Gesellschaftsspiele Autorenspiele - Faire Unterhaltung bis zum Schluss
Zur beständig steigenden Beliebtheit der Gesellschaftsspiele in den vergangenen 15 Jahren hat vor allem eine Spielgattung beigetragen: das sogenannte Autorenspiel. Ursprünglich wurden damit nur die Spiele aus der Feder professioneller Spielautoren bezeichnet, mittlerweile wird der Begriff jedoch für eine ganze Klasse von Spielen mit bestimmten Merkmalen verwendet. Dazu gehören insbesondere einfache, eingängige Regeln sowie eine untergeordnete Rolle von Glück und Konflikten zwischen den Spielern.
Kein Spielerausscheiden
Tatsächlich erfolgt der Wettstreit der Spieler bei Autorenspielen in der Regel indirekt durch die Konkurrenz um Ressourcen oder Siegpunkte. Auch Kämpfe sind sehr selten: So wird zum Beispiel der Streit um Territorien eher durch das Platzieren von Einflussmarkern oder ähnlich abstrakte Mechanismen geregelt als über direkte Kämpfe. Daher ist ein wesentliches Element von Autorenspielen auch die Tatsache, dass niemals Spieler vom Spiel ausscheiden können. Meist sorgen Regelmechanismen sogar dafür, dass jeder bis zum Schluss Chancen auf den Sieg hat.
Eingeschränktes Glückselement
Daher wird auch versucht, das Glückselement stark einzuschränken – jeder Spieler soll stets das Gefühl haben, dass seine eigenen Entscheidungen über den Ausgang des Spiels entscheiden. Würfel sind sehr selten, der Glücksfaktor kommt eher über das Ziehen von Karten ins Spiel und wird meist dadurch entschärft, dass der Spieler zumindest eine gewisse Wahl besitzt. Dass die Regeln trotzdem meist sehr einfach zu erlernen sind, ist die große Stärke der Autorenspiele. Dies ist vielfach dem Umstand zu verdanken, dass hier professionelle, hauptberufliche Designer wie Reiner Knizia, Klaus Teuber, Alan R. Moon oder Martin Wallace am Werke sind. Da sehr viele Autoren aus Deutschland stammen, werden solche Spiele vielfach auch als German-Style Board Games, Eurogames oder einfach Euros bezeichnet.
Einfach zu erlernen - und manchmal daher zu glatt
Einen Nachteil haben die eleganten Regelmechanismen aber auch: Von manchem Spieler werden sie als zu „generisch" empfunden. Obwohl viele Euros mit aufwendiger Grafik und hochwertiger Ausstattung Hintergründe wie den Bau einer Eisenbahnlinie, den Aufbau eines Handelsimperiums im 16. Jahrhundert oder das Management einer mittelalterlichen Farm umsetzen, wirken diese Themen letzten Endes vielfach doch beliebig austauschbar. Bei Autorenspielen stehen die Spielmechanismen im Vordergrund, nicht die Simulation des gewählten Hintergrundes.




















