Das Wichtigste auf einen Blick:
- Mobile Navis gibt es für nahezu alle Fahrzeugtypen .
- Sie sind technische Spezialisten für die Routenführung.
- Sie können in wechselnden Fahrzeugen genutzt werden.
- Der deutsche Markt wird wesentlich von zwei Anbietern beherrscht.
Navigationsgerät im Cockpit eines Autos
(Bildquelle: www.tomtom.de)
Vorteile mobiler Navigationsgeräte
Vor allem durch Smartphone-Apps haben mobile Navigationsgeräte große Konkurrenz bekommen. Dennoch haben sie unverändert viele Freunde. Am Smartphone ist die Navi-App eine unter vielen, die gleichzeitig aktiv sind. Das kann, je nach Fahrsituation, ganz schön problematisch werden. Ein
mobiles Navi ist
fokussiert auf Routenführung und Verkehrsinformationen. Für diese Aufgaben ist es entwickelt und spezialisiert. Zudem können mobile Navis meist unkompliziert in wechselnden Fahrzeugen genutzt werden. Und sie sind in der Anschaffung deutlich kostengünstiger als die großen Einbau-Navigationssysteme wie
Moniceiver oder Navitainer.Marktsituation in Deutschland
In den letzten Jahren sind einige Hersteller von Navigationsgeräten vom Markt verschwunden. Übrig geblieben sind für Endverbraucher eigentlich nur
zwei namhafte Marken: Garmin und TomTom. Die Grundlage dafür liegt darin, dass ihre über viele Jahre aufgebaute Expertise und ihre Technologien weit über die klassische Straßennavigation hinaus gehen. Zwar tauchen immer mal asiatische No-Name-Produkte oder Newcomer auf, aber bisher ist es noch keinem gelungen, an die beiden Platzhirsche der Navigation auch nur annähernd heran zu kommen. Das gilt auch für den tschechischen Hersteller Navitel, dessen Kartenmaterial zudem lückenhaft bei mittel- und westeuropäischen Staaten ist.
Navis für verschiedene Fahrzeugtypen
Drehbares 10-Zoll-Display beim Navigationsgerät Garmin Camper 1090 (Bildquelle: www.amazon.de)
Die meisten Navigationsgeräte gibt es naturgemäß für PKW. Grundsätzlich sind die, mit entsprechenden Halterungen, natürlich auch am Motorrad oder im Wohnmobil nutzbar. Aber es gibt auch einige wenige fahrzeugspezifische Navis. Spezielle Motorrad-Navis sind witterungsfest und mit Handschuhen bedienbar. Außerdem können mit ihnen spezielle Motorradrouten mit kurvigen oder bergigen Strecken geplant werden. Für Wohnmobile und Camping-Gespanne gibt es Navis, bei denen Fahrzeugprofile mit den genauen Größen-Maßen und Gewichten angelegt werden können. Bei der Routenplanung werden dann nur Straßen berücksichtigt, die von diesen Fahrzeugen befahren werden dürfen und können. Oder es können gezielt Camping-Plätze und Wohnmobil-Häfen gesucht und angesteuert werden. Für den gewerblichen Berufsverkehr, also Busse und LKW, gibt es weitere Spezialgeräte.
Informationsanzeigen auf dem Garmin DriveSmart 65 (Bildquelle: www.garmin.de)
Navis im Test: Im Fokus stehen Navigationsleistung und Bedienung
Navis werden nur noch
sehr selten getestet. Der letzte
Vergleichstest der Stiftung Warentest wurde Anfang 2019 veröffentlicht und schon da waren nur noch Geräte von TomTom und Garmin am Start. Naturgemäß spielt die
Hauptdisziplin Navigation mit Routenführung, Routenberechnung und Verkehrsinformationen die weitaus größte Rolle bei den Testern. Dabei hatten drei TomTom Navis leicht die Nase vorn. Bei dem zweiten, großen Testkapitel, der Handhabung im Alltag, präsentierten sich die Garmin-Teilnehmer besonders gut. Die weitere Ausstattung spielte nur eine Nebenrolle. Beim Mobilfunk-Datenverbrauch erwiesen sich die TomToms als durchweg deutlich sparsamer.
Hinweis: Auch beim besten Navigationsgerät können mal Fehler vorkommen. Dazu spielen zu viele äußere Einflüsse mit. Es ist immer ratsam, Routenvorschläge mit gesundem Menschenverstand zu betrachten, bevor man losfährt.
Das gute alte TMC mit seinen reichlich ungenauen Infos ist zwar bei einigen Navis zur Sicherheit noch an Bord. Aber das Zauberwort heißt
heutzutage Live-Verkehrsinfos, die schnell und präzise den Fahrer informieren und zugleich am Navi sofort zur Berechnung von Streckenalternativen führen.
Garmin bietet dazu in einigen Geräten integriertes
DAB+ an, also einen Empfänger für digitale Rundfunkdaten. DAB ist aber, vor allem im Ausland, nur stellenweise verfügbar. Die
beste Lösung aber ist die
Koppelung des Navis mit einem Smartphone und den von beiden großen Herstellern angebotenen
Apps. Sie liefern schnelle und sehr präzise Verkehrsinfos, die bis zum bis zum genauen Stauende auf der Autobahn reichen können. In Tests schneidet die TomTom Traffic App meist einen Tick besser ab als Garmin Live Traffic. Über die
Apps können zudem
vielfältige weitere Reiseinformationen vom Wetter auf der Strecke bis zu Reisezielen aller Art oder Parkplatzssuchen auf das Navi übertragen werden. Dabei ist nun wieder die App von Garmin, die u.a. TripAdvisor-Touren und Foursquare-POIs (Points of Interest) beinhaltet, etwas breiter aufgestellt.
Eingabemaske zum Anlegen von Fahrzeugprofilen beim TomTom Go Professional
(Bildquelle: www.tomtom.de)
Hilfreiche Assistenten und Routenoptionen
Standard sind inzwischen die
Fahrspur- und Kreuzungsassistenten, bei denen einschließlich einer
automatischen Zoom-Funktion präzise angezeigt wird, welcher Spur an Autobahnabfahrten und Kreuzungen am besten gefolgt werden sollte. Immer öfter wird dies durch
3D-Ansichten ergänzt. In der
Sprachansage der Route setzt sich zunehmend durch, auf Abbiegepunkte nicht mehr nur in Metern hinzuweisen, sondern markante Gebäude oder Geländepunkte als optische Orientierungshilfen einzubeziehen. Baustellen- und Gefahrenstellenhinweise und die möglichst schnelle und richtige Berechnung sinnvoller Umgehungsstrecken arbeiten inzwischen auch deutlich besser als noch vor wenigen Jahren. Bei den wählbaren
Routenoptionen begnügt sich Garmin meist mit einer schnellen und einer kurzen Route sowie der Luftlinienentfernung zum gewünschten Ziel. TomTom-Geräte bieten regelmäßig auch verbrauchsoptimierte Eco-Route sowie eine Fahrrad- und eine Fußgängernavigation an. Bei den Ausschlüssen, beispielsweise von Autobahnen, Fähren oder Mautstrecken, sind sie im Prinzip alle gleich.
Bluetooth und WiFi sind wichtige Begleiter
Bluetooth ist bei Marken-Navis inzwischen die Regel. Es ermöglicht die Koppelung des Smartphones nicht nur als kongenialer Partner des Navis, wenn es um Routenführung und Verkehrsinfos geht. In der Regel kann das Navi dann auch als
Freisprecheinrichtung zum Telefonieren genutzt werden. Besonders hilfreich ist es, wenn das Navi zudem über eine
Sprachbedienung verfügt. Gerade die
Eingabe von Zielen kann mit einer
Spracherkennung deutlich vereinfacht werden. Inzwischen gibt es zudem
Top-Modelle, die auch mit
Assistenten wie
Apple Siri, Google Now oder Amazon Alexa kompatibel sind. Bei den aktuellen Modellen kommt als weitere Netzwerktechnik immer häufiger
WiFi hinzu. Das macht Sinn, weil man dann, anders als in früheren Jahren, zu Updates von Karten und Software keinen Computer als „Importeur“ mehr braucht. Ist man in einem geeigneten
WLAN-Netz können die
Updates direkt auf das Navi gezogen werden.
TomTom hat in sein
Go Premium inzwischen
IFTTT integriert. Garagentor, Thermostat oder andere Smart-Home-Anwendungen können damit bedient werden
Radarwarner sind gefährlich und können teuer werden
Es ist völlig in Ordnung und sogar sinnvoll, wenn das Navi einen Tempowarner hat. Also eine Warnung , wenn beim Fahren die auf der jeweiligen Straße zugelassene Höchstgeschwindigkeit überschritten wird. Ganz
klar verboten nach § 23 Straßenverkehrsordnung (StVO) ist es aber, in Deutschland ein
Gerät mitzuführen, das in der Lage ist,
Verkehrsüberwachungsmaßnahmen, und damit auch Radargeräte, anzuzeigen. Das gilt auch für Navigationsgeräte, wenn sie als Radar- oder Blitzer-Warner fungieren können. Das kann nicht nur zu einem Punkt in Flensburg und 75 Euro Bußgeld führen, die Polizei kann auch das jeweilige Navi einziehen. Dabei reicht es, wenn das Navi über die Technik verfügt, sie muss nicht aktiviert sein. Auch in vielen anderen Staaten gibt es ähnliche Regelungen, teilweise mit weitaus drastischeren Strafen. Leider äußern sich die Hersteller von Navis in diesem Punkt meist ziemlich unpräzise und ausweichend.
Hinweis: Die Aktivierung und die Nutzung von Radarwarnern in Navis ist in Deutschland nach § 23 StVO verboten.
Die sogenannten lebenslangen Karten-Updates
Die meisten Navis werden inzwischen mit vorinstallierten Kartensätzen für Central Europa (CE) mit 21 Staaten, oder Gesamteuropa mit 46 Staaten verkauft. Weitere globale Karten können immer öfter kostenlos bei den Herstellern heruntergeladen werden. Dazau werden gerne mal „lebenslange kostenloser Kartenupdates“ angepriesen. Allerdings wird dieses „lebenslang“ dann im Kleingedruckten definiert. Üblicherweise gilt das solange, wie der Hersteller das jeweilige Navi-Modell noch selber weiterführt und, zum Beispiel mit Systemupdates, pflegt.
Weitere Features in mobilen Navigationsgeräten
Mit Handschuhen bedienbares Motorrad-Navi, hier das TomTom Rider 500
(Bildquelle: www.tomtom.de)
HD ist bei vielen Navi-Displays noch nicht angekommen. Die meisten Geräte lösen in WVGA auf. Angesichts der vergleichsweise einfachen Grafiken ist das aber normalerweise ausreichend. TomTom bietet seine Navis mit 5-Zoll- und 6-Zoll-Displays an, Garmin hat auch 6,95-Zoll im Portfolio, bei Wohnmobil-Navis geht es gar bis 10 Zoll. Bei einigen Navis können Rückfahrkameras als Einparkhilfe oder auch DashCams angeschlossen werden. Aktivhalterungen, bei denen das Navi kabellos aufgeladen wird, sind selten, aber es gibt sie. Die Akkulaufzeit ist übrigens bei allen auf wenige Stunden begrenzt. Wie immer gilt die Vorüberlegung, welche Ausstattung man für die eigenen Zwecke tatsächlich braucht.
Unsere Bestenliste enthält daher nicht nur die aktuellsten Navigationsgeräte, sondern die derzeit noch verfügbaren und bewerteten Produkte.
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Unser Fazit |
Stärken |
Schwächen |
Bewertung |
Angebote |
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Offroad-Alternative zum Zumo XT
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sehr gute Eignung für Geländefahrten
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ohne Internet nutzbar
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robuste Bauweise
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Offroad-tauglich mit topografischen Karten
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Großer, Motorrad-spezifischer Funktionsumfang
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Helles, kontrastreiches Display
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Wasserdicht nach IPX7
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Keine Kompatibilität mit Reifendruckkontrollsystemen
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Navigationsgerät mit großem Display und vielseitigen Funktionen für komfortables Fahren
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Großes, gut ablesbares Display
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Benutzerfreundliche Bedienung
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Zuverlässige Navigation
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Gelegentliche Probleme bei der Routenplanung
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Kartenqualität könnte verbessert werden
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