Das Wichtigste auf einen Blick:
- Messung von Sauerstoffsättigung
- Messung von Pulsfrequenz
- egal, an welchem Finger gemessen wird
Welche Pulsoximeter zählen zu den besten?
Suchen Sie ein Blutdruckmessgerät, einen Activity-Tracker oder eine Pulsuhr, können Sie sich bei der Wahl an Design, Trends und persönlichen Vorlieben orientieren – bei einem Pulsoximeter steht hingegen meist die Funktionalität im Vordergrund. Ursprünglich waren diese Gesundheitshelfer strenge Medizinprodukte, die vorwiegend in OP-Sälen, im Rettungsdienst oder in der Neonatologie zum Einsatz kamen, um die Sauerstoffsättigung im Blut mittels Lichtabsorption genau zu messen.Das Aussehen der Geräte spielt dabei eine untergeordnete Rolle, dennoch gibt es Modelle, die sowohl technisch als auch optisch überzeugen. In der Regel handelt es sich bei handelsüblichen Pulsoximetern um Fingerpulsoximeter, mit denen Sie neben der Pulsfrequenz auch die Sauerstoffsättigung im Blut bestimmen können.
Warum ist ein Pulsoximeter für Sie sinnvoll?
Die Anwendung von Pulsoximetern beschränkt sich heute längst nicht mehr nur auf den medizinischen Bereich. Sie kommen zum Einsatz bei Herz- oder Asthmapatienten, pflegebedürftigen Personen ebenso wie bei gesundheitsbewussten Menschen zuhause oder Höhensportlern. Entsprechend vielfältig ist auch das Angebot an Sauerstoffmessgeräten geworden.
Moderne Pulsoximeter besitzen ein gut ablesbares Display, auf dem alle Messergebnisse klar ersichtlich sind (Bildquelle: beurer.com)
Aktuelle Pulsoximeter für den Privatgebrauch gibt es zu Preisen zwischen 20 und 300 Euro. Neben der Puls- beziehungsweise Herzfrequenzmessung arbeiten sie alle nach derselben Methode: Ein Sättigungssensor, der meist als Clip am Finger angebracht wird, misst den Sauerstoffgehalt mithilfe zweier Lichtstrahlen unterschiedlicher Wellenlänge.
Experten empfehlen für gesunde Nichtraucher Messwerte zwischen 95 und 99 Prozent. Liegen die Werte dauerhaft unter 95 Prozent oder verspüren Sie Atemnot, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wichtig ist, dass der Messfinger keine künstlichen Nägel, dunklen Nagellack oder Nagelpilz aufweist, da dies das Messergebnis verfälschen kann. Auch kalte oder schlecht durchblutete Finger sowie direkte Sonneneinstrahlung können die Genauigkeit beeinträchtigen.
Wichtiger Hinweis zur Messgenauigkeit: Mehrere wissenschaftliche Studien (u. a. Sjoding et al., NEJM 2020) sowie Sicherheitswarnungen der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA haben gezeigt, dass handelsübliche Pulsoximeter bei Personen mit dunklerer Hautpigmentierung die Sauerstoffsättigung systematisch zu hoch anzeigen können. Die Abweichungen lagen in Studien im Schnitt zwischen 0,6 und 1,5 Prozentpunkten. Personen mit dunklerem Hautton sollten sich dieser Einschränkung bewusst sein und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen, anstatt sich ausschließlich auf die Anzeige des Geräts zu verlassen.
Welche Messwerte liefert ein Pulsoximeter?
Bei renommierten Herstellern wie Medisana oder Beurer sind Puls- beziehungsweise Herzfrequenz und die arterielle Sauerstoffsättigung (SpO2) Standardwerte. Viele Modelle bieten zudem die Möglichkeit, Messdaten per USB oder Bluetooth auf ein Notebook, Smartphone oder Tablet zu übertragen, auszuwerten oder dem Arzt zukommen zu lassen. Sportlich orientierte Geräte, erkennbar an Accessoires wie Halteband oder Gürteltasche, sind besonders für Bergsteiger, Sportflieger oder Skifahrer konzipiert. Moderne Features umfassen gut ablesbare OLED-Displays, Langzeitmessungen, Batteriestandsanzeigen sowie automatische Abschaltfunktionen. Als zuverlässig gelten Fingerpulsoximeter, deren Messtoleranz bei bis zu 3 Prozent liegt (angegeben als Arms-Wert).Auf die Zertifizierung achten: Seit Mai 2021 gilt in der EU die Medical Device Regulation (MDR, EU 2017/745), die die frühere Medizinprodukterichtlinie (MDD) ersetzt. Pulsoximeter, die für medizinische Zwecke eingesetzt werden, sollten als Medizinprodukt der Klasse IIa nach MDR zertifiziert sein und eine CE-Kennzeichnung mit Benannter Stelle tragen. Günstige Geräte ohne korrekte Zertifizierung erfüllen häufig nicht die geforderte Messgenauigkeit und sind für den medizinischen Einsatz ungeeignet. Für reine Lifestyle- und Fitnessanwendungen sind solche Geräte möglicherweise ausreichend, sollten aber nicht als medizinische Messkquelle verwendet werden.
Speziell Pulsoximeter für den Höhensport
Die Eignung einiger Modelle für große Höhen ist durchaus berechtigt. Diese hochpräzisen Sauerstoffmesser zeichnen sich nicht nur durch die Marketingaussagen aus, die einen sportlichen Einsatz betonen – im zunehmend kompetitiven Gesundheitsmarkt eine häufige Strategie. Wenn das Hauptziel die pulsoximetrische Kontrolle zur Vorbeugung gegen Höhenkrankheit ist, sollte unbedingt auf eine Zertifizierung nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) und eine entsprechende CE-Kennzeichnung geachtet werden.
Viele Geräte ermöglichen die Übertragung der Messwerte per USB oder sogar Bluetooth (Bildquelle: medisana.de)
Experten sehen kritische Werte bei Sauerstoffsättigungen um 50 Prozent auf einer Höhe von etwa 7.000 Metern – in solchen Situationen entscheidet das Pulsoximeter, ob ein weiterer Aufstieg ratsam ist oder eine Erholungsphase am Abstieg erfolgen sollte.




















