Mitte Februar 2012 stellte AMD den neuen im 28-Nanometer-Prozess gefertigten Grafikprozessor Cap Verde in Form einer Radeon HD 7770 vor. Während der Vorgänger als HD 6770 ein echter Verkaufsschlager war, ist es durchaus denkbar, dass der neue Chip nicht in diese Fußstapfen treten kann. Das Brot- und Buttergeschäft um 150 EUR wird zur Zeit vom Erzrivalen Nvidia mit der GTX 560 (Ti) bestens bedient und so mancher AMD-Fan wird bei der gebotenen Performance des neuen Chips über einen Herstellerwechsel nachdenken.
Die ersten Messungen des AMD 7770er ergaben nur Leistungssteigerungen um 10 Prozent gegenüber dem so erfolgreichen 6770-Chip des Vorjahres. Für die Besitzer einer Radeon 5770 lohnt sich der Umstieg schon eher, da die Unterschiede insbesondere in hohen Auflösungen mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten Verbesserungen bei 60 Prozent (abhängig vom Spiel) liegen. Um den Radeon-Fans eine leistungsstärkere Grafikkarte anzubieten, drehte XFX kräftig an der OC-Schraube (Übertaktung) und bohrte die GPU von 1.000 MHz auf 1.120 MHz auf, wodurch der Shader-Takt ebenfalls auf diesen Wert gezogen wurde. Beim Arbeitsspeicher von 1 GByte GDDR5 konnten immerhin noch 75 MHz zugelegt werden, so dass die Module mit 1.300 MHz arbeiten können. Damit ist laut AMD auch die Obergrenze des Machbaren erreicht. Die Folge wird dann sein, dass XFX nur begrenzte Stückzahlen der Black Edition S liefern wird – eine weitere BE-Variante wird aus diesem Grund mit einem Core-Takt von 1.095 MHz in den Handel kommen. Diese Leistung muss auch entsprechend gekühlt werden und der Hersteller preist seine neue Ghost Thermal Technology entsprechend an – eigentlich nur eine Modifizierung der aus dem Vorjahr bereits bekannten Double-D-Kühlung. Trotz der mit zwei Lüftern betriebenen Kühlung sollte man für eine gute Belüftung des PC-Gehäuses sorgen, da ein Großteil der Warmluft nicht durch den rückwärtigen Slot entweichen kann. Gegenüber dem Referenzdesign liegen die Temperaturen der 7770er BE etwas höher – im Leerlauf um 4 Grad Celsius auf 30 Grad und unter voller Last eines Spiels findet man bei beiden Karten den identischen Wert von 66 Grad vor. Als sehr leise kann man beide Kühldesigns bezeichnen, die deutlich unter 20 dB(A) bei Volllast vor sich hin säuseln.
Beim Kauf der neuen Mittelklasse-Grafikkarte sollte man unbedingt das Kleingedruckte der technischen Details (Taktfrequenzen) lesen, das der Hersteller gleich zwei Karten mit der Bezeichnung Black Edition (BE) auf den Markt bringt. Für beinahe gleiches Geld bekommt man allerdings bei amazon eine um rund 25 Prozent stärkere und bei den Käufern sehr beliebte GTX 560 Ti.
01.03.2012




























