Das Blaupunkt America ist ein echter Billigheimer. Für lediglich 79 Euro erhält der Käufer ein durchaus solide ausgestattetes Android-Smartphone, das alles ein bisschen beherrscht – Mailen, Surfen und natürlich Telefonieren. Doch wer hier zugreift, muss auch mit empfindlichen Nachteilen leben können, wie erste Testberichte aufzeigen. Denn der im Gerät verbaut Chipsatz ist selbst für ein Einsteigergerät schlichtweg indiskutabel schlecht, was unmittelbare Auswirkungen auf die Verwendung von Apps hat.
Wie unter anderem das Magazin „netzwelt.de“ schreibt, soll das America bereits mit der normalen Bedienung überfordert sein. Ruckler beim Öffnen von Menüs seien ebenso normal wie das kurzzeitige Einfrieren des Handys beim Zoomen von Inhalten. Tatsächlich sei das Multitouch bei dem Handy nicht zu gebrauchen, die meisten Nutzer dürften das America da nach der ersten Geste entnervt in eine Ecke werfen. Stufenloses Zoomen sei schlichtweg nahezu unmöglich. Harte Worte, doch es kommt noch schlimmer.
So ist das Blaupunkt America auch bei den meisten Apps nicht zu gebrauchen. Spiele wie Angry Birds sollen übereinstimmenden Berichten zufolge so stark ruckeln, dass an ein zielgerichtetes Abschießen der Vögel nicht zu denken sei. Bei gleichzeitig gedrückten Tasten wie etwa für die Lautstärke stürze das Handy entweder ab oder brauche sekundenlang für eine Bestätigung. Kein Wunder: Mit seinem maximal 468 MHz „schnellen“ Prozessor bewegt sich die Leistung des Gerätes sogar noch unterhalb von derjenigen, die vor drei Jahren für erste Einsteigermodelle üblich war.
Weiterer Haken des Gerätes ist ganz klar die verwendete Software. Android 2.2 Froyo ist schlichtweg hoffnungslos veraltet, auch ein Android Markt ist Nutzerberichten zufolge nicht vorinstalliert. Stattdessen wirbt Blaupunkt mit dem alternativen App Store von Pdassi – der aber nicht einmal eine offizielle Facebook-App oder den WhatsApp-Messenger führt. Angeblich soll es auch nicht gelingen, den offiziellen Market nachzuladen. Zwar öffne er sich anschließend, bei jedem Versuch, eine App herunterzuladen, stürze er aber ab.
Doch es gibt durchaus auch Licht beim Blaupunkt America. Dazu gehört zum Beispiel die Allround-Ausstattung mit 3,2-Zoll-Touchscreen, 3-Megapixel-Kamera, MP3-Player, UMTS, HSDPA und WLAN. Für ein 79-Euro-Handy ist das mehr als ordentlich. Allerdings: Was nützt dies alles, wenn das Gerät ruckelt, das Surfen nur eingeschränkt funktioniert und alle schönen Android-Apps abstürzen oder nicht verfügbar sind? Zum reinen Mailen und Telefonieren bräuchte man kein Smartphone. So ist die Frage, ob das America für die Marke Blaupunkt wirklich ein so kluger Schachzug war...
01.03.2012























