Waschmittel richtig dosieren Bild: ssuaphotos / shutterstock

Umwelt schützen: So dosieren Sie Waschmittel richtig

Eine nicht-repräsentative Umfrage der Stiftung Warentest aus dem Frühjahr 2019 bringt Interessantes zutage: Gut die Hälfte der mehr als 1.000 Umfrageteilnehmer halten sich beim Dosieren an die auf dem Waschmittel aufgedruckten Herstellerangaben. Fast 45 Prozent vertrauen bei der Dosierung dagegen ihrem Gefühl und ihrer Erfahrung. Davon gibt die überwältigende Mehrheit an, die Waschmittelmenge je nach Verschmutzungsgrad und Wäschemenge anzupassen. Neun von zehn Befragten wissen außerdem, ob in ihrem Haushalt weiches, mittleres oder hartes Wasser aus dem Wasserhahn kommt. Mehrheitlich wird in Haushalten beim Waschmitteldosieren eine Dosierhilfe benutzt.

Hand aufs Herz: Wie machen Sie es? Und haben Sie sich überhaupt schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Folgen eine falsche Waschmitteldosierung hat? Es lohnt sich, ein paar Minuten dafür zu investieren, versprochen.

Darum ist es wichtig, nicht zu viel und nicht zu wenig Waschmittel zu nutzen

Wenn Sie bei der Waschmitteldosierung zu geizig sind, schlägt sich das - so trivial es klingt - im Waschergebnis nieder. Unter Umständen werden Flecken und Gerüche nicht vollständig gelöst. Verwenden Sie bei Ihrer Weißwäsche zu wenig Vollwaschmittel, wird sich im Laufe der Zeit ein Grauschleier darüber legen. Auch kann sich Wäsche kratziger und härter anfühlen, denn Kalk hat leichtes Spiel, sich in Ihrer Wäsche abzulagern. Das trägt auch zu einem schnelleren Verschleiß Ihres Lieblingsstücks bei. Waschpulvern sind Entkalker beigemischt, die auch für die Waschmaschinenpflege selbst wichtig sind. Zu wenig Pulver begünstigt Kalkablagerungen im Gerät, zum Beispiel am Heizstab. Falsche Sparsamkeit kann in der Folge zu einem schnelleren Tod der Waschmaschine führen.

Das andere Extrem - „viel hilft viel“ - verursacht allerdings auch Probleme. Es wird Sie vielleicht überraschen, aber tatsächlich kann eine Waschmittelüberdosierung ebenfalls dafür sorgen, dass Ihre Wäsche nicht richtig sauber wird. Woran liegt das? Bei zu großzügiger Waschmittelzugabe entsteht übermäßig viel Schaum. Dadurch wird die Wäsche nicht mehr richtig gestaucht und gestreckt. In den Textilfasern sammeln sich Waschmittelreste. Diese zeigen sich nicht nur als hässliche Waschpulverflecken auf der Kleidung, sondern können auch Ihre Haut reizen - und das ist nicht nur für Menschen mit Neurodermitis ein Problem. Bei zu viel Schaum werden Sie zwangsläufig einen Extra-Spülgang einlegen müssen. Das treibt Wasser- und Stromkosten in die Höhe.

Weitere Konsequenzen von zu großzügigem Waschmittelgebrauch: Es bilden sich nicht nur in den Fasern (sichtbare) Rückstände, sondern auch in der Maschine selbst. Diese Ablagerungen können (Geruchs-)Probleme verursachen (wie Sie dieses loswerden und andere Tipps zur Waschmaschinenpflege, lesen Sie hier). Ferner belastet eine Überdosierung die Umwelt stark. Die Stiftung Warentest schreibt dazu:

Mit der höheren Menge gelangen [...] auch mehr Bleichmittel, Enzyme, optische Aufheller und Füllstoffe ins Abwasser.

Nicht zuletzt ist der „Spaß“ auch noch teuer, denn - logisch! - je schneller Ihr Waschmittel verbraucht ist, desto schneller müssen Sie welches nachkaufen.

Die besten Waschmittel für Weißes

Die besten Waschmittel für Buntes

So dosieren Sie Ihr Waschmittel richtig

Wie viel Waschpulver oder wie viele Milliliter Flüssigwaschmittel ideal sind, um die beste Waschwirkung zu erzielen, können Sie der Waschmittelverpackung entnehmen. Jeder Hersteller gibt eine Dosierempfehlung, und zwar aufgedröselt nach Wasserhärtebereich (diesen finden Sie auf der Webseite Ihres örtlichen Wasserversorgers) und Verschmutzungsgrad der Wäsche. Die Waschmittelangaben in der Tabelle beziehen sich meist auf eine relativ kleine Zuladung (4-5 Kilogramm). In den meisten Haushalten wird eine Waschmaschine mit 6 bis 8 Kilogramm Zuladung stehen. In Ihrem auch? Dann müssen Sie bei voller Auslastung entsprechend der Angabe noch etwas Waschmittel addieren. Ist die Waschmaschine nur halbvoll, ziehen Sie entsprechend Waschmittel ab.

Den Taschenrechner mag wohl niemand dafür zücken. Hilfreich ist daher eine Dosierhilfe mit entsprechender Skalierung. Vielleicht können Sie sich noch daran erinnern, dass früher jedem Waschmittel automatisch eine solche Dosierhilfe beilag. Diese Zeiten sind vorbei. Auch die Hersteller achten darauf, den Verpackungsmüll möglichst gering zu halten. Doch die gute Nachricht ist: Egal, ob Marke oder Discounter-Produkt - eine passende Dosierhilfe/Dosierkugel können Sie entweder über die Hersteller-Webseite oder per Telefon bestellen. Und zwar kostenlos.

Dosierhilfen direkt beim Hersteller bestellen

 

Den richtigen Dreh bei der Waschmitteldosierung kriegen Sie mit der Zeit raus. Meist ist es ja doch so, dass man immer die gleiche Wäschemenge mit ähnlichem Verschmutzungsgrad zusammenbekommt. Unglücklich ist allerdings, dass die Dosierungsangaben je nach Hersteller variieren. Je nachdem sind die Mittel unterschiedlich ergiebig. Wenn Sie einer Marke treu sind, kennen Sie Ihre Dosierung nach kurzer Zeit aus dem Effeff. Wenn Sie die Marken öfter wechseln, bleibt Ihnen der regelmäßige Blick auf die Verpackung leider nicht erspart.

Viele Waschmittelhersteller bieten inzwischen nicht nur Flüssigwaschmittel und Waschpulver an, sondern auch Waschmittelkapseln/Gelkissen (je nach Marke auch Pods oder Caps genannt). Damit ist die Dosierung ein Kinderspiel: ein bis zwei Stück zu der Wäsche in die Trommel und fertig. Großer Dämpfer: Im Vergleichstest der Stiftung Warentest aus dem Sommer 2019 konnte kein einziges Produkt wirklich überzeugen. Am besten machten es noch die „befriedigenden“ Duo-Caps Color von Persil. Wirklich mithalten mit den besten klassischen Color-Flüssigwaschmitteln und Colorwaschmittelpulvern können aber auch sie nicht.

Von leicht bis stark: Die Definition der Wäsche-Verschmutzungsgrade

Leicht verschmutzt:
Kleidung ohne Flecken oder andere erkennbare Verschmutzungen, aber unter Umständen mit angenommenem Körpergeruch.
Beispiele: Sommer- und Sportkleidung (wenige Stunden getragen), T-Shirts, Hemden, Blusen (bis zu 1 Tag getragen), Gästebettwäsche und -handtücher (1 Tag benutzt).

Normal verschmutzt:
Leichte Verschmutzungen und wenige leichte Flecken.
Beispiele: T-Shirts, Hemden, Blusen (durchgeschwitzt/mehrfach getragen), Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche (bis zu 1 Woche benutzt), Gardinen ohne Nikotinverschmutzungen (bis zu 6 Monate in Gebrauch).

Stark verschmutzt:
Deutliche Verschmutzungen und Flecken.
Beispiele: Geschirr- und Küchenhandtücher, Babylätzchen, Kinder- und Fußballbekleidung (mit Gras und Erde verschmutzt), Berufskleidung.

 

Wie hart ist das Wasser in Ihrer Gegend? Wasser mit weniger als 8,4 °dH (deutscher Härtegrad) wird als weiches Wasser, mit 8,4 bis 14 °dH als mittelhartes und mit mehr als 14 °dH als hartes Wasser charakterisiert. Es gilt: Je höher die mineralischen Anteile im Wasser, desto härter ist es.

Verführerisches Angebot der Waschmaschinenhersteller: Waschmaschinen mit automatischer Waschmittel-Dosierung

Miele 2-Phasen-Waschmittel für TwinDos Für TwinDos-W1-Waschmaschinen konzipiert: Mieles 2-Komponenten-Waschmittel für Buntes und Weißes. (Bild: miele.de)

Modelle verschiedener Waschmaschinenhersteller nehmen Ihnen inzwischen die Waschmitteldosierung komplett ab. Die Geräte ermitteln über Sensoren die Beladungsmenge und ziehen nicht mehr Waschmittel ein als nötig. Über- und Unterdosierung sind so ausgeschlossen.

Bei Miele erkennen Sie die Waschmaschinen mit automatischer Dosierung an der Bezeichnung TwinDos (auch kurz TDos) im Produktnamen. Miele empfiehlt die Nutzung seines hauseigenen 2-Phasen-Flüssigwaschmittels; Sie können aber auch Ihr Waschmittel und den Weichspüler, den Sie bislang nutzen, in die Waschmittelbehälter von Miele füllen und via TwinDos dosieren lassen.

Auch Modelle der BSH-Hausgeräte GmbH, zu der Bosch und Siemens gehören, nehmen Ihnen die Dosierung ab. Die Dosier-Automatik heißt hier i-DOS. Ein Teil der Hoover-Geräte kommt mit Care Dose, die von AEG mit Auto Dose, Haier mit Smart Dosing. Vollständig ist diese Liste nicht, unter anderem bietet zum Beispiel auch Samsung eine automatische Dosierung an.

Die besten Waschmaschinen mit Dosierautomatik

  1. Miele WMV 960 WPS
    Miele WMV 960 WPS
    • Sehr gut 1,2

Der Umwelt zuliebe: Die richtige Waschmitteldosierung bringt viel, aber gibt es umweltfreundlichere Alternativen zu herkömmlichen Waschmitteln?

Das Umweltbundesamt hat ermittelt, dass in Deutschland etwa 630.000 Tonnen Waschmittel jährlich verbraucht werden. Jeder von uns „verwäscht“ also fast 8 Kilogramm Waschmittel im Jahr. Weichspüler und Co. sind dort noch nicht einmal eingerechnet. (Quelle: umweltbundesamt.de)

Auch wenn die Waschmittel von heute ohne Phosphate auskommen, ist die Belastung für die Umwelt enorm. Sie können dabei helfen, sie zu senken, indem Sie

  • Ihren Front- oder Toplader immer voll auslasten,
  • Waschmittel nicht überdosieren,
  • nicht unbedingt jede Kleidung nach dem einmaligen Tragen waschen (das schont auch das Kleidungsstück selbst),
  • Flecken zum Beispiel mit Gallseife vorbehandeln,
  • auf Vorwäsche verzichten.

Laut Umweltbundesamt sind zudem Waschpulver umweltschonender als Flüssige und überzeugen gleichzeitig mit einer besseren Waschwirkung. Letzteres bestätigen etliche Tests von Stiftung Warentest.

Aber: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihre Buntwäsche (gelegentlich) mit natürlichen Mitteln zu waschen? Wir möchten Ihnen ein „Waschmittel“, das die Natur bereitstellt, vorstellen.

Waschen mit Kastanien

Frische Kastanien in der Schale Frisch gefallene Kastanien lassen sich leicht zu Waschmittel verarbeiten. (Bild: Couleur / pixabay.com)

Mit Kastanien kann man nicht nur basteln, sondern auch waschen, denn: Kastanien enthalten reichlich Saponine, die - im Wasser gelöst - seifenartige Eigenschaften zeigen.

Sammeln Sie im Herbst gemeinsam mit Ihren Kindern Rosskastanien (das sind die „normalen“ Kastanien, nicht die Esskastanien). Für eine Ladung Buntwäsche benötigen Sie etwa fünf bis acht Stück. Achten Sie beim Einsammeln darauf, möglichst trockene, saubere Exemplare zu erwischen. Zu Hause schneiden Sie die Kastanien in Viertel. Das geht, wenn sie noch nicht so hart sind, mit einem scharfen Messer sehr einfach. Lassen Sie die Kastanienviertel mit etwa 300 Milliliter Wasser über Nacht einweichen, morgens wird die Flüssigkeit leicht schäumen. Wenn es schneller gehen soll oder muss, können Sie das Wasser und die geviertelten Kastanien auch aufkochen und dann für eine Viertelstunde köcheln lassen.

Geben Sie die Kastanien-Seifenlauge im Anschluss durch ein Sieb und fangen Sie die Flüssigkeit auf. Diese füllen Sie dann um ins Waschmittelfach oder in eine Dosierkugel, die Sie direkt in die Waschtrommel legen. Insbesondere in Regionen mit hartem Wasser können Sie noch einen Löffel Sodapulver mit hinzugeben. Das verbessert die Waschwirkung. Für etwas Duft können Sie optional etwas Aromaöl, zum Beispiel Lavendelöl, hineinträufeln.

Tipp: Kastanien können Sie zwar nur im Herbst sammeln, jedoch trotzdem ganzjährig mit ihnen waschen. Sammeln Sie dafür einfach so viele, wie Sie brauchen, und schneiden Sie sie zu Hause in Viertel oder noch kleiner. Zum Zerkleinern können Sie auch eine leistungsfähige Küchenmaschine verwenden. Wichtig ist, dass Sie das so hergestellte „Granulat“ gut durchtrocknen lassen, bevor Sie es in einem Glas oder Ähnlichem verstauen und bei Bedarf dann wie oben geschildert „aktivieren“.

 

Wichtiger Hinweis: Mit klassischen Color-Waschmitteln kann das selbstgemachte Kastanien-Waschmittel nicht mithalten. Es löst Flecken nicht gut und nach mehrmaligem Waschen legt sich ein Grauschleier über helle Wäsche, so jedenfalls ein Ergebnis der Stiftung Warentest. Allergiker und alle, denen die zugesetzten Duftstoffe der klassischen Waschmittel nicht gefallen, schätzen jedoch den neutralen Geruch. Auch der Umwelt kommt das Naturprodukt zugute. Ihrem Portemonnaie natürlich auch, da das Waschen mit Kastanien Sie nichts kostet außer ein wenig Vorbereitungszeit.