Das Wichtigste auf einen Blick:
- Für rund 100 Euro gibt es bereits gut spielbare Einsteigergitarren
- Klingen in Tests und Nutzerbewertungen meist überzeugend
- Ob Western- oder Klassikgitarre hängt vom gewünschten Musikstil ab
- Schlechte Verarbeitung kann die Spielfreude schnell trüben
- Nylonsaiten erleichtern den Einstieg für ungeübte Finger
- Apps und Online-Kurse ergänzen heute jeden Gitarrenunterricht
Westerngitarre mit Stahlsaiten von Epiphone (Quelle: amazon.de)
Wie werden Akustikgitarren von Tests und Bewertungen beurteilt?
In Fachzeitschriften und auf Testplattformen stehen bei Akustikgitarren meist die Aspekte Sound, Verarbeitung und Spielkomfort im Fokus. Neben ausführlichen Rezensionen in Magazinen wie „Akustik Gitarre“ oder „Gitarre & Bass“ gewinnen auch Kundenbewertungen auf Seiten wie Thomann, Amazon oder Bonedo immer mehr an Bedeutung. Der Klang wird dabei häufig lobend hervorgehoben. Kritik hingegen gibt es manchmal bei der Verarbeitung, besonders bei Modellen für Einsteiger. Tonabnehmer sind nicht durchgehend integriert, was manche Nutzer bemängeln. Diese lassen sich allerdings problemlos nachrüsten, um die Gitarre beispielsweise mit einem Akustikgitarren-Verstärker zu verbinden.Ein weiteres Kriterium, das in modernen Testberichten stärker ins Gewicht fällt, ist die Werkssaitenlage: Viele günstige Modelle weisen eine zu hohe Saitenlage auf, was das Greifen erschwert und gerade Anfängern den Spielspaß rauben kann. Wer im Fachhandel oder beim Hersteller kauft, sollte darauf achten oder den Gitarrenbauer um eine professionelle Einstellung bitten.
Akustik-Gitarren mit Tonabnehmern
Welcher Preis ist sinnvoll für eine Anfänger-Akustikgitarre?
Eine grobe Orientierung: Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt, und der Klang verbessert sich meist mit dem Preis. Dennoch gibt es auch günstige Modelle mit guter Qualität. Unterhalb einer Preisgrenze sollte man allerdings skeptisch sein: Ab ungefähr 100–150 Euro erfüllen Akustikgitarren die Anforderungen vieler Einsteiger. Darunter merkt man häufig deutliche Einbußen in der Verarbeitung – Discounter-Gitarren unter 50 Euro beispielsweise besitzen oft Decken aus Lindenholz statt Fichte, was sich klanglich negativ auswirkt, und die Mechaniken sind meist von geringerer Qualität.Wesentlich ist, dass die Gitarre gut zu handhaben ist, denn sonst verliert man schnell die Motivation. Hier zeigen sich die Unterschiede zu günstigen Modellen unter 100 Euro, bei denen Verarbeitung und Komfort nicht unbedingt den Anforderungen von Anfängern gerecht werden. Besonders wichtig ist eine angenehme Saitenlage, also der Abstand der Saiten zum Griffbrett. Als Faustregel gilt: Am neunten Bund sollte der Abstand maximal 3 mm betragen.
Oberhalb eines bestimmten Preisbereichs werden Unterschiede bei Klang, Verarbeitung und Spielgefühl meist nur noch geringfügig. Dann zahlt man vor allem für maßgeschneiderte Anpassungen (Custom Designs) oder Instrumente mit massiven Holzdecken, die besonders warm und voll klingen.
La Mancha Rubinito LSM – Klassikgitarre für Anfänger mit Nylonsaiten, Fichtendecke und ausgezeichneter Bespielbarkeit ab Werk. (Quelle: amazon.de)
Welche Akustikgitarre eignet sich für Einsteiger am besten?
Die Auswahl an Akustikgitarren ist groß, doch im Wesentlichen teilt man sie in zwei Hauptkategorien ein: Western- und Klassikgitarren.Der entscheidende Unterschied hängt vom angestrebten Musikstil ab: Wer rockige oder poppige Klänge bevorzugt, sollte zu einer Westerngitarre greifen, die mit Stahlsaiten bespannt wird und deshalb auch Stahlsaitengitarre oder Steelstring genannt wird. Wer hingegen traditionelle oder klassische Gitarrenmusik lernen möchte ist mit einer Konzert- oder Klassikgitarre gut bedient, die mit Nylonsaiten ausgestattet ist. Diese sind leichter zu greifen und schonen die Finger, weshalb sie oft für Anfänger empfohlen wird.
Wer später eventuell auf E-Gitarre umsteigen möchte, ist mit der Westerngitarre besser beraten, da sich Spielgefühl und Saitenart ähnlicher sind. Anfänger sollten zudem zunächst auf sehr große Korpusformen wie Jumbo oder auf 12-saitige Modelle verzichten, da diese schwerer zu handhaben sind.
Wie bei allen Instrumenten gilt: Am besten selbst ausprobieren, fühlen und spielen – das schlägt jede (Online-) Recherche!
Gitarren lernen: Unterricht, Apps und Online-Kurse
Neben dem traditionellen Unterricht bei einem Lehrer gibt es mittlerweile zahlreiche digitale Lernangebote, die besonders für Anfänger praktisch sind:- Gitarren-Apps wie Yousician, Simply Guitar oder Justin Guitar bieten strukturierte Lernwege mit Echtzeit-Feedback über das Mikrofon. So lässt sich flexibel und ohne feste Termine üben – ideal als Ergänzung oder kostengünstige Alternative zum Präsenzunterricht.
- Online-Kurse und Videoplattformen wie JustinGuitar.com (teilweise kostenlos), music2me oder Fender Play bieten umfassende Kurse für Anfänger bis Fortgeschrittene in unterschiedlichen Stilrichtungen.
- YouTube stellt eine riesige Bandbreite an kostenlosen Tutorials bereit, allerdings ohne klaren Lernaufbau – hier kommt es auf Eigeninitiative an.





















