Das Wichtigste auf einen Blick:
- Arbeitserleichterung, da sich die Maschine selbsttätig ins Material vorarbeitet
- Anwendung: für Bohr- und Stemmarbeiten in Beton/Mauerwerk
- Funktionen: Bohren, Hammerbohren, Meißeln
- 2-Ganggetriebe sind vielseitiger einsetzbar
- Elektro-Bohrhämmer ideal für große Bohrdurchmesser und Bohrkronen
Typische Anwendung einer Bohrkrone zum Beispiel für Hohlwanddosen mit 68 mm Durchmesser. (Bildquelle: metabo.com)
Bohrhämmer kommen immer dann zum Einsatz, wenn die Leistung einer gewöhnlichen Schlagbohrmaschine nicht ausreicht – etwa für das Bohren von Löchern, Durchbrüchen oder das Anlegen von Kabelschächten in Beton und Mauerwerk. Vorteilhaft ist, dass Sie keinen starken Anpressdruck wie bei einer Schlagbohrmaschine leisten müssen, um Fortschritte zu erzielen. Bohrhämmer arbeiten quasi aus eigener Kraft, Sie führen lediglich das Gerät. Je nach Anwendungsgebiet gibt es verschiedene Varianten: klassische Bohrhämmer, Meißel- und Stemmhämmer sowie Abbruchhämmer. Viele Modelle sind Kombigeräte und bieten die Möglichkeit, zwischen drei Funktionen zu wechseln: Bohren, Hammerbohren und Meißeln.
Akku- oder netzbetriebener Bohrhammer?
Moderne Bohrhämmer sind heute in der Regel akkubetrieben. Die gängigste Klasse arbeitet mit 18-Volt-Akkus, zunehmend verbreitet sind aber auch leistungsstarke 40-Volt- und 54-Volt-Systeme, die netzbetriebenen Geräten in vielen Einsatzbereichen kaum nachstehen. Hochleistungsmodelle wie der Bosch GBH 18V-34 (BITURBO-Technologie) erreichen mit 18 V bis zu 5,8 Joule Schlagenergie – ein Wert, der noch vor wenigen Jahren nur Netzgeräten vorbehalten war.Ein Wechselakku gehört zur Grundausstattung, um Unterbrechungen zu vermeiden. Achten Sie beim Kauf auf Akkus mit mindestens 4 bis 5 Amperestunden (Ah) Kapazität, um auch bei längeren Einsätzen ausreichend Laufzeit zu gewährleisten. Große Hersteller bieten geschlossene Akku-Plattformen an, mit denen Sie verschiedene Werkzeuge mit demselben Akkutyp betreiben können. Die Entscheidung für ein bestimmtes System ist wichtig, da Akkus in der Regel nicht herstellerübergreifend kompatibel sind.
Für Dauerbelastung, sehr große Bohrdurchmesser oder den häufigen Einsatz von Bohrkronen bleiben netzbetriebene Bohrhämmer nach wie vor die zuverlässigere Wahl.
Typische Anwendungsbereiche für Bohrhämmer
- Kleinere Bohrlöcher mit geringem Durchmesser (abhängig von der Maschinenausstattung)
- Große und tiefe Bohrungen in Beton und Stein
- Stemmarbeiten und Schlitzfräsen mit entsprechendem Zubehör (je nach Maschinentyp)
- Meißelarbeiten beim Fliesenlegen oder Putzabtrag
Welche Aspekte prüfen Fachmagazine bei Bohrhammer-Tests?
Im Mittelpunkt steht hierbei vor allem die Funktion des Schlag- beziehungsweise Hammerbohrens. Die Geräte müssen zeigen, dass sie mühelos durch Beton oder harte Gesteinsarten dringen können. Die meisten Modelle arbeiten mit einem pneumatischen Schlagwerk, wodurch das Stemmen von Löchern in Wände erleichtert wird. Außerdem verfügen viele marktgängige Bohrhämmer über eine Meißelfunktion.Für das Eindrehen kleiner Schrauben sind sie eher ungeeignet; größere Schrauben stellen jedoch kein Problem dar. Ohne die Hammerfunktion können Sie damit auch Holz und Metall bearbeiten, wobei das Bohren ohne zweiten Gang oft langsamer vonstattengeht.
In Tests haben sich vor allem Geräte von Bosch (grün und blau), DeWalt, Makita und Milwaukee bewährt. Für Heimwerker sind die Geräte der DIY-Serie von Bosch sowie Ryobi sehr beliebt; im Profibereich hat Milwaukee mit seinem M18-System in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Hersteller wie Einhell überzeugen mit guten Qualitätsstandards und werden oft als Preis-Leistungs-Empfehlung genannt.
Bei netzbetriebenen Modellen empfiehlt sich ein Anschlusskabel von mindestens vier Metern Länge; bei Akkugeräten sollten Sie auf Wechselakkus mit hoher Kapazität (mindestens 4 Amperestunden) achten. Einige Hersteller legen ihren Geräten außerdem Schnellspannbohrfutter bei, mit denen Sie Rundschaftbohrer und Bits nutzen können.
Welche Leistungsdaten sind relevant?
Bohrhämmer verfügen über ausreichend Kraft, um beispielsweise Stemmarbeiten durchzuführen. (Bildquelle: amazon.de)
Die Bohrleistung hängt von mehreren Kennzahlen ab. Ein wichtiger Wert ist die Schlagenergie, gemessen in Joule. Für Heimwerkereinsätze genügen meist 2 bis 3 Joule; professionelle Geräte für anspruchsvolle Renovierungsarbeiten liefern 3,5 Joule und mehr. Moderne Akku-Bohrhämmer mit bürstenlosem Motor und Hochvolt-Plattform (40 V / 54 V) erreichen inzwischen bis zu 5,8 Joule (SDS-Plus) und damit Werte, die früher ausschließlich Netzgeräten vorbehalten waren. Je höher die Schlagenergie, desto leichter dringt der Bohraufsatz in harte Materialien ein.
Ebenso entscheidend ist die Drehzahl, denn unterschiedliche Bohrdurchmesser und Materialien erfordern unterschiedliche Kräfte, weshalb eine Drehzahlregelung von Vorteil ist.
Als dritter bedeutender Wert gilt die Schlagzahl, also die Anzahl der Schläge pro Minute. Typische Werte liegen bei rund 4.000 bis 4.500 Schlägen pro Minute – bei höheren Schlagzahlen sinkt die Einzelschlagkraft entsprechend. Die Leistungsaufnahme bei Netzgeräten ist eher zweitrangig und liegt meist zwischen 500 und 1.100 Watt. Zusätzlich sollten Sie auf die Angaben zum maximalen Bohrdurchmesser in Beton, Stahl und Holz achten, um das passende Gerät für Ihre Anforderungen zu wählen. Qualitativ gute Bohrhämmer schaffen Bohrungen in Beton mit bis zu 30 mm Durchmesser.
Die Ausstattung im Überblick
Das Zubehör und die Funktionen beeinflussen die Einsatzmöglichkeiten eines Bohrhammers erheblich. Ob ein Bohrhammer auch bei weicheren oder spröderen Materialien als Ersatz für eine Schlagbohrmaschine taugt, hängt davon ab, ob er über einen Schlagstopp verfügt, der das Schlagwerk abschaltet. Für Meißel-, Stemm- oder Schlitzarbeiten benötigen Sie hingegen einen Drehstopp. Den Rechts-/Linkslauf zum Schrauben besitzen die meisten Modelle.Weiterhin wichtig ist eine Anti-Vibrations-Technik, um die auftretenden Vibrationen zu reduzieren, was die Handhabung deutlich angenehmer macht. Bei Bohrhämmern wird dabei zwischen einfach entkoppelten Handgriffen und aktiven Gegenschwinger-Systemen unterschieden; letztere reduzieren die Vibrationsbelastung um bis zu 30 %. Bohrhämmer mit bürstenlosen Motoren (EC-Motoren) sind inzwischen bei Geräten aller Preisklassen weit verbreitet; sie sind robuster und langlebiger, da kein Verschleiß durch Kohlebürsten entsteht, und arbeiten energieeffizienter.
Viele aktuelle Modelle verfügen zudem über eine integrierte oder aufsetzbare Staubabsaugung. Das ist nicht nur ein Komfortmerkmal, sondern dient auch dem Gesundheitsschutz: Bohrstäube – insbesondere aus quarzhaltigem Beton oder Naturstein – gelten als gesundheitsschädlich. Einige Hersteller (z. B. Milwaukee, Bosch) bieten herstellereigene Absaugsysteme an, die direkt am Gerät montiert werden.
Ein Bohranschlag (Tiefenanschlag) begrenzt die Bohrtiefe und schützt vor dem unbeabsichtigten Durchbohren von Wand- oder Deckenkonstruktionen. Dieses Zubehör ist bei vielen Modellen im Lieferumfang enthalten oder optional erhältlich.
SDS-plus, SDS-Max oder Schnellspannbohrfutter – welches System passt für welches Gerät?
Bohrhämmer nutzen wegen ihrer Arbeitsweise spezielle Bohrfutter, damit die Werkzeuge während der Arbeit sicher sitzen. Das SDS-Plus-System findet sich bei Geräten im Gewichtsbereich von 2 bis 4 Kilogramm und ist für Schaftdurchmesser bis 10 Millimeter ausgelegt. Es ist das weltweit meistverbreitete System und gilt für SDS-Plus-Einsätze als herstellerübergreifend kompatibel.Schwerere Modelle ab ungefähr 5 Kilogramm verwenden meist eine SDS-Max-Aufnahme, die Schäfte bis zu 18 Millimeter aufnehmen kann und für gewerbliche Schwerstarbeit ausgelegt ist. Einige Hersteller liefern auch Schnellspannbohrfutter mit, die das Arbeiten mit Rundschaftbohrern und Bits ermöglichen. Das erweitert den Funktionsumfang erheblich, kann aber dazu führen, dass Sie mehrere Werkzeuge bereithalten sollten, um nicht ständig umstecken zu müssen.
SDS-Spannsysteme bei Bohr- und Schlaghämmern
Das System SDS („Special-Direct-System" bzw. „Steck-Dreh-Sitz") wurde ursprünglich von Bosch entwickelt. Nach Ablauf der Patente übernahmen weitere Hersteller das Prinzip. So verwenden auch Makita, Metabo, DeWalt, Milwaukee und Einhell diese Aufnahmen.- SDS-plus: geeignet für Schaftdurchmesser bis 10 mm; Standard für Heimwerker und leichte Profigeräte
- SDS-max: ausgelegt für Schaftdurchmesser bis 18 mm; für schwere Gewerbegeräte
Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Arbeiten mit dem Bohrhammer
Der Einsatz eines Bohrhammers geht mit verschiedenen Gesundheitsrisiken einher, über die sich sowohl Heimwerker als auch gewerbliche Nutzer im Klaren sein sollten.Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Grundsätzlich empfehlen sich Gehörschutz, Schutzbrille und geeignete Arbeitshandschuhe. Bei Meißelarbeiten sind zusätzlich Sicherheitsschuhe und ein Schutzhelm sinnvoll. Beim Bohren in quarzhaltigem Beton oder Naturstein sollte außerdem eine Atemschutzmaske (mindestens FFP2) getragen werden.
Vibration und Hand-Arm-Belastung: Langandauernde Vibrationseinwirkung kann zu Durchblutungsstörungen, Gelenk- und Knochenschäden sowie dem Karpaltunnelsyndrom führen. Im gewerblichen Bereich regelt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) verbindliche Grenzwerte. Für Hand-Arm-Vibrationen gilt ein täglicher Expositionsgrenzwert von A(8) = 5 m/s². Arbeitgeber sind verpflichtet, entsprechende Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Für Heimwerker empfiehlt sich auch bei nicht beruflichem Einsatz, Arbeitspausen einzulegen und Geräte mit guter Vibrationsdämpfung zu wählen.
Staubschutz: Bohrstäube aus Beton, Ziegel oder Naturstein können gesundheitsschädliche Feinstpartikel (u. a. Quarzstaub/Silikose-Risiko) enthalten. Die Verwendung einer integrierten oder aufgesetzten Staubabsaugung sowie das Tragen einer Atemschutzmaske wird dringend empfohlen.
Wichtige Kriterien beim Kauf eines Bohrhammers
- Rechts-/Linkslauf: Erlaubt das Schrauben mit dem Gerät.
- Drehstopp: Nötig für Meißel-, Stemmarbeiten oder das Herstellen von Schlitzen.
- Schlagstopp: Schaltet das Schlagwerk ab, um auch schonend in weichere oder spröde Materialien zu bohren.
- Drehzahlregulierung: Erweitert die Einsatzbereiche und passt die Drehzahl an verschiedene Werkstoffe an.
- Vibrationsdämpfung: Erhöht den Bedienkomfort bei längerem Arbeiten und schützt die Gesundheit.
- Bürstenloser Motor (EC-Motor): Sorgt für längere Lebensdauer, höhere Energieeffizienz und wartungsarmen Betrieb.
- Staubabsaugung: Integrierte oder nachrüstbare Absaugung schützt Gesundheit und hält den Arbeitsbereich sauber.
- Akkusystem und Spannung: 18 V für Heimwerker und leichte Profiarbeiten; 40 V / 54 V für höhere Schlagenergien ohne Netzkabel.
- Schlagenergie/Drehzahl/Schlagzahl/max. Bohrdurchmesser: Entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Eignung des Bohrhammers.
- Bohranschlag: Begrenzt die Bohrtiefe und schützt vor unbeabsichtigtem Durchbohren.











