Das Wichtigste auf einen Blick:
- Ein ergonomischer Bürostuhl bürgt für gesundes Sitzen
- Dynamisches Sitzen steht im Mittelpunkt der Tests
- Auch Sitzkomfort, Haltbarkeit und Handhabung werden bewertet
- Am besten mit Anpassung an unterschiedliche Gewichte und Körperstaturen
- Rollen für Hart- und Weichböden sowie sitzlastgebremste Sicherheitsrollen
- Test-Profis fordern bewegungsfördernde Sitzmechaniken und ausreichend Sitzpausen
Im Test der Stiftung Warentest konnte sich der Home Worx 95 von Höffner als bester Bürostuhl fürs Homeoffice durchsetzen. Die Kombination aus Stabilität und Sicherheit überzeugt hier auf ganzer Linie. (Bildquelle: www.hoeffner.de)
Bürostühle im Test: Welche Anforderungen sollte ein Drehstuhl fürs Büro erfüllen?
Die Ergonomie steht bei Bürostuhltests im Mittelpunkt. Ein ergonomischer Stuhl sorgt dafür, dass Ihr Körper sich aktiviert bewegt, unterstützt Sie in unterschiedlichen Sitzhaltungen während der Büroarbeit und ermöglicht so ein gesundes Arbeiten am Schreibtisch. Damit ein Bürostuhl diese Anforderungen erfüllt, sollte er mit bestimmten Funktionen ausgestattet sein, die besonders für Personen, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen, wichtig sind.Klären Sie folgende Punkte vor dem Kauf:
- Einstellbare Rückenlehne in Höhe und Neigung
- Verstellbare Sitzhöhe und Sitzposition: Vergleichen Sie Ihre Unterschenkel-Länge mit den Angaben des Herstellers zur Sitzhöhe.
- Einstellbare Sitztiefe, also der Abstand von der Rückenlehne bis zur Kniekehle („Schiebesitz“). Der Abstand sollte etwa 5 cm kürzer sein als Ihre Oberschenkel.
- Neigbare Sitzfläche
- Lordosenstütze: Diese Wölbung in der Rückenlehne unterstützt den oberen Beckenbereich und sollte idealerweise in der Höhe verstellbar sein.
- Individuelle Anpassung an verschiedene Körpergewichte und -formen
- Verstellbare Armlehnen, die sowohl in der Höhe als auch in der Breite justierbar sind. Optimal ist dabei ein 90-Grad-Winkel im Ellenbogenbereich.
- Sitzklima: Besonders für Personen, die schnell schwitzen, empfiehlt sich ein Stuhl mit Stoff- oder Netzbezug.
Im Warentest punkten: Technik, die kinderleicht zu bedienen ist
Egal wie komplex die Sitztechnik eines Bürostuhls ist – alle Einstellungen sollten problemlos, intuitiv und sicher bedienbar sein. Besonders gut schneiden Modelle ab, bei denen die Einstellung auch während des Sitzens vorgenommen werden kann. Das Testmagazin FACTS vergibt eine Höchstbewertung im Bereich Bedienung nur an Bürostühle, deren Bedienelemente einfach erreichbar sind und die sich ohne ausführliche Anleitung verstehen lassen.Ein gutes Beispiel dafür ist der speed-o von Dauphin, der sofort eine komfortable Sitzposition ermöglicht. Ebenfalls passen gut ausgestattete Drehstühle, die für die Anforderungen des Desk-Sharings geeignet sind – optimalerweise mit automatischer Gewichtserkennung, sodass Fehljustierungen minimiert werden.
Wo finde ich einen guten Bürostuhl fürs Homeoffice?
Die sogenannte Lordosenstütze sitzt knapp über dem Beckenrand und kann ein Überkrümmen des Rückens verhindern. Beim Ikea Järvfjället Glose lässt sich die Höhe verstellen – das ist optimal. (Bildquelle: ikea.de)
In vielen Firmen hat sich das Homeoffice fest etabliert und wird ein wichtiger Bestandteil bleiben – auch wenn Mitarbeitende wieder vermehrt ins Büro zurückkehren. Aus diesem Grund bieten viele Bürostuhlhersteller passende Lösungen für die Büroeinrichtung zuhause an. So hat etwa Topstar mit der Sitness X-Kollektion überzeugende Produkte im Sortiment. Die FACTS-Redaktion hat sich dabei den Bürostuhl Sitness Life 40 sowie die Steh-/Sitzhilfe Sitness X Stool 30 genauer angesehen. Fazit: Das dezente Design wirkt nicht zu bürohaft und lässt sich wunderbar in Wohn-, Schlaf- oder sogar Küchenbereiche integrieren.
Ergonomie und Sitzkomfort im Homeoffice – worauf es ankommt
Ein zentraler Punkt für einen guten Bürostuhl im Homeoffice ist die Ergonomie. Deshalb ist es wichtig, dass Sie den Stuhl möglichst genau auf Ihre Körpermaße und Bedürfnisse anpassen können. Dabei ist nicht unbedingt der Preis entscheidend. Oft reicht es schon, wenn Rückenlehne, Armlehnen, Sitzhöhe und Sitztiefe flexibel verstellbar sind. Besonders praktisch ist eine Lordosenstütze – eine Erhebung im Lendenwirbelbereich der Rückenlehne. Optimalerweise befindet sich diese kurz über der Taille und lässt sich individuell in der Höhe einstellen.
Der NextBack von Ergotopia verfügt über eine Synchronmechanik: Sitzfläche und Lehne bewegen sich synchron zu Ihren Vor- und Rückbewegungen. Das entlastet die Wirbelsäule und hilft Rückenschmerzen vorzubeugen. (Bildquelle: amazon.de)
Warum ist dynamisches Sitzen wichtig – weshalb eine Synchronmechanik?
„Dynamisches Sitzen“ bedeutet, dass die Sitzposition laufend verändert wird – ein wichtiger Faktor für gesundes Sitzen. Warum ist das so? Weil langes starres Sitzen vor dem Monitor oft zu Rückenbeschwerden führt. Ein guter Bürostuhl regt behutsam dazu an, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln. Um „aktiv-dynamisches Sitzen“ zu fördern, sind viele Stühle mit flexiblen Sitz- und Rückenpartien oder sogenannten Wackelfedern ausgestattet, deren Bewegungen Ihr Körper beim Sitzen ständig ausgleichen muss.Die besten Modelle mit dynamischen Eigenschaften nutzen die Synchronmechanik. Das bedeutet: Beim Zurücklehnen bewegt sich die Sitzfläche im gleichen Winkel mit und fährt dabei leicht nach oben. Im Unterschied zur einfachen Wippmechanik ändert sich der Neigungswinkel fortlaufend. Das verhindert, dass Hemd oder Bluse hochrutschen.
Ob mit Netzgewebe oder gepolstertem Rücken: Der Girsberger Marva überzeugt durch vielfältige Einstellmöglichkeiten und unterstützt eine ergonomische Sitzhaltung gegen Rückenschmerzen. Die „unsichtbare“ Technik gefiel FACTS besonders gut für das Homeoffice. (Bildquelle: girsberger.com)
Kopfstütze: Unterstützt sie oder ist sie überflüssig?
Manche Menschen empfinden eine Kopfstütze am Bürostuhl als eher dekoratives Element, da sie nur in Ausnahmefällen Kopf-, Nacken- oder Rückenbeschwerden lindert. Das liegt daran, dass man bei der Arbeit am Computer den Rücken normalerweise von der Lehne löst und den Kopf leicht nach vorne neigt. Wenn Sie sich jedoch zum Telefonieren oder Entspannen zurücklehnen, bietet die Kopfstütze wertvolle Unterstützung: Sie entlastet Nacken und Schultern, entlastet Bandscheiben und die gesamte Wirbelsäule.Zugegeben: Die Anschaffung eines Bürostuhls mit Kopfstütze kann den Geldbeutel schon spürbar beanspruchen. Wie soll man aber die richtige Entscheidung treffen, wenn sich ein Vergleich mit und ohne Kopfstütze erst nach längerer Nutzung erschließt? Am besten fragen Sie nach Stühlen, an denen sich eine Kopfstütze nachrüsten lässt, wie beim 707 CS in Ratingen oder 706 CS in Düsseldorf von Felix Schneider. Auch Marken wie Topstar, Steelcase oder hjh Office bieten aufsteckbare Kopfstützen an.
Was bedeuten eigentlich die verschiedenen Rollentypen?
Das Fußkreuz sollte mit passenden Rollen ausgestattet sein, die zur Härte des Bodenbelags passen. Es gibt eine einfache Faustregel, die Sie sich merken können:
- Auf harten Böden wie Holz oder Stein sind weiche Rollen ideal.
- Auf weichen Böden funktionieren harte Rollen am besten.
- Einige Hersteller liefern sogenannte Universal-Rollen, die auf verschiedenen Böden laufen sollen.
- Achtung: Auf besonders harten oder weichen Böden lässt die Performance von Universal-Rollen häufig nach. Hier empfiehlt es sich, die Rollen entsprechend auszutauschen.
Der Topstar Sitness 70 punktet im Test durch seine gut erreichbaren Bedienelemente. Die auffällig sichtbaren Hebel lassen ihn im Homeoffice etwas weniger elegant wirken als den Girsberger-Konkurrenten, so die FACTS-Redaktion. Dafür bietet er einen größeren Neigungsbereich zwischen Sitzfläche und Rückenlehne. (Bildquelle: amazon.de)
Steh- oder Sitz-Stehmöbel: Was bringen sie wirklich?
Ein relativ neuer Trend sind höhenverstellbare Steh-Sitzmöbel, die fürs Stehsitzen oder Sitzstehen konzipiert wurden und meist zusammen mit höhenverstellbaren Schreibtischen angeboten werden. Die zugespitzte These lautet: Sitzen ist das neue Rauchen. Tatsächlich zeigen Studien, dass zu langes Sitzen das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöht und sogar die Lebenszeit verkürzen kann. Doch schon wer zwischendurch aufsteht oder seine Sitzhaltung wechselt ("Steh-Sitz-Dynamik"), entlastet die inneren Organe und fördert die Nährstoffversorgung der Bandscheiben – so zum Beispiel die Aktion Gesunder Rücken (AGR) auf ihrer Empfehlungsseite für rückengerechte Produkte.
Die geteilte Rückenlehne mit verstellbaren Armlehnen ist nur ein Ausstattungsmerkmal des Duo Back von Rohde & Grahl und trägt maßgeblich zu gehobener Ergonomie bei. (Bildquelle: rohde-grahl-by-office.de)
Wie viel sollte ein guter Bürostuhl mindestens kosten?
Für einen soliden Schreibtischstuhl müssen Sie etwa 230 bis 300 Euro einplanen. Für einen hochwertigen Chefsessel fallen die Preise oft deutlich höher aus. Billigere Alternativen gibt es natürlich auch, allerdings bieten diese selten die erforderliche Qualität. Zu günstige Stühle versagen oft im Dauertest, weisen Sicherheitsmängel auf oder enthalten bedenkliche Schadstoffe. Die Investition lohnt sich aber für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber gleichermaßen: Ergonomische Stühle erhöhen Leistungsfähigkeit und Produktivität und verringern krankheitsbedingte Ausfallzeiten. Hochwertige Materialien, atmungsaktive Netzrücken und mehrlagige Polstertechnologien erhöhen den Komfort, vor allem bei stark schwitzenden Menschen.Starke Stühle für schwere Nutzer:innen – Bürostühle mit Traglast bis 150 kg
Design-orientierte, filigrane Konstruktionen oder agile Teamstühle sind schön, aber nicht unbedingt für Menschen geeignet, die ein höheres Körpergewicht mitbringen und deshalb nach einem XXL-Chefsessel, einem Schwerlastdrehstuhl oder einer Bürostuhl-Lösung für Übergewichtige suchen. Hier benötigt man einen stabilen Stahlrahmen, ein belastbares Fußkreuz, robuste Rollen und eine für schwere Körper geeignete Gasdruckfeder. Empfehlenswert sind Modelle, die über eine Wippmechanik mit Gewichtsanpassung sowie eine gut einstellbare Lordosenstütze verfügen – eine Art Taillenkissen, das in zwei Richtungen verstellbar ist.Außerdem gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Körpergröße und Statur zierliche Stühle nicht gebrauchen können. Gerade in Führungspositionen wirkt es merkwürdig, wenn man 1,95 m groß ist und seine Beine auf einem Standardstuhl mit 40 cm Sitztiefe stark anwinkeln muss. Für solche Personen sind Rückenlehnen bis zu 80 cm Höhe und verstellbare Schiebesitze ideal, deren Sitzflächen sich an die Beinlänge anpassen lassen. Diese Produkte werden oft mit dem Begriff verstellbare Sitztiefe beworben.
Der Bürostuhl Leyform Wiki Tech koppelt die Synchronmechanik mit einer Gewichtseinstellung und ist bis 110 kg belastbar. Andere Modelle wie der Westaro Der Anlehner tragen bis zu 150 kg. (Bildquelle: leyform.de)






















































