtigen Bewegungsmuster bleiben untrainiert. Dazu gehören in die Hocke gehen, die Richtung wechseln und Balance halten.

Gefährliche Stürze und Verbrühungen

Schädelbrüche, Treppenstürze, Arm- und Beinbrüche: Selbst im Sitz festverzurrte Babys können in ihrem Gehfrei dramatisch stürzen und sich tödliche Verletzungen zuziehen. Gründe dafür liefert vor allem das kaum beherrschbar schnelle Geschoss, das aus den vierrädrigen Leichtfahrzeugen werden kann. Dann reicht ein offener Treppenabsatz, eine Türschwelle oder das metallene Eck eines Schranks und das Flitzen flinker Beinchen endet in Geschrei. Hinzu kommt oft windiger Plastiktinnef aus fernöstlicher Produktion, der den Markt überrollt – und zwar mit schön wenig Eigengewicht lockt, aber wackelig ist oder schnell bricht. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) setzt sich angesichts der hohen Unfallzahlen sogar für ein Verbot von Babywalkern ein. Sicherheitsnormen würden nicht ausreichen.

Zum Laufenlernen hilft auch ein Hocker

Der Rat kann daher nur lauten, die Finger von ihnen zu lassen. Sie sind erlaubt, aber nicht sicher - was keine Seltenheit ist. Ähnlich ist es bei den Sitzerhöhern der Gewichtsgruppen II/III, die in Tests meist durchfallen. Hier sitzt das Kind im Auto nicht sicher, denn es fehlen Kopfabstützung und Seitenschutz. Speziell bei Laufwagen denken Eltern zudem, es gehe um Frühförderung, die nur in einem engen Zeitfenster eine Chance hat. Der Leistungsdruck ist hoch. Doch auf viele Lernspielzeuge passt eine Formel: Nützlich sind sie nur, wenn sich die Kids ihnen aus eigenen Antrieb zuwenden. Bei einem Lauflernwagen für ein sechs Monate altes Baby (!) ist das absurd. Um die Kids auf die Beinchen zu bringen, genügt oft ein Hocker, die sie vor sich herschieben. Weil das Gefahrenpotenzial zu hoch ist, lehnt der TÜV Rheinland es übrigens ab, solche Geräte überhaupt auf den Prüfstand zu heben und zu zertifizieren.

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