Stärken
Schwächen
Motorräder werden seit rund 130 Jahren in Serie gebaut – das erste motorisierte Zweirad, die Hildebrand und Wolfmüller, kam 1894 auf den Markt. Heute sind in Deutschland rund 4,5 Millionen Krafträder dauerhaft zugelassen. Besonders beliebt sind Naked Bikes, Adventure-Bikes und vielseitige Allroundmodelle – Motorradtypen, die Alltagstauglichkeit mit Fahrspaß verbinden. Die Vielfalt der Typen kann verwirrend sein. Dieser Ratgeber stellt die wichtigsten Kategorien vor.
Das erste Serien-Motorrad der Welt: die Hildebrand und Wolfmüller von 1894. (Bildquelle: Deutsches Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm / Wikipedia)
Der Markt 2025/2026: Euro5+ und Elektro
Wer ein neues Motorrad kauft, sollte die aktuelle Marktlage kennen. Zum 1. Januar 2025 trat die Emissionsnorm Euro5+ verbindlich in Kraft. Das löste Ende 2024 einen Run auf Euro-5-Modelle aus, weshalb der Neumarkt 2025 mit rund 158.944 Zulassungen – einem Minus von 35,6 Prozent – stark einbrach. Wer 2025/2026 kauft, profitiert von gut verfügbaren Beständen und teils attraktiven Preisen für Euro-5-Restbestände.Elektromotorräder sind in Deutschland noch eine kleine Nische. Kawasaki (Ninja e-1), Zero Motorcycles und LiveWire bieten Modelle an – die Reichweiten und Ladeinfrastruktur sind für den klassischen Motorradfahrer aber noch eingeschränkt. Elektromotorräder blieben 2025 im Rückgang, was zeigt, wie marginal dieser Markt derzeit ist.
Die Allrounder: Das tägliche Zuverlässigkeitswerkzeug
Allrounder sind das Schweizer Taschenmesser unter den Motorrädern: gut für die Stadt, gut fürs Umland, gut auf der Landstraße. Ihre Sitzposition ist aufrecht und komfortabel, das Fahrwerk ausgewogen und gut beherrschbar. Für befestigte Feldwege sind sie noch geeignet, echtes Gelände ist nicht ihr Terrain. Viele Allrounder bieten einen Soziusplatz und eine leichte Verkleidung als Windschutz – ideal für Pendler und Gelegenheitstourer gleichermaßen.
Ein klassischer Allrounder: Honda CB1100 EX mit ausgewogener Sitzposition und robuster Technik. (Bildquelle: hondanews.eu)
Die Naked Bikes: Reduktion auf das Wesentliche
Naked Bikes sind Motorräder ohne Verkleidung – nur das Notwendige: zwei Räder, Motor, Rahmen, Lenker, Sitzbank. Keine Windschutzscheibe, kein Gepäck, keine Karosserie. Was rudimentär klingt, ist eines der meistgekauften Motorradkonzepte in Deutschland. Der Begriff entstand in den 1980er-Jahren, als verkleidete Sportmaschinen den Markt dominierten – die nackten Motorräder galten seither als eigene Klasse. Naked Bikes sind alltagstauglich, aber für lange Touren weniger geeignet. Für Wochenendausflüge reicht ein Motorradrucksack aber vollständig.
Kawasaki Z650: ein modernes Naked Bike ohne Verkleidung, aber mit zeitgemäßer Elektronik. (Bildquelle: kawasaki.de)
Die Adventure Bikes und Enduro: Für mehr als nur Asphalt
Adventure Bikes (auch Reise-Enduro oder ADV genannt) sind eines der derzeit meistgekauften Segmente – angeführt von der BMW R1300GS und der Honda Africa Twin. Sie sind Allrounder mit Geländetauglichkeit: höhere Bodenfreiheit, Speichenräder (bei manchen Modellen), robuste Federung und reichlich Elektronik für verschiedene Fahrmodi. Für Fernreisen mit Gepäck und Sozius sind sie ideal; für sportliches Fahren auf der Rennstrecke weniger geeignet. Echte Enduros sind dagegen leichter und konsequenter für den Geländeeinsatz ausgelegt.Die Café Racer: Stilbewusstsein mit Renncharakter
Café Racer entstanden in den 1960ern in England: Jugendliche bauten Serienmaschinen um – tiefer gelegte Lenker, flache Sitzbank, Anlehnung an Rennmaschinen. Heute ist Café Racer auch ein Herstellerkonzept: Firmen wie Ducati, Triumph und viele Kleinserien-Hersteller bauen Modelle, die optisch an diese Ära erinnern. Technisch ähneln sie Naked Bikes, oft mit einem stärkeren Retrocharakter. Die flache Sitzposition ist sportlich und auf langen Touren anstrengend.Die Tourer: Komfort für lange Strecken
Tourer sind die Langstreckenspezialisten unter den Motorrädern. Komfort hat Vorrang vor Agilität: beheizte Sitze und Griffe, Infotainment-Systeme, große Gepäckkoffer, bequemer Soziusplatz. Ihr Gewicht – eine BMW K1600 Grand America bringt über 360 kg Leergewicht auf die Waage – macht sie schwer und wenig wendig in der Stadt. Für Menschen mit kürzerer Beinlänge können Sitzhöhe und Breite zur Herausforderung werden. Preislich reichen schwere Tourer teils in Kompaktklasse-PKW-Gebiete vor.
BMW K1600 Grand America: ein Schwergewicht unter den Tourern mit Reihe-Sechszylinder und fast 400 Kilogramm Leergewicht. (Bildquelle: BMW Motorrad)


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