Einschätzung unserer Autoren
Das Flaggschiff sticht endlich in See
TomTom hat bekannt gegeben, dass das TomTom Go 940 Live nun endlich im Handel verfügbar ist. Das neue Flaggschiff des Unternehmens kostet laut Hersteller 499 Euro. Internetanbieter wie zum Beispiel amazon haben den Preis aber schon etwas gemildert und bieten das Navigationssystem für 475 Euro an.
Dies ist natürlich für ein mobiles Navigationssystem immer noch viel Geld. Doch das TomTom Go 940 Live will vor allem mit dem neuen „Live“-Feature eine deutlich verbesserte Routennavigation garantieren, die den Preis rechtfertigt. Der Service wird über die integrierte SIM-Karte ermöglicht, über die die HD-Traffic-Funktion übertragen wird. Sie soll exaktere Verkehrsinformationsdienste liefern, der die Bewegungsmuster von Handys berücksichtigt. Außerdem verspricht TomTom aktuelleres Kartenmaterials durch den Austausch von Straßeninformationen über die MapShare-Funktion.
In den Live-Service wurden auch Sicherheitswarnungen aufgenommen, die den Autofahrer zum Beispiel über Radarkameras informieren. Die lokale Live-Suche bei Google wiederum liefert aktuelle Informationen aus dem Netz. Und bei aller Live-Information sollte nicht vergessen werden, dass das TomTom Go 940 auch über eine Sprachsteuerung verfügt.
Trotzdem sind unterm unterm Strich 475 Euro ein stolzer Preis – auch wenn man USA-, Kanada- und Europa-Karten dafür erhält. Wer die nicht unbedingt benötigt und nur in Europa unterwegs ist, bekommt den Live-Service mit dem nun ebenfalls erhältlichen TomTom Go 740 Live, das für 375 Euro (amazon) zu haben ist.
Alles „Live“: Community-basierte Vernetzung als Zukunftstrend beim TomTom Go 940 Live
Sinn und Zweck eines Navigationssystems ist die möglichst effiziente Routenführung – und TomTom scheint sich daran zu erinnern, dass genau in diesem Bereich die Stärken eines Navigationssystems liegen sollten. Mit dem zur IFA 2008 in Berlin präsentierten Go 940 Live macht sich der niederländische Hersteller deshalb vor allem für eine stärkere Vernetzung des Einzelgerätes innerhalb einer Benutzer-Community beziehungsweise mit Serverdiensten stark. Das neue Zauberwort dafür bei TomTom lautet „Live“, ein Servicekomfort, die vor allem auf drei Standbeinen fußt: Der MapShare- und HD-Traffic-Funktion sowie einer verbesserten IQ-Routes-Technologie.
Mit der Funktion MapShare, also dem Austausch von Karteninformationen unter den Benutzern, macht TomTom bereits seit 2007 gute Erfahrungen. 16.000 Meldungen empfängt der zentrale Server pro Tag und sorgt damit für aktuelle Kartendaten. Auf die Dienste einer anonymen Community dagegen baut der nun endlich ab November auch in Deutschland empfangbare HD-Traffic-Dienst auf. Anhand der Bewegungsmustern von Handys liefert er Informationen über Staus und Behinderungen.
TomTom hat auch auf die Kritik an der März 2008 eingeführten IQ-Routes-Technologie reagiert und die Funktion nachgebessert. Von nun an wird die Routenberechnung auf der Basis des tatsächlichen Verkehrsaufkommens an jedem einzelnen Wochentag und anhand der jeweiligen Uhrzeiten berechnet. Die bisherige Aufteilung in Wochentag / Wochenende wird damit wesentlich feiner differenziert. Ach hier sind deutlich bessere und vor allem „realistischere“ Routenberechnungen zu erwarten.
Das Konzept von TomTom, die Navi-Benutzer noch stärker als bisher für eine effiziente Navigation heranzuziehen, ist schlüssig, leuchtet unmittelbar ein und ist vielleicht sogar schlichtweg genial. Die Übertragung eines Community-Gedankens in den Bereich der Navigation ist sehr zukunftsträchtig. Nur in Brüssel denkt man schon einen Schritt weiter und hat die direkte Car-to-Car-Kommunikation via WLAN im Visier. Doch bis dahin ist die durch das TomTom Go 940 Live möglich gewordene „Community-“basierte Routennavigation State of the Art.
Sicherheits- und Datenschutzbedenken werden allerdings in diesem Kontext und bei so viel Euphorie über das technisch Machbare selten thematisiert.
Schnell informiert dank Internetzugang
Das TomTom 940 Live ist wirklich „live“: Dank Internetzugang und Kooperation mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone bietet nun auch das niederländische Unternehmen ein Navigationssystem mit Internetzugang an. Allerdings ist der Dienst etwas begrenzt, ein freies, unbegrenztes Surfen im Internet nicht möglich. Die neue Funktion steht vor allem im Dienst der Routennavigation. Der Benutzer des Navis erhält zum Beispiel aktuelle Wetterberichte oder Informationen über Radarblitz-Fallen, die von anderen Benutzers gemeldet werden.
Außerdem kann über den Internetzugang auch die von Google angebotene lokale Suchfunktion in Anspruch genommen werden. Restaurants, Hotels, Tankstellen zu finden ist damit kein Problem mehr, und auch über aktuelle Unterhaltungsveranstaltungen ist man fortan mit dem TomTom Go 940 Live immer im Bilde.
Sie sehen: Die Internetfunktion ergänzt sinnigerweise und konsequent die drei weiteren, Community-basierten „Live“-Funktionen der neuen TomTom-Navigeneration (MapShare, HD-Traffic, IQ-Routes). Der komplette „Live“-Service ist beim Kauf eines TomTom 940 Live für sechs Monate zuerst einmal kostenlos. Danach werden Gebühren in Höhe von 9,95 Euro pro Monat fällig, die man sich im Geiste schon einmal zum Verkaufspreis des Navis dazurechnen muss / kann. Dessen exakte Höhe steht noch nicht fest, er wird aber vermutlich über 400 Euro liegen.
Rundumerneuerung des Vorgängers Go 730T
Auf den ersten Blick handelt es sich beim TomTom 940 Live „nur“ um eine Neuauflage des bisherigen Flaggschiffs TomTom 930. Doch beim näheren Hinsehen erkennt man, dass TomTom einige grundlegende Verbesserungen an dem Gerät vorgenommen hat. Schon das Gehäuse ist flacher als der Vorgänger, was dem Navigationssystem etwas Schwereloses verleiht. Und auch unter der Oberfläche ist einiges verändert worden. Die Menüführung und -bedienung ist durch eine neue Benutzerobefläche noch einfacher geworden, zum ersten Mal ist auch eine Sprachsteuerung möglich.
Außerdem hat TomTom am Fahrspurassistenten nachgebessert und die Ermittlung der aktuellen Position optimiert. Dank QuickGPSfix-Technologie, mit der die Satellitenpositionen heruntergeladen werden, orientiert sich das Navigationssystem noch schneller als bisher. Und zum Schluss, aber nicht zu vernachlässigen: In die neue Saugnapfhalterung („Active Dock“) ist das Stromkabel integriert.
Alles in allem hat TomTom mit dem Go 940 Live zwar kein vollkommen neues Produkt vorgelegt, aber durch die Ergänzungen und Nachbesserungen sein Topmodell für den Benutzer noch attraktiver gemacht. Erfreulicherweise legt TomTOm- wie auch einige andere Hersteller – wieder den Akzent bei neuen Produkten verstärkt auf die Navigation. Vorbei also die Zeiten, in denen man noch partout eine komplette Multimedia-Maschine an den Käufer bringen wollte.
HD-Traffic und Internet-Livesuche als neue Features
Den Briten sei Dank, besitzen wir bereits vor der offiziellen Präsentation der neuen Navigationssysteme von TomTom auf der IFA schon die ein oder andere Vorab-Information. Aus den Angaben eines Internetshops (handtec.co.uk) von der Insel lässt sich folgern, dass TomTom mit dem neuen Flaggschiff TomTom Go 940 Live auf den Ausbau der Komfortfeatures setzt. Technisch und auch optisch ist das neue Modell nämlich nahezu identisch mit dem bisherigen Aushängeschild TomTom Go 930T. Das 940er dagegen wird sich durch das integrierte HD-Modul sowie einen Internetzugang von seinem Vorgänger unterscheiden.
Wie bereits berichtet, will TomTom den HD-Service zur staufreien Routennavigation ab Winter auch in Deutschland anbieten. Das Go 940 Live soll diesen Service, der nach drei Monaten kostenpflichtig ist und etwa 10 Euro/Monat kosten wird, schmackhaft machen. Die aus Handy-Bewegungsdaten errechneten Verkehrsprognosen sind TomToms Alternative zu TMC beziehungsweise TMC Pro. Außerdem wird von einer Kooperation zwischen TomTom und Google gemunkelt. Das Go 940 Live soll via Handy einen Zugang zur Internetsuche mit Google anbieten, über die sich aktuelle Daten zum Wetter, lokalen Angeboten, Benzinpreisen und ähnliches auf das Navigationssystem laden lassen.
In England wird das TomTom Go 940 Live zum stolzen Preis von 468 Pfund gelistet, das entspricht ungefähr 585 Euro.














