Das Wichtigste auf einen Blick:
- Inhaltsstoffe sollen schützen und dem Haar ein gesundes Aussehen verleihen
- Im Unterschied zu Haarkuren deutlich kürzere Einwirkzeit
- Breite Auswahl an Produkten für sämtliche Haartypen, Haarprobleme und Pflegeziele
- Häufigstes Anwendungsszenario ist zu wenig Glanz und Glätte bei strapaziertem Haar
- Haarspülungen können geschädigtes Haar nicht „reparieren“
- Häufig enthaltenes Silikon kann in der Umwelt nicht abgebaut werden
Im Gegensatz zu Haarkuren müssen Haarspülungen nur kurz einwirken. Ihr Ziel ist jedoch dasselbe: Sie sollen das Haar schützen und für ein gesundes Aussehen sorgen. Dazu legen sie eine schützende Schicht auf das Haar, welche auch geschädigte Stellen glättet, indem sie Unebenheiten in der Haaroberfläche ausgleicht. Dieses Ergebnis wird durch verschiedene Wirkstoffe erzielt.
Haarspülungen für alle Haartypen, Haarprobleme und Pflegewünsche
Hersteller werben oft damit, dass ihre Mittel strapaziertes Haar reparieren können. Tatsächlich ist das nicht möglich, da Haare aus totem Hornmaterial bestehen. Deshalb sind Vitamine und Mineralstoffe in Haarpflegeprodukten eher überflüssig, soweit sie nur auf die Haarlängen aufgetragen werden. Anders verhält es sich, wenn eine Spülung auch die Kopfhaut pflegen soll und dabei gründlich eingearbeitet wird. So könnten Wirkstoffe theoretisch bis zu den Haarwurzeln gelangen – allerdings nur bei längerer Einwirkzeit. Bevor man sich für eine Haarspülung entscheidet, sollte man daher klar definieren, was man erreichen möchte und wie lange die Anwendung dauern soll. Danach fällt die Wahl meist leichter, denn Haarspülungen für verschiedenste Haartypen, Haarprobleme und Pflegeschwerpunkte sind breit verfügbar. Besonders gefragt sind Produkte, die strapaziertes Haar wieder gesund und gepflegt aussehen lassen. Regelmäßiges Föhnen, Färben, trockene Heizungsluft, starke Sonneneinstrahlung oder häufiges Waschen setzen dem Haar zu – speziell langen Haaren.Erfahrungen zeigen: Haarspülungen können Spliss verkleben und raue Haaroberflächen glätten
Kurz geschnittene Haare benötigen in der Regel keine intensive Pflege mit Kuren oder Spülungen. Bei langen Haaren hingegen treten vermehrt Probleme auf, die durch den Einsatz entsprechender Produkte gemindert oder überdeckt werden können. Eine zurückbleibende Schutzschicht bewahrt gesundes Haar vor schädlichen Umwelteinflüssen und vor dem Austrocknen. So erhalten die Haare ihr frisches Aussehen wie nach dem Nachwachsen. Spezielle Inhaltsstoffe sorgen bei geschädigtem Haar dafür, dass raue oder gesplitterte Stellen geglättet und Spliss verklebt werden. Das Ergebnis sind glänzende, geschmeidige Haare, die sich leichter kämmen lassen und nicht fliegen. Zwar werden die Haare dadurch nicht tatsächlich gesund, wirken aber optisch und haptisch deutlich gepflegter.Wichtig zu wissen: Haarspülungen sollten nicht täglich und nicht zu großzügig dosiert werden. Öko-Test-Experten weisen darauf hin, dass sich Pflegestoffe auf dem Haar ansammeln können, einen dichten Film bilden und das Haar beschweren können, sodass es schlaff herabhängt. Für die meisten Haartypen empfiehlt sich eine Anwendung zwei- bis dreimal pro Woche.
Silikone in Haarspülungen: Glanz und Fülle – mit Einschränkungen
Silikone eignen sich gut, um das Haar mit einer schützenden Schicht zu umhüllen. Dadurch wirken die Haare voller, kräftiger und erhalten einen schönen Glanz. Obwohl die meisten Silikone in Haarpflegeprodukten nicht als gesundheitsschädlich eingestuft werden, sind sie bei Verbraucherinnen und Verbrauchern umstritten – und das aus nachvollziehbaren Gründen:- Silikone können das Haar mit der Zeit regelrecht einschließen. Unter dieser Schicht kann das Haarmaterial austrocknen und brüchig werden – was zunächst unbemerkt bleibt, solange die Schicht regelmäßig erneuert wird. Mit der Zeit kann das dazu führen, dass Haare schwer hängen, fettig wirken und ungepflegt aussehen.
- Silikon erschwert außerdem das Haarefärben, da Farbpigmente an einer silikonbeschichteten Oberfläche weniger gut haften.
- Silikone sind in der Umwelt biologisch schwer oder gar nicht abbaubar. Sie gelangen über das Abwasser in die Gewässer und können sich dort anreichern. Bestimmte Cyclosiloxane – namentlich D4 (Cyclotetrasiloxan) und D5 (Cyclopentasiloxan) – sind seit 2020 in abwaschbarer Kosmetik wie Haarspülungen in der EU verboten, da D5 sich nachweislich in Organismen anreichern kann.
Bedenkliche Inhaltsstoffe: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Aktuelle Tests von Öko-Test (zuletzt Heft 9/2024) zeigen, dass Haarspülungen neben Silikonen weitere problematische Inhaltsstoffe enthalten können, darunter:- Synthetische Duftstoffe und Allergene: Bestimmte Duftstoffe wie Lilial (Butylphenyl Methylpropional) stehen im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. In der EU werden deklarationspflichtige Allergene regelmäßig erweitert.
- Kritische Konservierungsstoffe: Isothiazolinone (z. B. MIT/MCIT) können Haut und Augen reizen. Parabene stehen im Verdacht, hormonell zu wirken.
- Synthetische Polymere und Mikroplastik: Die EU hat ein schrittweises Verbot von absichtlich zugesetztem Mikroplastik in Kosmetika angekündigt. Abwaschbare Kosmetikprodukte wie Haarspülungen sollen bis 2027 vollständig frei von Mikroplastikpartikeln sein. Viele Hersteller stellen bereits jetzt auf biologisch abbaubare Alternativen um.
- Verpackung: Öko-Test bewertet auch den Rezyklat-Anteil der Kunststoffverpackung. Produkte mit weniger als 30 Prozent recyceltem Material in der Verpackung erhalten Abzüge.
Natürliche Inhaltsstoffe: Naturkosmetik als empfehlenswerte Alternative
Die schützende Schicht der Pflegeprodukte kann sowohl aus chemischen als auch aus natürlichen Bestandteilen bestehen. Naturkosmetik erfreut sich wachsender Beliebtheit – und das mit gutem Grund: Im Bereich der Naturkosmetik wird mit natürlichen Ölen sowie Milch- oder Weizenproteinen gearbeitet, die das Haar pflegen, ohne es mit synthetischen Substanzen zu belasten. Im Naturkosmetikbereich werden Silikone, Mikroplastik, Parabene und aggressive Konservierungsstoffe grundsätzlich vermieden.Aktuelle Tests von Öko-Test bestätigen: Zertifizierte Naturkosmetik-Haarspülungen gehören regelmäßig zu den Testsiegern – ebenso wie günstige Eigenmarken von Drogerien wie dm (Alverde, Balea) oder Rossmann. Testsieger im Öko-Test-Vergleich (9/2024) waren unter anderem die Bioturm Spülung Color blond sowie mehrere zertifizierte Naturkosmetik-Produkte. Marken wie Lavera, Logona und Weleda überzeugten ebenfalls mit guten Testergebnissen.
Dennoch gilt: Nicht alles, was als „natürlich" beworben wird, ist automatisch unbedenklich. Häufig werden natürliche Inhaltsstoffe beworben, die zwar tatsächlich enthalten sind, jedoch nur in sehr geringen Mengen. Auch Naturkosmetik-Produkte können Duftstoffe enthalten, die Allergien auslösen können. Ein Blick auf die Inhaltsstoffliste und unabhängige Testergebnisse lohnt sich daher immer.

