Das Wichtigste auf einen Blick:
- Eishockey-Schuhe perfekt für Einsteiger
- Viel Komfort bieten Softboot-Schlittschuhe
- Für Kinder empfehlenswert: größenverstellbare Schlittschuhe
- Kaufkriterien: Passform, Kufen-Material, Wärmedämmung
Schlittschuhlaufen bereitet Freude – vorausgesetzt, man hat die passenden Schuhe. Für Einsteiger sind Eishockeyschuhe oder gut ausgestattete Softboot-Allrounder ideal, während Freizeitläufer von vielseitigen Allroundern profitieren. Eiskunstlauf- und Eisschnelllaufschuhe sind dagegen eher für fortgeschrittene Amateure und Profis geeignet.
Einsteiger und Freizeitläufer
Ein häufiger Fehler bei Anfängern ist das Verlagern des Gewichts auf die Fersen. Dies birgt die Gefahr, schnell hinzufallen, denn mit zunehmendem Druck auf die Ferse gleiten die Schuhe nach vorne. Der beste Einstieg auf dem Eis gelingt daher mit Eishockeyschuhen. Deren Schaft ist hinten höher geschnitten, sodass der Körper automatisch leicht nach vorne geneigt ist und der Fuß zusätzlich Halt bekommt. Außerdem besitzen Eishockeyschuhe in der Regel neun bis elf Ösenpaare, die eine präzise Schnürung ermöglichen. Im Gegensatz dazu haben Allrounder meist nur vier bis fünf Ösen, wodurch die Fixierung vor allem durch Schnallen oder Klettverschlüsse erfolgt. Das führt oft zu einem etwas lockeren Sitz. Die längere Kufe dieser Modelle macht es jedoch möglich, höhere Geschwindigkeiten zu erreichen – ein Grund, warum Allrounder besonders bei erfahrenen Freizeitläufern beliebt sind.Für Gelegenheits-Eisläufer und Einsteiger, die Komfort über sportliche Leistung stellen, sind sogenannte Softboot-Schlittschuhe eine besonders empfehlenswerte Alternative. Sie ähneln Eishockeyschuhen in der Form, sind aber dank eines gepolsterten Schaumstoff-Innenschuhs deutlich bequemer und passen sich von Anfang an dem Fuß an. Viele aktuelle Softboot-Modelle von Marken wie K2 oder Bauer sind zudem mit einem wärmeisolierenden und wasserabweisenden Innenfutter ausgestattet – ein wichtiger Komfortfaktor für längere Ausflüge auf dem Eis. Eine Kunststoff-Ummantelung im Schaftbereich (sog. Junior Cuff bei Kindermodellen) sorgt trotz weichem Material für ausreichend Knöchelstabilität.
Kinder: Verstellbare Modelle als wirtschaftliche Wahl
Für Kinder im Wachstum empfehlen sich größenverstellbare Schlittschuhe, die sich meist über drei bis fünf Schuhgrößen anpassen lassen. Solche Modelle – auch als „Mitwachsschuhe" bezeichnet – amortisieren sich schnell, da sie nicht jedes Jahr neu gekauft werden müssen. Beliebte Varianten wie die K2 Marlee Ice oder Roces Jokey Ice 2.0 sind speziell auf wachsende Kinderfüße abgestimmt. Für die ganz Kleinen gibt es zudem Gleitschuhe mit zwei Kufen, die über den normalen Winterschuh geschnallt werden und so einen besonders stabilen Einstieg ermöglichen. Ebenfalls erhältlich: 2-in-1-Modelle, die sowohl als Schlittschuh als auch als Inliner genutzt werden können.Fortgeschrittene und Profis
Eiskunstlauf- und Eisschnelllaufschuhe richten sich an Läufer mit höchsten Ansprüchen. Besonders Eisschnelllaufschuhe sind sehr speziell konstruiert: Ihr Schaft reicht nur knapp über den Knöchel, während die Kufe deutlich länger ist als bei anderen Modellen. Dadurch lässt sich eine starke Abstoßkraft erzielen, die hohe Geschwindigkeiten ermöglicht. Um dabei die Kontrolle und Kurven sicher zu meistern, ist jedoch viel Training notwendig. Profi-Modelle gehen noch weiter: Bei ihnen sind Kufe und Ferse nicht starr verbunden. Die Kufe bleibt also beweglich und hebt erst ab, wenn das Bein komplett angehoben wird. Dies verlängert den Kontakt mit dem Eis und schafft dadurch höhere Geschwindigkeiten.Die Eiskunstlaufschuhe wiederum besitzen eine kürzere Kufe mit kleinen Zacken (sog. Toepicks) an der Spitze. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme dienen diese Zacken nicht primär für Pirouetten, sondern vor allem für die Ausführung von Spitzen-Schritten und die Landung nach Sprüngen. Sie erleichtern kunstvolle Manöver, bergen aber auch ein erhöhtes Sturzrisiko. Für Anfänger und Freizeitläufer können Eiskunstlaufschuhe ebenfalls vorteilhaft sein, da deren Kufen weniger stark in Längsrichtung gewölbt sind als bei Eishockeymodellen, was die Balance verbessert.
Worauf beim Kauf achten?
Neben der Wahl des richtigen Typs sind folgende Punkte für den Kauf entscheidend:- Passform: Der Schuh sollte eng und ohne Druckstellen sitzen, aber den Zehen etwas Bewegungsfreiheit lassen. Idealerweise mit den Socken anprobieren, die man beim Eislaufen tragen möchte.
- Kufen-Material: Kufen aus Edelstahl sind langlebig, rostbeständig und vergleichsweise pflegeleicht. Carbonkufen sind leichter, erfordern aber etwas mehr Pflege. Viele Einsteigermodelle werden bereits vorgeschliffen geliefert; ein professioneller Nachschliff vor der ersten Nutzung ist dennoch empfehlenswert.
- Kufen schleifen: Stumpfe Kufen erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Je nach Nutzungsintensität sollten die Kufen alle 10 bis 15 Eisstunden nachgeschliffen werden – erkennbar daran, wenn das Eis sich rutschig anfühlt und der Grip abnimmt.
- Wärmedämmung: Da es auf dem Eis stets kalt ist, empfiehlt sich ein Modell mit wärmendem Innenfutter (z. B. Thinsulate). Wasserabweisende Obermaterialien schützen zusätzlich.
- Kufenpflege: Nach jedem Einsatz die Kufen mit einem weichen Tuch trockenwischen, um Rostbildung zu vermeiden. Für Transport und Lagerung Kufenschoner verwenden. Bei längerer Einlagerung die Kufen leicht einfetten und trocken, aber nicht zu warm lagern.
- Sicherheitsprüfzeichen: Auf TÜV-geprüfte Modelle achten (GS-Zeichen), die auf geprüfte Verbindung von Schuh und Kufe, Kufenhärte und Schliff hinweisen.



















