Das Wichtigste auf einen Blick:
- Weinlagerschränke: zur langfristigen Aufbewahrung
- Lagerschränke: in der Regel fest eingestellte Temperatur und Luftfeuchtigkeit
- Weintemperier-/Weinservierschränke: nur für kurzfristige Lagerung
- Temperier-/Servierschränken: individuelle Klimazonen für Fächer
- Frischluftzufuhr beugt Festsetzen von Gerüchen vor
- Servierschränke meist teurer als Lagerschränke
Viele Weinkühlschränke sind nicht sonderlich energieeffizient. Der Liebherr WKes 653 schafft es immerhin in die neue Klasse E. (Bild: liebherr.com)
In der gehobenen Gastronomie ist der Weinkühlschrank Pflicht. Doch auch immer mehr Privatleute gönnen sich bzw. ihren guten Weinen einen solchen Kühlschrank. Was viele bei der Anschaffung nicht beachten: Händler fassen unter „Weinkühlschrank“ oft verschiedene Geräte zusammen, die eigentlich gänzlich unterschiedlichen Nutzungszwecken dienen.
Weinlagerschränke: für die langfristige Aufbewahrung gedacht
Informieren Sie sich daher vorher ganz genau, bevor Sie bei einem attraktiven Online-Angebot zugreifen. Denn gerade die Großhandelsportale machen meist keinen Unterschied zwischen echten Weinlager- beziehungsweise Weinklimaschränken und den Weintemperier- oder Weinservierschränken. Nur erstere dienen der längerfristigen Aufbewahrung von Weinen. Hier reifen die teuren Tropfen unter optimalen Bedingungen heran. Diese Geräte ersetzen tatsächlich einen Weinkeller.Weinlagerschrank: konstante Temperatur und Lagerbedingungen
Ein Weinlagerschrank sorgt für eine konstant hohe Luftqualität im Inneren und eine unablässige Frischluftzufuhr. Das heißt: Die Luft wird permanent ausgetauscht, bleibt im Inneren aber von gleichbleibender Zusammensetzung. Gerüche können sich nicht festsetzen. Die exakte Temperatur müssen Sie abhängig von der Weinsorte und der geplanten Lagerzeit wählen: Bei Rotwein liegt sie meist zwischen 14 und 15 Grad Celsius, bei Weißwein zwischen 10 und 12 Grad Celsius. Auch die Luftfeuchtigkeit wird streng reguliert, denn bei zu trockener Luft fängt der Naturkorken an zu bröckeln.Da bei einem Weinlagerschrank vor allem die Konstanz über lange Zeit zählt, gelten die eingestellte Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Regel für alle Fächer im Inneren. Denn bei verschiedenen Klimazonen würden sich stets Wechselbeziehungen ergeben beziehungsweise leichte Schwankungen der eingestellten Werte – und das wäre für eine langfristige Lagerung reines Gift. Die meisten dieser Schränke besitzen massive Volltüren oder zumindest dicke Glastüren mit UV-undurchlässigem Glas, da auch Sonneneinstrahlung für die Entwicklung von Wein schädlich ist.
Temperierschränke: für die kurzfristige Aufbewahrung
Weintemperier- und Weinservierschränke dagegen sind für die eher kurzfristige Lagerung von Weinen gemacht. Sie sollen den zuvor im Keller gelagerten Wein über einige Wochen oder auch nur Tage hinweg auf die richtige Temperatur und nochmal zur Ruhe bringen, ehe Sie ihn genießen. Das Besondere an diesen Geräten ist daher auch die Möglichkeit, dass Sie für jedes Fach des Schrankes oder zumindest bestimmte Fächerkombinationen unterschiedliche Klimazonen einstellen können. So können Sie Rot- und Weißwein, Sekt und Champagner gleichzeitig lagern.Tendenziell sind solche Schränke aufgrund der zusätzlichen Technik teurer als herkömmliche Weinlagerschränke und es wird öfter mit aufwendigen Glaselementen gearbeitet. Denn Licht hat bei der kurzfristigen Lagerung weniger Auswirkungen als auf langfristige Sicht. Dennoch gibt es für die wahren Gourmets auch Schränke, die ebenfalls auf UV-sichere Türen setzen. Ferner finden sich nicht selten sogar Dekantierelemente im Schrank, welche einerseits einen praktischen und andererseits einen repräsentativen Nutzen erfüllen. In jedem Fall sollte jedoch klar sein: Hier wird Wein nicht auf Dauer gelagert. Denn die verschiedenen Klimazonen beeinflussen sich gegenseitig (zumindest bei einem gemeinsamen Kühlraum und einer gemeinsamen Türöffnung), was auf Dauer einen nachteiligen Einfluss auf den Wein hat. Dann könnten Sie genauso gut auf den Weinschrank verzichten.
Was sagen die Test-Redaktionen über Weinkühlschränke?
Leider werden Weinlager- und -temperierschränke von Testinstitutionen wie der Stiftung Warentest noch immer stiefmütterlich behandelt. Einen aktuellen großen Vergleichstest gibt es nicht; wenn überhaupt, dann werden einzelne Geräte unter die Lupe genommen. Es sind in der Regel eher Online- als Print-Magazine, die Weinkühlschränke testen.Generell fällt auf, dass keines der bisher getesteten Produkte enttäuscht hat: Auf mindestens ein „Gut“ kommt jeder Weinkühlschrank. Auch die Käuferinnen und Käufer scheinen ihre Kaufentscheidung nicht zu bereuen: In den Meinungsportalen hagelt es reichlich Sterne.
Würden die Test-Magazine ihren Fokus auf die Energieeffizienz legen, so fiele das Testurteil allerdings schwächer aus: Anders als bei klassischen modernen Kühlschränken sind die Weinkühlschränke ziemlich energiehungrig. Der Verbrauch ist hier nicht das Maß der Dinge, es zählen vielmehr Werte wie eine komfortable Bedienung mit feiner Temperatureinstellung, eine zuverlässige, konstante Lagertemperatur bei passender Luftfeuchtigkeit und eine hochwertige Verarbeitung. Auch dass die Optik etwas hermacht, beeinflusst manches Testergebnis.





















