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Schwächen
Westerngitarre kaufen: So finden Sie das richtige Modell
Kleine Nuancen unterscheiden die Western- von der Konzertgitarre. Die 562ce von Taylor Guitars kommt etwa mit 12 Saiten und „Cutaway". (Bildquelle: taylorguitars.com)
Das Gitarrenangebot ist groß: Neben E-Gitarren und Ukulelen zählen Konzert- und Westerngitarren zu den meistgespielten Instrumenten weltweit. Beide gehören zur Familie der Akustikgitarren und ähneln sich auf den ersten Blick. Entscheidend sind jedoch die Unterschiede im Detail – sie bestimmen Klang, Spielgefühl und damit auch die Kaufentscheidung.
Westerngitarre oder Konzertgitarre? Der wichtigste Unterschied
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal liegt bei den Saiten. Konzertgitarren werden mit Nylonsaiten bespannt: Sie schwingen weicher, benötigen weniger Anschlagskraft und klingen warm und sanft – ideal für klassische Musik und Fingerpicking. Westerngitarren hingegen verwenden Stahlsaiten, von denen die vier tiefen zusätzlich umsponnen sind. Das Ergebnis: mehr Volumen, mehr Brillanz und ein längeres Ausklingen der Töne. Wer rockige oder poppige Klänge bevorzugt oder später auf E-Gitarre wechseln möchte, ist mit einer Westerngitarre gut beraten – das Spielgefühl ist dem der E-Gitarre ähnlicher.Stahl beansprucht den Gitarrenkorpus stärker als Nylon. Um der höheren Saitenspannung entgegenzuwirken, ist in den Hals einer Westerngitarre ein justierbarer Stahlstab eingearbeitet, der sogenannte „Truss Rod". Er lässt sich bei Bedarf einstellen, um die Halsneigung zu korrigieren – ein praktischer Vorteil für die Langlebigkeit des Instruments. Weitere Merkmale der Westerngitarre sind die geschlossene Kopfplatte und der schmalere Hals. Letzteres kann Einsteigern anfangs Schwierigkeiten bereiten, da die Saiten enger zusammenliegen und leichter versehentlich doppelt gegriffen werden.
Westerngitarren mit zwölf Saiten
Besonders vollklingende Sounds erzeugen 12-saitige Westerngitarren: Jede Saite wird doppelt aufgespannt. Die tiefen Saiten werden dabei durch eine eine Oktave höher gestimmte Saite ergänzt, die hohen Saiten kommen identisch gedoppelt zum Einsatz. Der Klang wirkt dadurch breiter und plastischer – allerdings ist der Griffaufwand höher. Einsteiger sollten zunächst mit einer sechssaitigen Gitarre beginnen.Worauf Tester bei Westerngitarren achten
Die GD11MNS von Takamine überzeugt in Tests mit gutem Klang. (Bildquelle: takamineguitars.de)
In Fachmagazinen wie Akustik Gitarre oder auf Plattformen wie Amazona.de stehen bei Westerngitarren-Tests vor allem Klang, Verarbeitung und Spielkomfort im Mittelpunkt. Punkte gibt es für kraftvollen, ausgewogenen Klang und eine saubere Werkseinstellung – Abzüge, wenn die Saitenlage nachträglich eingestellt werden muss oder günstiges Sperrholz verbaut wurde. Positiv bewertet wird außerdem ein angenehmes Spielgefühl und leichtes Stimmen.
Als solides Einsteigermodell gilt die Takamine GD11MNS: Sie wurde auf Amazona.de mit dem Urteil „sehr gut" bewertet und überzeugte mit gutem Klang und angenehmer Bespielbarkeit – zu einem Preis von rund 200 Euro ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu beachten: Die Werkseinstellung fiel im Test nicht optimal aus, die Saitenlage muss teils nachgestellt werden. Wer ein neueres Modell sucht, findet bei Yamaha (F310, F370) und Fender (CD-60S) ebenfalls gut bewertete Einsteigergitarren in ähnlicher Preisklasse.
Materialwahl: Das Holz macht die Musik
Nicht nur die Saiten, auch das verwendete Holz beeinflusst den Klang einer Westerngitarre erheblich. Grundsätzlich gilt: Eine massive Decke klingt besser und entwickelt sich mit der Zeit – günstiger Modelle setzen dagegen auf Sperrholz (Laminat), das stabiler, aber klanglich weniger nuanciert ist. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die gebräuchlichsten Holzarten und ihre Klangeigenschaften.| Holzart | Klangeigenschaften |
| Ahorn |
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| Fichte |
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| Koa |
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| Lacewood |
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| Mahagoni |
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| Walnuss |
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| Zeder |
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Gängige Bauformen im Überblick
Die Form des Korpus hat direkten Einfluss auf den Klang. Zu den verbreitetsten Bauformen zählen Dreadnought und Jumbo. Einsteiger sollten von sehr großen Formen wie Jumbo oder von 12-saitigen Modellen zunächst absehen – sie sind schwerer zu handhaben und verlangen mehr Griffkraft.| Bauform | Merkmale | Klang |
| Dreadnought |
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| Jumbo |
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| Mini-Jumbo |
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Besondere Bauform: das „Cutaway"
Westerngitarren mit „Cutaway" sind an der Einbuchtung an der oberen Korpusschulter leicht zu erkennen. Die Aussparung erleichtert das Greifen in den hohen Lagen. Gitarren mit Cutaway sind häufig auch mit einem Tonabnehmer ausgestattet und lassen sich über einen Verstärker spielen – praktisch für Bühnenauftritte.Tests und Kundenmeinungen
Fachmagazine wie Akustik Gitarre und Gitarre & Bass sowie Onlineplattformen wie Amazona.de und Thomann testen und bewerten regelmäßig Westerngitarren verschiedener Preisklassen. Etablierte Marken wie Yamaha, Takamine, Cort und Taylor schneiden dabei häufig gut ab. Besonders Yamaha-Modelle wie die F310 und F370 werden in Tests und Kundenbewertungen regelmäßig als zuverlässige Einsteigerinstrumente mit gutem Klang und solider Verarbeitung eingestuft.Kundenbewertungen bei Thomann und auf Musikerplattformen zeigen: Käufer loben vor allem den Klang für den Preis, die Bespielbarkeit und die Verarbeitungsqualität. Als häufig genannter Kritikpunkt taucht die Werkseinstellung auf – viele Gitarren in der Einsteiger- und unteren Mittelklasse müssen nach dem Kauf vom Fachhandel nacheingestellt werden, um optimal zu spielen.





















