Das Wichtigste auf einen Blick:
- Unterbaufähig ≠ unterschiebbar
- Integrierbare Modelle verschwinden ganz hinter der Küchenmöbelfront
- Verbrauchen mehr Strom als zwei Einzelgeräte
- Laufzeiten beachten: Bei voller Beladung inkl. Trocknung oft über acht Stunden
- Maße immer anhand Datenblatt prüfen
Ein unterbaufähiger Waschtrockner fügt sich in die Küchenzeile ein und kann auch hinter einer Möbelfront versteckt werden. (Bild: neff-home.com)
Die Platzersparnis ist das stärkste Argument für einen Waschtrockner: Das Kombigerät ersetzt Waschmaschine und Trockner in einem einzigen Gehäuse. Wer darüber hinaus den Waschtrockner in die Einbauküche integrieren möchte, muss aber noch eine zweite Frage klären: Ist das gewünschte Gerät überhaupt unterbaufähig?
Unterbaufähig: Deckel ab, unter die Arbeitsplatte
Bei einem unterbaufähigen Gerät lässt sich der Deckel abschrauben und durch einen flachen Unterbausatz ersetzen. So gewinnt man einige Zentimeter in der Höhe: Wie viel genau, hängt vom jeweiligen Modell ab. Als Faustregel gilt: Unter Arbeitsplatten mit weniger als 82 cm Höhe passt nur ein unterbaufähiges Gerät (mit abgenommenem Deckel), nicht ein bloß unterschiebbares.Je nach Bedarf ist ein links- oder rechtsseitiger Türanschlag wählbar.
Unterschiebbar und unterbaufähig – ist das das Gleiche?
Nein, und der Unterschied ist im Alltag relevant. Unterschieben lässt sich jedes Gerät, das nicht höher als die Nische ist. Der Deckel bleibt bei unterschiebbaren Geräten drauf und kann auch nicht entfernt werden. Unterbaufähig hingegen bedeutet, dass der Deckel abnehmbar und gegen einen niedrigeren Unterbausatz tauschbar ist.Miele führt in seinem Sortiment beide Varianten. Die Geräte sind technisch nahezu identisch: Das Modell WTH730 WPM beispielsweise ist nur unterschiebbar (Deckel fest). Es passt in eine 85 cm hohe Nische. Das Modell WTH720 WPM ist dagegen unterbaufähig: Mit abgenommenem Deckel und Unterbausatz passt es auch in Nischen ab 82 cm Höhe.
Maße im Blick behalten: Das gängige Standardmaß für Waschtrockner beträgt rund 85 cm Höhe und rund 82 cm ohne Deckel. Das ist jedoch kein normiertes Maß. Individuelle Abweichungen um wenige Millimeter sind möglich und können über Passgenauigkeit entscheiden. Vergleichen Sie vor dem Kauf unbedingt die Datenblätter der einzelnen Modelle, messen Sie die Nische selbst aus und berücksichtigen Sie dabei auch die Dicke des Deckels bzw. des Unterbausatzes.
Integrierbar: Das Gerät verschwindet hinter der Möbelfront
Noch unauffälliger als ein unterbaufähiges Gerät lässt sich ein integrierbarer Waschtrockner in die Einbauküche einpassen: Eine vorhandene Küchenschranktür wird abgenommen und direkt mit der Gerätefront verbunden – das Gerät verschwindet optisch hinter der Möbelfront. Voraussetzung ist, dass die Gerätefront entsprechende Aussparungen für die Scharniere bietet. Das ist unter anderem bei Modellen von Bosch und Siemens der Fall, die allerdings in einem deutlich höheren Preissegment angesiedelt sind.Was sagen aktuelle Tests?
Die Frage, ob ein Gerät unterbaufähig ist, spielt in den Prüfprogrammen der großen Testmagazine keine gesonderte Rolle – und das aus gutem Grund: Die Einbauart hat keinen Einfluss auf Waschleistung, Trocknungsergebnis, Energieverbrauch oder Lautstärke. Diese Kriterien bestimmen das Testergebnis.Ein aktueller Testsieger ist der AEG L9WEF80690 Serie 9000 mit dem Qualitätsurteil „gut“. Das Gerät überzeugt vor allem beim Waschen und in der Dauerprüfung, hat außerdem den geringsten Strom- und Wasserverbrauch aller vier Testgeräte, was über zehn Jahre die niedrigsten Betriebskosten bedeutet. Auf Platz zwei landeten die ebenfalls guten, baugleichen Modelle von Bosch und Siemens.
Wichtig für die Kaufentscheidung: Waschtrockner verbrauchen aufgrund der Kondensationstechnik in der Regel mehr Energie als zwei separate Geräte, punkten dafür mit Platzersparnis und günstigeren Anschaffungskosten gegenüber dem Kauf von zwei Einzelgeräten. Wer eine Wärmepumpen-Variante wählt, spart langfristig bei den Betriebskosten, sollte aber auf das Kältemittel achten, da manche Varianten klimaschädlicher sind als andere.
Kundinnen und Kunden bewerten gut ausgestattete Modelle auf Handelsplattformen im Schnitt positiv. Häufig genannte Kritikpunkte in Nutzerbewertungen sind lange Gesamtlaufzeiten – bei voller Beladung und Trocknung braucht selbst der Testsieger mehr als acht Stunden – sowie das begrenzte Trockenvolumen im Vergleich zum Waschvolumen.





















