Stärken
Schwächen
Ein E-Gitarrenverstärker (englisch Amp) verstärkt den Ton einer elektrischen Gitarre, damit das Instrument auch in lauter Umgebung hörbar wird. Anders als ein HiFi- oder Keyboard-Verstärker formt ein Gitarrenverstärker den Klang maßgeblich mit. Je nach Verstärkertechnik und Bauform unterscheidet man verschiedene Typen – vom klassischen Röhrenamp bis zum modernen Modeling-Gerät.
Peavey Classic 20 Mini Head: Zweikanaliges Röhren-Topteil mit 20 Watt, EL84-Endstufe und Tweed-Design – kompakt, leicht und sehr gut bewertet. (Bildquelle: amazon.de)
Verzerrung nach Maß
Der magnetische Tonabnehmer einer E-Gitarre erzeugt ein Spannungssignal, das über Kabel oder per Funk zum Verstärker gelangt und dort über Vor- und Endstufen verstärkt, umgewandelt und an den Lautsprecher weitergeleitet wird. In den 1950er und 1960er Jahren mussten Verstärker mangels leistungsstarker PA-Anlagen voll aufgedreht werden – die Endstufenröhren wurden dabei übersteuert, und der Klang verzerrte. Diese klassische Röhrenverzerrung (Overdrive) ist bis heute ein zentrales Merkmal des Rock- und Bluestons.Im Laufe der Jahre kamen günstigere Transistorverstärker auf den Markt, die entweder Röhrenverzerrung simulieren oder besonders harte, aggressive Sounds erzeugen. Daneben gibt es Hybridverstärker mit Röhren und Transistoren sowie volldigitale Modeling-Amps, die per Prozessor Röhrenklänge und Effekte simulieren. Modeling-Geräte haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt: Aktuelle Geräte von Herstellern wie Boss (Katana), Line 6, Fender oder Neural DSP klingen laut Fachmagazinen so überzeugend, dass sie nicht nur für Zuhause, sondern auch auf der Bühne und im Studio eingesetzt werden. Besonders Amp-Profiler wie der Kemper Profiler ermöglichen es, echte Verstärker digital zu „fotografieren" und originalgetreu zu reproduzieren. Die Verzerrung kann außerdem in vorgeschalteten Effektgeräten entstehen – unabhängig vom Verstärkertyp.
Mit oder ohne Lautsprecher?
Bei der Bauform gibt es die offensichtlichsten Unterschiede: Sitzen Verstärker und Lautsprecher in einem Gehäuse, handelt es sich um einen Combo-Verstärker. Sind Verstärker und Lautsprecher getrennt, wird der Verstärkerteil als Topteil (Head) und der Lautsprecherteil als Box bezeichnet. In einer Box sind üblicherweise vier identische Lautsprecher verbaut, beim Combo-Verstärker strahlt ein oder zwei Lautsprecher den Schall ab. Ein „Fullstack" bezeichnet ein Topteil auf zwei übereinander gestapelten Boxen, ein „Halfstack" ein Topteil mit einer einzelnen Box.
Orange Micro Dark: Winziger Hybrid-Gitarrenverstärker mit 20 Watt – eine 12AX7A-Röhre in der Vorstufe sorgt für typischen Orange-Klang, die Transistorendstufe macht ihn robust und für den mobilen Einsatz geeignet. (Bildquelle: amazon.de)
In Sachen Transportfähigkeit punkten Combo-Verstärker klar. Die meisten Combos haben einen Lautsprecherausgang für eine externe Box sowie mehrere Eingänge. Für gewöhnlich sind Combos hinten offen; halboffene oder geschlossene Bauformen sind seltener.

